Eines weniger, dafür höher

Energiekontor beantragt zwei Windräder zwischen Heringen und Philippsthal

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So sollte es aussehen: Diese Visualisierung aus dem Jahr 2016 zeigt den vorhanden Windpark auf dem Eichberg sowie die drei damals geplanten Windräder von Wölfershausen aus. Inzwischen wurden die Planungen auf zwei höhere Anlagen reduziert. 

Der Windkraft-Projektierer Energiekontor hat Ende Januar beim Regierungspräsidium (RP) Kassel zwei Windräder zwischen Philippsthal und Heringen beantragt.

Das bestätigte Unternehmenssprecher Peter Alex auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Zahl der Anlagen für den Windpark Philippsthal-Heringen hat das Unternehmen aus Bremen damit erneut abgespeckt. Ursprünglich waren sechs neue Windräder geplant, wegen Fledermaus- und Rotmilanvorkommen hatte sich im Zuge der Regionalplanung aber die Vorrangfläche verkleinert. 

Im Jahr 2016 hatte das Unternehmen die Pläne von drei Anlagen mit einer Nabenhöhe von 139 Metern und einer Gesamthöhe von 199 Metern vorgestellt. Der Genehmigungsantrag sollte im Dezember 2016 eingereicht werden. Möglicher Baubeginn wäre demnach Ende 2017 gewesen, im Sommer 2018 sollten die drei Rotoren in Betrieb gehen. Allerdings haben sich die Planungen stark verzögert – unter anderem, weil Energiekontor nach den niedrigen Ausschreibungsergebnissen zur Einspeisevergütung im Jahr 2017 auf einen größeren Anlagentyp umgestellt hat.

Die nun beantragten Windräder vom Typ Nordex N149 mit 4,5 Megawatt Leistung haben eine Nabenhöhe von 164 Metern und eine Gesamthöhe zur Rotorspitze von 238,5 Metern. Eines der Windräder soll auf dem Gebiet der Stadt Heringen, das zweite in der Gemarkung der Nachbargemeinde Philippsthal entstehen. Für weitere Verzögerungen sorgte die Auflage der Oberen Naturschutzbehörde, 2018 noch einmal über eine volle Vegetationsperiode die Brutvogelvorkommen zu untersuchen.

Nach Auskunft von Unternehmenssprecher Peter Alex rechnet Energiekontor nun im zweiten Quartal dieses Jahres mit einer Genehmigung für die Windräder, die im Staatswald oberhalb des bestehenden Windparks am Lengerser Eichberg an der Landesgrenze zu Thüringen entstehen sollen. Im dritten Quartal soll das Projekt an der Ausschreibung zur Einspeisevergütung teilnehmen. Gerodet würde dann im Winter 2019/2020, im Frühjahr 2020 sollen die eigentlichen Bauarbeiten beginnen. Die Inbetriebnahme ist für Spätsommer 2020 vorgesehen.

Beim Transport hält der Projektierer an seinen Plänen fest: Schotter und Beton sollen über den Fülleroder Weg zwischen Heringen und Leimbach angeliefert werden, Großkomponenten wie Rotorblätter und Maschinenhäuser von der Autobahnabfahrt Gerstungen über Berka und von dort über Feldwege in Thüringen zur Baustelle gebracht werden. Die Kabeltrasse soll voraussichtlich entlang des vorhandenen Waldwegenetzes verlegt und im Philippsthaler Kaisergraben ans Netz angeschlossen werden. In beiden Fällen seien noch Änderungen im Planungsverlauf möglich.

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