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Noch keine Entscheidung über Umbau des Bahn-Haltepunkts in Friedlos

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Die Bahn ist am Zug: Ob und wann der Haltepunkt barrierefrei umgestaltet wird, ist noch nicht absehbar. Auch der Ausbau eines Pendlerparkplatzes am Bahnhof stockt im Moment.
Die Bahn ist am Zug: Ob und wann der Haltepunkt barrierefrei umgestaltet wird, ist noch nicht absehbar. Auch der Ausbau eines Pendlerparkplatzes am Bahnhof stockt im Moment. © Wilfried Apel

Über einen P&R-Parkplatz sowie den Umbau des Bahn-Haltepunkts in Friedlos wurde in der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Ludwigsau gesprochen.

Tann – Die Schnellbahnstrecke nach Erfurt wird eines fernen Tages durch einen unter dem Seulingswald verlaufenden Tunnel an Ludwigsau vorbeigeführt. Die alte Nord-Süd-Strecke bleibt und mit ihr voraussichtlich auch der Haltepunkt Friedlos.

Die SPD-Fraktion erkundigte sich deshalb in der jüngsten Gemeindevertretersitzung in der Besengrundhalle in Tann danach, ob und wann der Haltepunkt barrierefrei umgestaltet wird und wie weit die Ausweisung eines Park-and-Ride-Parkplatzes für Pendler gediehen ist.

Weder das eine, noch das andere sei absehbar, erklärte Bürgermeister Wilfried Hagemann. Wenn es nicht neue Förderprogramme gebe, sei vor 2030 nicht damit zu rechnen, dass die 30 Zentimeter hohen Friedloser Bahnsteige angehoben würden, um bequemer einsteigen zu können.

Grund dafür sei die Begrenztheit der Mittel. Zwar habe der für den Nahverkehr zuständige Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) den Umbau der im Eigentum der Deutsche-Bahn-Tochter „Station und Service“ befindlichen Station in das Modernisierungs-Portfolio eingebracht, das bis 2029 umgesetzt werden soll.

Friedlos sei jedoch nicht mit dabei, was unbefriedigend sei. Gleichwohl habe die Negativ-Entscheidung keine akuten Folgen, da die im Personenbeförderungsgesetz normierte Verpflichtung zum barrierefreien Ausbau von Haltestellen bis Ende 2022 nicht für Bahnhöfe und Bahnhaltepunkte gelte.

Auch was die von in Friedlos in Cantus-Züge einsteigenden Pendlern genutzten Parkplätze anbelangt, hatte der Rathauschef keine frohe Botschaft. Mit Blick auf die an der benachbarten Gaststätte gelegenen Parkplätze verwies er darauf, dass die entsprechenden Flächen im Eigentum des Landkreises und des Gaststättenbetreibers stünden. Der Gaststättenbetreiber sei momentan leider nicht bereit, die für einen Umbau zu einem ordentlichen Park-and-Ride-Parkplatz erforderlichen Flächen zu verkaufen.

Das jedoch sei unabdingbar, denn „vor der Schranke“ reiche das Gasthaus-Grundstück bis dicht an die zur Mülldeponie führende Kreisstraße heran. Der Altkleider-Container etwa stehe eindeutig auf Gasthaus-Gelände.

„Wir sollten am Ball bleiben“, sagte Bürgermeister Hagemann, „denn von einem einvernehmlich gut und verkehrssicher ausgebauten Parkplatz hätten alle etwas: Die Pendler tagsüber und der Gastwirt abends, also vor allem dann, wenn bei ihm Betrieb ist.“

Auf die unterhalb der Bahngleise, an einem Stichweg in Richtung Bad Hersfeld gelegenen, einfach so genutzten Parkplätze eingehend, erläuterte Hagemann, dass die entsprechenden Flächen Teil eines großen Grundstücks der Immobilien-Tochter der Deutschen Bahn seien.

Angesichts des bis vor kurzem noch nicht absehbaren Ausgangs der Neubaustreckenplanung und des insoweit laufenden Raumordnungsverfahrens habe diese aber keinerlei Bereitschaft gezeigt, einen Teil des Grundstücks zwecks Anlage eines Park-and-Ride-Parkplatzes zur Verfügung zu stellen.

Möglicherweise ändere sich diese Haltung demnächst, denn auf eine neuerliche, nach der jüngst verkündeten Verlaufsentscheidung gestellte Anfrage des Gemeindevorstands habe die Bahn-Tochter „um etwas Geduld“ gebeten.

(Wilfried Apel)

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