Radikalverjüngung im Parlament

Politisches Beben in Ludwigsau - Eyert nicht mehr Erster Beigeordneter

Friedhelm Eyert
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Friedhelm Eyert

In der SPD in Ludwigsau hat es offenbar heftig gekracht. Der beliebte Erste Beigeordnete Friedhelm Eyert wurde regelrecht abgesägt.

Ludwigsau - „Neue Namen, neue Köpfe, alte Tugenden“ heißt es zu den erheblichen personellen Umbrüchen, in deren Folge altgediente Kommunalpolitiker nicht mehr am Start sind, in einer Erklärung der SPD-Fraktion. Deren bisheriger Vorsitzender Frank Sandrock wird seinen Posten räumen – für Daniel Stange. Der einstige Gegenkandidat von Wilfried Hagemann bei der Bürgermeisterwahl hatte bei der Kommunalwahl das besten Ergebnis erzielt. Sandrock wird einer von Stanges drei Vertretern.

Nachfolger des langjährigen Vorsitzenden der Gemeindevertretung Peter Schütrumpf, der nach 40 Jahren im Parlament nicht mehr kandidiert hatte (wir berichteten), soll der 30-jährige Patrick Kuhn werden. „Das ist ein junger Kerl, der hat’s auf dem Kasten“, so Sandrock.

Patrick Kuhn

Die wichtigste Personalie ist aber die Besetzung des Amts des Ersten Beigeordneten, das bislang Friedhelm Eyert innehatte. Er ist Ordnungsamtsleiter in Bebra und gilt als Experte in allen kommunalen Angelegenheiten. Eyert hatte bei der Kommunalwahl die zweitmeisten Stimmen erzielt. Dennoch wurde er von seinen Genossen offenbar ausgebootet. Künftig soll der 49-jährige, gelernte Kaufmann Markus Sauerwein aus Rohrbach als Stellvertreter des Bürgermeisters fungieren. „Er ist gut ausgebildet, als Selbstständiger erfolgreich und kennt sich mit Finanzen aus“, sagt Sandrock zur Begründung.

Markus Sauerwein

Friedhelm Eyert reagiert verärgert. „Ich bin nur zu dem einen Zweck noch einmal zur Kommunalwahl angetreten, nämlich um das Amt des Ersten Beigeordneten fortzuführen. Wer das nicht wusste, wollte das nicht wissen“, sagt er der HZ.

Andere Positionen kämen für ihn nicht in Frage. „Wenn die Fraktion oder bestimmte Leute in der Fraktion glauben, mich nicht mehr zu benötigen, dann muss ich das zwar nicht verstehen, kann aber damit leben“. Er wisse, wer damit persönliche Interessen und Befindlichkeiten durchzusetzen wolle, sagt Eyert bitter. Er lasse aber nicht mit sich spielen. „Den aufrechten Gang wird mir niemand in der Kommunalpolitik abgewöhnen“, so Eyert.

Bürgermeister Hagemann war über die Personalentscheidungen der SPD noch nicht informiert und wollte keinen Kommentar abgeben. Das letzte Wort über den Gemeindevorstand hat ohnehin das Parlament bei der konstituierenden Sitzung am 19. April. Dort hat nach der Kommunalwahl die SPD (92 %) eine überwältigende Mehrheit. (Kai A. Struthoff)

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