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Platz für Häuslebauer in Hohenroda schaffen

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Größtes Projekt in diesem Jahr: Die Ortsdurchfahrt des Hohenrodaer Ortsteils Mansbach soll in einer Gemeinschaftsmaßnahme von Hessen Mobil, Wasser- und Abwasserzweckverband sowie Gemeinde saniert werden.
Größtes Projekt in diesem Jahr: Die Ortsdurchfahrt des Hohenrodaer Ortsteils Mansbach soll in einer Gemeinschaftsmaßnahme von Hessen Mobil, Wasser- und Abwasserzweckverband sowie Gemeinde saniert werden. © Jan-Christoph Eisenberg

Andre Stenda lacht das Vaterglück. Mit der Geburt seiner Tochter Sunny im vergangenen Herbst hat sich viel im Leben des Hohenrodaer Bürgermeisters geändert.

Hohenroda - Gefordert ist der 36-Jährige allerdings nicht nur als Familienvater, sondern auch als Rathauschef: Mit einem umfangreichen Maßnahmenprogramm arbeitet die Kommune weiter ihren Investitionsstau ab und geht neue Vorhaben an.

Neubaugebiete

Um auf Anfragen von Bauwilligen kurzfristig reagieren zu können, hat die Gemeinde laut Stenda Grundstücke am Mansbacher Eisfeld erworben. Um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für neue Wohnhäuser zu schaffen, soll nun ein Bauleitverfahren angestoßen werden. Erwerben und weitervermarkten will die Kommune zudem bereits ausgewiesene, jedoch nicht erschlossene Grundstücke und in Privateigentum befindliche Grundstücke im Neubaugebiet Ahornweg in Ransbach. Für einen Teil besteht laut Stenda konkretes Interesse eines Projektentwicklers.

Straßenbau Mansbach

Größtes Bauprojekt ist die Erneuerung der Ortsdurchfahrt Mansbach als Gemeinschaftsmaßnahme von Hessen Mobil, Wasser- und Abwasserzweckverband sowie Kommune. Die Aufträge sollen im April vergeben und noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen werden. Der Kostenanteil der Gemeinde beträgt rund 1,4 Millionen Euro.

Da das Land nicht von seinen Vorgaben für eine größere Gehwegbreite abrücke, sei ein Kompromiss geschlossen worden: Im vorderen Teil der Ortsdurchfahrt werde die Fahrbahnbreite auf sechs Meter reduziert, im hinteren Teil bleibe das bisherige Maß von 6,50 Metern, erklärt der Bürgermeister. Die Gemeindegremien hatten sich für die durchgängige Beibehaltung der Fahrbahnbreite ausgesprochen, um Ausweichmanöver auf die Bürgersteige zu verhindern.

Zählt zu den letzten Dorferneuerungsprojekten: Bei der Umgestaltung des Ausbacher Kirchenvorplatzes sollen durch den Einsatz ehrenamtlicher Kosten gespart werden.
Zählt zu den letzten Dorferneuerungsprojekten: Bei der Umgestaltung des Ausbacher Kirchenvorplatzes sollen durch den Einsatz ehrenamtlicher Kosten gespart werden. © Jan-Christoph Eisenberg

Dorferneuerung

Realisiert und abgerechnet sein müssen bis Jahresende die letzten Projekte des Ende 2021 ausgelaufenen Dorferneuerungsprogramms: Bereits vergeben sind die Aufträge für die Erneuerung von Dach und Fassade der Mansbacher Heimatstube für rund 100 000 Euro. Die Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen. Rund 230 000 Euro wird die Sanierung von Dach und Fassade der Turnhalle in der ehemaligen Mansbacher Pferdeklinik kosten. Die Ausschreibung der Arbeiten wird derzeit vorbereitet, die Vergabe ist für Februar geplant. Neu gestaltet wird zudem der Kirchenvorplatz in Ausbach. Der Bürgermeister geht davon aus, dass die dafür kalkulierten Kosten von rund 30 000 Euro durch das Engagement ehrenamtlicher Helfer unterschritten werden.

Ebenfalls aus der Dorferneuerung gefördert wird die brandschutztechnische Ertüchtigung des Obergeschosses der Mansbacher Kindertagesstätte für rund 180 000 Euro. Bauherr ist die evangelische Kirchengemeinde, einen Großteil der Kosten trägt laut Betreibervertrag die Gemeinde.

Feuerwehren

2023 soll das neue wasserführende Tragkraftspritzenfahrzeug (TSFW) für die Ausbacher Feuerwehr eintreffen. Für den Bau der neuen Fahrzeughalle hat die Gemeinde einen Förderantrag beim Land gestellt und hofft auf einen Bewilligungsbescheid noch in diesem Jahr. Die Unterkunft der Ausbacher Brandschützer entspricht nicht mehr Vorgaben der Unfallkasse. Im September hatte das Gemeindeparlament deshalb beschlossen, eine neue Fahrzeughalle zu errichten. Die sanitären Anlagen sollen zu einem späteren Zeitpunkt im Angriff genommen werden.

Aktuell prüft die Gemeinde zudem die Einführung einer Alarmierungsapp und hat sich für eine Nachwuchsgewinnungsoffensive für die Feuerwehren beworben.

Pflegeeinrichtungen

Die Tagespflege mit 18 Plätzen, Verwaltung und Pflegedienststützpunkt, die der evangelische Zweckverband Gemeindediakonie auf einem Grundstück in Ransbach errichten lässt, strebt der Vollendung entgegen. Die Eröffnung ist laut Bürgermeister für Mai geplant.

Für das Demenzdorf auf dem Gelände des ehemaligen Tierparks Mansbach läuft die dritte Offenlage der Bauleitplanung.

Mit seinem finalen Satzungsbeschluss wird das Gemeindeparlament voraussichtlich im Februar Baurecht schaffen. Zwar spiele der Zeitverzug durch die erneute Auslegung dem Projekt nicht gerade in die Karten, dennoch bleibe es Ziel, eine solche Fachpflegeeinrichtung zu schaffen, betont der Bürgermeister.

Radwegebau

Beseitigt werden sollen für rund 246 000 Euro die Unwetterschäden auf dem Radweg R15 in Verlängerung der Thüringer Straße in Mansbach. Dafür liegt der Gemeinde eine Förderzusage über 175 200 Euro vor.

Photovoltaik

Bereits seit rund einem Jahr deckt eine Photovoltaikanlage auf der Gemeindeverwaltung bis zu 70 des Strombedarfs in dem Gebäude. Jetzt will die Kommune prüfen, ob sich auch die Installation von Solarzellen auf den Dächern der großen Dorfgemeinschaftshäuser lohnt.

Corona-Folgen

Nach den coronabedingten Einschränkungen möchte Andre Stenda nun wieder Veranstaltungen wie die Senioren-Feiern sowie die Neugeborenen-Treffen etablieren. Zudem will sich der Rathauschef einen Eindruck darüber verschaffen, welche Spuren die Corona-Durststrecke in den Vereinen hinterlassen hat.

Entsprechendes Interesse vorausgesetzt, regt der Bürgermeister zudem ein Jugendparlament sowie die Gründung einer gemeinsamen Vereinsgemeinschaft auf Ebene der gesamten Kommune an.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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