Kultusministerium kürzt Stunden – Kreistag fordert Rücknahme

Den Oberstufen droht Verlust der Kursvielfalt

Hersfeld-Rotenburg. Das hessische Kultusministerium hat Stundenkürzungen in der gymnasialen Oberstufe und den Grundschulen verfügt.

Das stellt die Schulen im Kreis vor Probleme, wogegen nun der Kreistag Hersfeld-Rotenburg einstimmig protestiert. Er fordert vom Land, die Reduzierung zurückzunehmen.

An den Oberstufen wird befürchtet, dass die Klassen in der Einführungsphase (E-Phase) größer werden und das Angebot an Kursen sinkt. Auch in der folgenden Qualifikationsphase (Q-Phase) werden Nachteile erwartet, besonders an kleineren Schulen.

An allen vier Oberstufen im Landkreis werden sich die Vorgaben des Ministeriums bereits nach den Sommerferien auswirken. Der Jakob-Grimm-Schule Rotenburg und der Werratalschule Heringen wird je eine halbe Stelle fehlen, an der Modellschule Obersberg sogar eine ganze. Das wird sich sogar noch verstärken, sagt Reiner Marth vom Beruflichen Gymnasium Bebra: „In drei Jahren werden je nach Entwicklung der Schülerzahl 1,5 bis zwei Lehrerstellen in der Oberstufe fehlen.“

Es gehe um die Attraktivität der Schulen im Kreis, sagte SPD-Kreistagsmitglied Karsten Vollmar, der selbst Lehrer am Obersberg ist. Das Parlament folgte ihm einstimmig.

Protest gibt es auch von der Vertretung der Lehrer in Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner. Der Gesamtpersonalrat fürchtet, dass 300 Stellen für Oberstufen und Grundschulen gekürzt werden. Unter anderem fordert die Lehrervertretung, dass neue Angebote durch Neueinstellungen und Stellenausweitungen abgedeckt werden. Fehlende Lehrerstunden, etwa für Inklusion oder Migrantenförderung, dürften nicht durch Verschlechterungen in anderen Bereichen „bezahlt“ werden.

An der Adam-von-Trott-Schule in Sontra haben sich Eltern bereits zum Protest gegen die geringere Stunden-Zuweisung zusammengeschlossen.

Mehr lesen Sie in der Zeitung am Mittwoch.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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