Basteln am Bildschirm

Ortsjugendpflege Kuppenrhön für Friedewald, Schenklengsfeld und Hohenroda geht in Corona-Zeiten neue Wege

Zu den von Ortsjugendpflegerin Alexandra Eger-Römhild (links) während der Coronazeit angestoßenen Projekten zählen die Kinderbriefeboxen an drei Standorten. Unser Bild mit der stellvertretenden Schulleiterin Daniela Münzel und Bürgermeister Andre Stenda entstand an der Grundschule Hohenroda.
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Analog und digital in Kontakt bleiben: Zu den von Ortsjugendpflegerin Alexandra Eger-Römhild (links) während der Coronazeit angestoßenen Projekten zählen die Kinderbriefeboxen an drei Standorten. Unser Archivbild mit der stellvertretenden Schulleiterin Daniela Münzel und Bürgermeister Andre Stenda entstand an der Grundschule Hohenroda.

Die Ortsjugendpflege Kuppenrhön hat zahlreiche Ideen entwickelt, wie Jugendarbeit auch in Zeiten von Corona funktionieren kann.

Friedewald/Schenklengsfeld/Hohenroda – Ist Kinder- und Jugendarbeit unter Corona-Bedingungen überhaupt noch möglich? Diese bange Frage stellte sich zunächst auch Alexandra Eger-Römhild, als Ende März vergangenen Jahres der erste Lockdown verkündet wurde.

Rund zehn Monate später lautet die Antwort der evangelischen Ortsjugendpflegerin für die Kuppenrhön-Gemeinden eindeutig „ja“. Denn die Zeit der Kontaktbeschränkungen überbrückt die Ortsjugendpflegerin mit virtuellen Zusammenkünften über die Videokonferenz-Software Zoom.

Zum Einsatz kam das Programm zunächst bei einem mit weiteren Berufskollegen und dem Landkreis ausgerichteten Jugendleitercard-Seminar. 25 ehrenamtliche Mitarbeiter für die Jugendarbeit wurden so erstmals weitgehend ohne Präsenzveranstaltung ausgebildet. Auf analoger Kommunikation basiert hingegen eine Projektidee, welche die Jugendpflegerin aus dem Werra-Meißner-Kreis übernommen hat: Über drei in Schenklengsfeld, Friedewald und Mansbach aufgestellte Postboxen können Kinder sich gegenseitig Briefe schicken – nicht nur innerhalb des eigenen Ortes, sondern auch an Brieffreunde in den anderen Kommunen.

Über die Postfächer verteilt Alexandra Eger-Römhild auch Bastel-Materialien an die Mitglieder des Kids-Clubs. Gemeinsam gebastelt wird dann per Video-Schalte. Alexandra Eger-Römhild hat dafür ihren Rechner mit einer zweiten Kamera ausgerüstet, die auf ihre Hände gerichtet ist. So kann sie die einzelnen Arbeitsschritte vorführen. Bei den jüngeren Kindern gehe es allerdings oft nicht ganz ohne die helfenden Hände der Eltern, hat die Ortsjugendpflegerin festgestellt.

Online trifft sich auch der Teens-Club zu Strategiespielen, oder um in virtuellen Escape-Rooms Rätsel zu lösen. Zwei Jugendliche haben außerdem per Video-Schalte Zeichen- und Musikworkshops angeboten. Auch der Konfirmandenunterricht der Kuppenrhön-Gemeinden findet derzeit digital statt.

Während der Lockerungen im Sommer waren unter entsprechenden Hygiene- und Abstandsregeln zwischenzeitlich sogar wieder persönliche Treffen möglich. Beim Mannschaftssport Jugger mussten allerdings die Spielregeln geändert werden, um direkten Körperkontakt zu vermeiden.

Sogar Sommer- und Herbstferienspiele haben Alexandra Eger-Römhild und ihre Kollegin Susann Wittmann von der kommunalen Ortsjugendpflege Philippsthal-Friedewald mit Unterstützung ehrenamtlicher Helfer auf die Beine gestellt. Die Programmpunkte mussten einem umfangreichen Hygienekonzept angepasst werden. „Auf Aktionen mit Übernachtung haben wir beispielsweise verzichtet. Wir wollten auf keinen Fall einen Hotspot produzieren“, betont Alexandra Eger-Römhild.

Die Ortsjugendpflegerin ist in Coronazeiten auch als Ansprechpartnerin für mit der Situation überforderte Eltern gefragt. Für die sei es mitunter eine Herausforderung, plötzlich zum Hilfslehrer zu werden. Aber auch bei Kindern und Jugendlichen sorge der Distanzunterricht für eine gewisse Frustration. Deshalb sei es ihr wichtig, auch während des Lockdowns Angebote jenseits der Schule zu machen. „Das Internet soll schließlich nicht nur der Ort sein, an dem Kinder sich schlechte Noten abholen“, unterstreicht die Ortsjugendpflegerin. (Jan-Christoph Eisenberg)

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