Weitere Aufführungen am Wochenende

Oberellenbacher Bühne präsentierte Witziges über Leben und Tod

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Slapstick-Finale: Endlich kommt der Lottogewinn an die Richtige: Von links Ilona Heussner, Bianca Wildenhayn, Harald Vöckel (liegend), Heike Schmauch, Anna Mey und Mario Schneider.

Mal Witze zum Schenkelklopfen, mal tiefgründige Betrachtungen in lustiger Form: Die Oberellenbacher Bühne erfreute am Wochenende mit der Komödie "Der Himmel wartet nicht" ihre Fans.

Manchmal sind es auch die leisen Töne im Boulevard-Theater, die richtig und wichtig sind. Die, an die man noch später denkt, wenn der Vorhang längst gefallen ist. Mit der urbayerischen Komödie „Der Himmel wartet nicht“ setzte die Oberellenbacher Bühne überraschend gute und neue Akzente. Denn hier waren es nicht nur die Schenkelklopfer, die das Publikum am vergangenen Wochenende begeisterte, sondern auch eine Botschaft: Sag den Menschen zu Lebzeiten, dass du sie liebst. Aber natürlich hatte die Komödie in zwei Akten über den Tod und das Leben danach auch besonders witzige und komische Momente, die von den neun Akteuren erfrischend lebendig umgesetzt wurden.

Der Himmel musste schon eine Weile warten, denn der Polizeibeamte Stenzel (herrlich genervt und ausdrucksstark: Lutz Wildenhayn) hatte als Engelanwärter eine schwere Aufgabe zu lösen. Er sollte den Geist des verstorbenen Schreinermeister Bömmerl (eine Paraderolle für den charismatischen Klaus Scharpenack) von der Erde in den Himmel befördern. Eile ist geboten. Denn Engel Gabriela (mit blauem Fächergewand wunderbar h erhaben: Bärbel Marth) gibt den beiden nur 24 Stunden. Dann schließt sich die Pforte zum Himmel und die beiden müssen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag im Wartezimmer bei Frauenmagazinen und Klatschzeitschriften ihr Dasein fristen. Doch die Aufgabe ist äußerst schwierig, denn beide sind unsichtbar für die Lebenden und die bucklige Verwandtschaft (wunderbar intrigant und charmant katzbuckelnd: Harald Vöckel und Heike Schmauch) will sich Bömmerls überraschenden Lottogewinn heimlich unter den Nagel reißen. Das bricht dem Vater Bömmerl das Herz, denn der muss zusehen, wie Töchterchen Franzi (herzig lieb: Anna Mey) mit den Schulden der Schreinerei kämpft.

Ein Engel, der warnt: Im blauen Fächergewand wacht Engel Gabriela (Bärbel Marth) über Stenzel und Bömmerl. Foto: Susanne Kanngieser

Zum Brüllen komisch waren auch Ilona Heussner als Haushälterin Finni bei der Geisterbeschwörung mit Mario Schneider, dem Schreinergesellen, die mit leuchtendem Geschirr auf dem Kopf versuchten, Stimmen aus dem Jenseits zum Reden zu bringen. Und dann war da noch die überzeugend natürliche und nie übertrieben agierende Bianca Wildenhayn, die als Schnapsdrossel und Himbeer-Resi die echten Geister hörte. Die zwei Akte gipfelten in einem turbulenten und umwerfend komischen Slapstick-Finale, das dank der pfiffigen und intelligenten Technik von Kurt Ludwig die Zuschauer johlen ließ. Denn plötzlich bewegten sich die liebevoll zusammengestellten Bühnen-Requisiten wie von Geisterhand. Und Bömmerl konnte noch die liebevolle Botschaft an die Tochter loswerden, dass er sie liebt und stolz auf sie ist. Denn wie in dem Stück der Polizeibeamte beim Anziehen in Uniform und Unterhose und der Schreinermeister im Nachthemd im Schlaf gestorben sind, führte es dem Publikum vor Augen, dass im Leben für manche Sätze keine Zeit mehr ist. Das war ein starkes Stück Boulevard-Theater, mit dem die Oberellenbacher Bühne einmal mehr zeigte, wie viel Power in einer Komödie steckt, wenn man sie richtig und mit Schwung und Liebe angeht. Und es trägt einmal mehr die ganz besondere Handschrift von den Spielleitern Elke und Gunther Büsching, die sich damit von der aktiven Bühne verabschieden.

Weitere Aufführungen: Freitag, 7. Februar, und Samstag, 8. Februar, ab 20 Uhr und Sonntag, 9. Februar, ab 15 Uhr im Jugend- und Freizeitheim Oberellenbach. Die Vorstellungen sind zwar alle ausverkauft, aber Restkarten sind auf Anfrage noch zu bekommen, teilte Elke Büsching mit.

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