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Ortsdurchfahrt in Hauneck-Eitra bald wieder frei

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Von: Kim Hornickel

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Eine zweite Zufahrt musste für die Umleitung her: Die schmale Zufahrt wurde durch eine provisorische Straße ergänzt (hinten). Projektleiter Sven-Eric Häger und Christian Horn von Hessen Mobil inspizieren die Baustelle.
Eine zweite Zufahrt musste für die Umleitung her: Die schmale Zufahrt wurde durch eine provisorische Straße ergänzt (hinten). Projektleiter Sven-Eric Häger und Christian Horn von Hessen Mobil inspizieren die Baustelle. © Kim Hornickel

Noch stehen die Absperrungen auf der Fahrbahn der Rhönstraße im Bereich Sandweg in Hauneck-Eitra. Doch schon Mitte Dezember sollen Bagger und Schubkarren weggeräumt und die Straße wieder freigegeben werden. Hessen Mobil und die Gemeinde Hauneck erneuern derzeit die Straße und das Leitungssystem darunter.

Eitra – Sven-Eric Häger von Hessen Mobil hat die Baustelle in Hauneck seit Baubeginn im März 2021 schon mindestens 80-mal inspiziert. „Läuft alles nach Plan und extreme Kostensteigerungen hatten wir nicht“, sagt der Projektleiter zufrieden, als er die Rhönstraße in Richtung Bodes hinuntergeht.

Die Fahrbahndecke, der rund einen Kilometer langen Baustelle vom Sandweg bis zur Ortsausfahrt Eitra, ist inzwischen geschlossen, die Stützmauern stehen – große graue Betonklötze in L-Form, die schon im Werk gefertigt werden. „Diese Alternative hatte uns die mit dem Auftrag betraute Firma Räuber vorgeschlagen und weil sich die Kosten dadurch nicht erhöht haben, haben wir zugestimmt“, sagt Häger. „Und es geht viel schneller“, so der Experte.

Die gröbsten Arbeiten an der auf 6,50 Meter verbreiterten Straße sind getan, jetzt geht es auf der Rhönstraße an die Feinheiten – und die Grundstücke der Anwohner. Häger bückt sich und zeigt auf die Fuge zwischen Bordstein und Fahrbahn. „Die wird ausgeschnitten und dann aufgefüllt, um Flexibilität zwischen den beiden Materialien zu schaffen“, sagt er.

Auch kurz vor dem Ortsausgang, an einem seitlichen Hang wird derzeit gebaut. „Um das Hangwasser abzufangen, werden Wasserbausteine eingesetzt“, so Häger. Über diese Kaskade fließt das Wasser dann direkt in den Graben, dafür muss das Buschwerk an manchen Stellen weichen.

„Bei der Sanierung so einer Ortsdurchfahrt stößt man immer wieder auf Überraschungen“, sagt Häger. Die Arbeiten würden immer neue Baustellen zutage bringen. So auch die Kabel der Netzanbieter, die nicht in der vorgeschriebenen Tiefe liegen, erzählt der Experte. Bei den Bauarbeiten im Ort steckt die Herausforderung nicht nur unter der Erde. Auch in die Absprachen mit den Anwohnern investieren Hessen Mobil und die Baufirma Räuber Zeit und Nerven, wie Häger berichtet. „Wenn vor einer Grundstückseinfahrt eine Entwässerungsrinne gelegt wird, dann kann man da erst einmal nicht drüberfahren“, sagt er. Die Bauarbeiten werden deshalb mit jedem Anwohner vorab besprochen, damit keine bösen Überraschungen auf beiden Seiten folgen.

Manche Hofeinfahrten müssten ganz aufgebaggert, erhöht und neu gepflastert werden, erklärt der Experte. Eine „Anpassung an die Straße“, finanziert Hessen Mobil.

Eine offene Entwässerungsrinne blockiert erst einmal die Einfahrt auf private Grundstücke.
Eine offene Entwässerungsrinne blockiert erst einmal die Einfahrt auf private Grundstücke. © Kim Hornickel

Der sanierten Straße müssen auch immer wieder Bäume weichen. „Gut, dass die Eigentümer in Eitra den Baum sowieso fällen wollten“, sagt Häger und schaut auf eine Grundstückswiese, auf der die schweren Stämme liegen, die die Arbeiter schon in Stücke geschnitten haben. „Hier geht nichts ohne das Sachgebiet Landespflege“(bei Hessen Mobil), sagt Häger.

Als wären das nicht schon genug Ansprechpartner, die Teil der Baustellenplanung sind – auch die Naturschutzbehörde und das Amt für Denkmalpflege haben ein Auge auf die Arbeiten. Häger nennt ein Beispiel: Nahe dem Sandweg steht ein historischer Zaun – mit goldenen Spitzen und rot leuchtenden Kugeln verziert. „Den wollten wir eigentlich abbauen und höhersetzen, damit er auf einer Ebene mit dem Bordstein ist, aber das ging nicht, weil der Zaun genau so bleiben muss, wie er ist“, erklärt Häger die Tücken der Baustelle.

Jetzt sitzt der Zaun demnach tiefer als der Bordstein. Mindestens 20 Zentimeter Gefälle liegen zwischen Zaun und Bordstein. „Das ist nicht zu ändern“, sagt Häger und zuckt mit den Schultern.

Noch ist der zweite Abschnitt der Ortsdurchfahrt im Haunecker Ortsteil Eitra im Bau und soll ganz nach Plan im Dezember fertig werden. Zumindest, wenn kein plötzlicher Schneefall einsetzt, sagt Häger. Bleibt es mild, ist die Ortsdurchfahrt in wenigen Wochen wieder frei. Die Fahrbahnmarkierungen folgen dann im Frühjahr nächsten Jahres, erklärt der Mann von Hessen Mobil. (Kim Hornickel)

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