Weniger Lauferei: Die Lohnsteuerkarte hat für immer ausgedient

Die Pappe ist passé

Auf dem Weg zum elektronischen Finanzamt: Vorsteher Frank Drill (links), Sachgebietsleiter Automation Horst Kubitza und Geschäftsstellenleiter Thomas Schott mit ELIAS, dem Werbeaufsteller für das elektronische Steuererklärungsverfahren ELSTER .

Hersfeld-Rotenburg. Zum ersten Mal haben in diesem Jahr die Steuerzahler im Landkreis Hersfeld-Rotenburg keine Lohnsteuerkarte von ihren Stadt- und Gemeindeverwaltungen erhalten.

Das ist kein Versehen, sondern hat System. Die gewohnte „Pappe“, die im Herbst sonst immer den Steuerpflichtigen per Post übers Kommunale Gebietsrechenzentrum (KGRZ) zugesandt wurde, hat für immer ausgedient. Das bedeutet im Bereich des Finanzamts Hersfeld-Rotenburg für die Einwohnermeldeämter der 20 Stadt- und Gemeindeverwaltungen eine erhebliche Entlastung. Änderungen wie Geburt eines Kindes, Heirat oder Kirchenaustritt bleiben auch dort künftig meldepflichtig. Für das Lohnsteuerabzugsverfahren werden diese Daten bald automatisch der Finanzverwaltung übermittelt. Auch die über 70 000 Menschen in Waldhessen, die vom Finanzamt zur Einkommensteuer veranlagt werden, sparen sich dadurch im Gegenzug viel Lauferei zum Rathaus oder zur Gemeindeverwaltung. Denn für alle anderen Änderungen ist nur noch das Finanzamt zuständig.

„Über die Umstellung auf das neue elektronische Verfahren zur Erfassung dieser Merkmale sind die Steuerbürger im Landkreis gut informiert“, erklärt Frank Drill, der Vorsteher des Finanzamtes Hersfeld-Rotenburg. Nachfragen sind die Ausnahme. Bereits im Herbst waren die Bediensteten der Rathäuser vom Finanzamt zentral auf die Umstellung des Systems informiert worden. Auch die Chefs und Lohnbuchhalter in den Firmen sind im Bilde.

Angaben übernommen

Momentan befindet sich das System noch in einer Übergangsphase. Die Angaben, die sich auf der Karte für 2010 befanden, werden für das Jahr 2011 übernommen. Sollten sich Änderungen für das Jahr 2011 ergeben, die Auswirkungen auf den Lohnsteuerabzug haben, können Arbeitnehmer dies beim Finanzamt beantragen. Der Umweg übers Einwohnermeldeamt entfällt.

Neuer Dreh- und Angelpunkt für die Speicherung der Daten ist das Bundeszentralamt für Steuern.

Wer Arbeitnehmer ist, braucht seinem Chef nur einmal seine Steueridentifikationsnummer und das Geburtsdatum mitzuteilen. Aus einem Zentralregister kann sich die Lohnbuchhaltung in den Firmen jederzeit alle relevanten Daten für die Berechnung der Steuerlast auf der Lohn- oder Gehaltsabrechnung abrufen. Das System heißt ELStAM (elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale).

Die Neuerung ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum elektronischen Finanzamt. Technisch versierte Steuerzahler nutzen schon seit Jahren die elektronische Steuererklärung über das Programm ELSTER.

Von Kurt Hornickel

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