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Parlament in Philippsthal genehmigt Kauf von Feuerwehr-Fahrzeugen

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Seit 31 Jahren im Einsatz: Dieses Löschgruppenfahrzeug der Philippsthaler Kernortwehr soll auf Beschluss des Gemeindeparlaments durch ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug ersetzt werden.
Seit 31 Jahren im Einsatz: Dieses Löschgruppenfahrzeug der Philippsthaler Kernortwehr soll auf Beschluss des Gemeindeparlaments durch ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug ersetzt werden. © Jan-Christoph Eisenberg

In einer rund 15-minütigen Sondersitzung hat das Philippsthaler Gemeindeparlament einstimmig den Kauf von zwei Feuerwehrfahrzeugen beschlossen.

Philippsthal – Das 31 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 der Kernortwehr soll demnach durch ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug vom Typ HLF 20 ersetzt werden, ein wasserführendes Tragkraftspritzenfahrezug (TS/W) der Feuerwehr Philippsthal Mitte (Heimboldshausen/Röhrigshof) durch ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug in der kleineren Ausführung HLF 10.

„Wir müssen Gas geben“, begründete Bürgermeister Timo Heusner vor der Abstimmung, warum der die außerordentliche Sitzung beantragt hatte. Denn für das Philippsthaler Fahrzeug ist ein Förderbescheid des Landes über 55 000 Euro eingegangen (unsere Zeitung berichtete).

Die Marktgemeinde müsse allerdings bis zum 27. Mai schriftlich gegenüber dem Innenministerium erklären, dass die Anschaffungskosten bereits im Haushalt eingeplant sind oder die Gemeindevertretung einen entsprechenden Beschluss gefasst hat.

Die bislang im Investitionsprogramm veranschlagten 426 000 Euro (bei 83 000 Euro erhoffter Förderung) reichten allerdings nicht für den Kauf. Grund sind laut Rathauschef starke Preissteigerungen sowie Lieferverzögerungen infolge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs.

Der Fahrzeugwechsel bei der Feuerwehr Mitte ist im Bedarfs- und Entwicklungsplan zwar erst für 2024 vorgesehen, allerdings befürchtet Heusner, dass auch hier buchstäblich die Kosten davonlaufen.

Auf Beschluss des Gemeindeparlaments soll deshalb diese Anschaffung vorgezogen und notfalls auch ohne Landesförderung getätigt werden, falls die zu erwartende Preissteigerung die übliche Förderhöhe übersteigen sollte.

Statt auf Neufahrzeuge setzen Gemeinde und Feuerwehrführung mit Blick auf Kosten und Lieferzeit allerdings auf Vorführ- beziehungsweise Jahreswagen, die derzeit auch noch auf dem Markt seien.

Allerdings übersteigen auch deren Kosten die Wertgrenze von 200 000 Euro, sodass der Auftrag öffentlich ausgeschrieben werden muss, was die konkrete Kostenkalkulation schwierig macht. Eine vorläufige Schätzung der Verwaltung liegt bei 450 000 bis 470 000 Euro. Da die Fahrzeuge wohl nicht vor dem Jahreswechsel eintreffen, sollen die Kosten im Haushalt 2023 berücksichtigt werden.

„Schieben wir das Ganze auf die lange Bank, erwarten wir Mehrkosten zwischen 200 000 und 300 000 Euro. Davon kann man schon fast wieder eine Gemeindestraße sanieren“, bekräftigte Heiner Reuber (SPD), selbst aktiver Feuerwehrmann, die Ausführungen des Rathauschefs.

Junge Gebrauchte entsprächen zwar nicht allen Wünschen der Wehren, seien aber einen guten sechsstelligen Betrag günstiger als Neufahrzeuge, deren Kosten derzeit explodierten.

„Wenn es ums Geld geht, fallen Entscheidungen oftmals schwer“, merkte die CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrike Wenig (CDU) an. In „kontrovers geführten Diskussionen“ mit Vertretern von Feuerwehr und Verwaltung sei es im Vorfeld allerdings gelungen, die Christdemokraten vom Sparwillen und den Möglichkeiten der Wehren zu überzeugen.

Die Vertreter der FWG verzichteten auf einen Redebeitrag, trugen den Fahrzeugkauf aber ebenfalls mit.

(Jan-Christoph Eisenberg)

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