Porträt: Rob ten Cate ist der neue Werksleiter von Performance Fibers: Alles tanzt nach seiner Pfeife

Sicherheit: Die Polyesterfasern aus der Performance Fibers-Produktion, die hier der neue Werksleiter Rob ten Cate präsentiert, werden beispielsweise in der Automobilindustrie zur Herstellung von Sicherheitsgurten eingesetzt. Sicher in die Zukunft geleiten will der Niederländer auch das Hersfelder Unternehmen. Foto: Reymond

Bad Hersfeld. Der Niederländer Rob ten Cate ist überzeugt, dass es eine Wechselbeziehung zwischen Erfolg im Beruf und im Sport gibt. Als Beispiel führt er Franz Beckenbauer an, der ein begnadeter Fußballer war und danach auf der Managementebene ebenfalls bleibende Eindrücke hinterlassen hat.

Ten Cate selbst ist auch ein kleiner Beckenbauer. 60 Stunden pro Woche verbringt der ehrgeizige Niederländer im Büro. Der 49-Jährige ist seit dem 8. November Werksleiter von Performance Fibers in Bad Hersfeld. Dort setzt er alles daran, um den Polyester-Faserhersteller wieder in ruhigeres Fahrwasser zu geleiten.

Befristete haben’s schwer

Insgesamt 425 Mitarbeiter sind am Standort in der Lullusstadt noch beschäftigt. 50 davon haben jedoch nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Und ten Cate rechnet bei allem Optimismus, den er versprüht, nicht damit, dass es für all diese 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Zukunft im Unternehmen geben wird.

„Für die Hersteller von Polyesterfasern in Europa sind es immer noch schwierige Zeiten. Ich habe aber großes Vertrauen in unsere Produktivität und unsere Qualität“, sagt Rob ten Cate in ausgesprochen gutem Deutsch. Doch die Billigprodukte der Konkurrenz aus Fernost treiben ihm die Sorgenfalten auf die Stirn.

Am kommenden Wochenende wird er den beruflichen Stress wieder einmal für einige Stunden ausblenden können. Dann steht er in seiner niederländischen Heimat als Schiedsrichter in der Halle. Er leitet das Halbfinale im niederländischen Hallenhockey zwischen Den Haag und Nijmegen. Als Hockeyspieler hat er es selbst zwar nicht ganz an die Spitze gebracht, wohl aber als Schiedsrichter.

Den Höhepunkt seiner Schiedsrichterkarriere erlebte der Niederländer 2008 bei den Olympischen Sommerspielen in Peking. Dort stand er beispielsweise als Referee der Herren-Vorrundenpartie des späteren Olympiasiegers Deutschland gegen Belgien, die 1:1 endete, auf dem Feld. Und auch bei der Feldhockey-WM der Herren 2006 in Mönchengladbach, die wiederum Deutschland gewann, durfte er als Schiedsrichter ran. Diese internationalen Auftritte sind jedoch seit zwei Jahren vorbei. „Wer älter ist als 47 Jahre, darf keine Länderspiele mehr leiten“, erklärt Rob ten Cate.

Auf nationaler Ebene darf er aber noch immer pfeifen. Und dafür fährt er fünf Stunden von Bad Hersfeld in seine Heimatstadt Alkmaar. „Die Strapazen nehme ich gerne in Kauf. Unter der Woche brauche ich von der Carl-Peters-Straße ins Büro nur wenige Minuten. Wenn ich da an Menschen denke, die täglich von Hersfeld nach Frankfurt pendeln müssen, habe ich es doch wesentlich stressfreier, auch wenn ich an den Wochenenden immer wieder in die Niederlande fahre“, sagt der Werksleiter.

Rücksicht auf eine Familie braucht der 49-Jährige nicht zu nehmen. Er ist geschieden, und die große Tochter lebt bei der Mutter in Alkmaar.

Mundpropaganda

Seine Anstellung bei Performance Fibers ist eher zufällig zustande gekommen. Das sei mehr oder weniger Mundpropaganda gewesen. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit sei ihm der Posten in Bad Hersfeld angeboten worden. Bis 2009 arbeitete Rob ten Cate für den niederländischen Förderbandhersteller Ammeraal Beltech, einen Kunden von Performance Fibers. „Nach 18 Jahren wollte ich noch einmal etwas anders machen“, sagt ten Cate. Und diese neue Herausforderung führte ihn nach Bad Hersfeld.

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