Düngemittelhersteller ist auf viel Wasser im Fluss angewiesen

Produktion bei K+S hängt am Werrapegel

Philippsthal. In der vergangenen Woche hat es im Werk Werra des Düngemittelherstellers K+S einen Produktionsstopp gegeben. Und diese Gefahr besteht auch in den kommenden Monaten weiter.

Immer dann, wenn die Werra wenig Wasser führt, bekommt das Unternehmen Schwierigkeiten. Denn die bei der Produktion anfallenden Abwässer müssen seit Ende des vergangenen Jahres fast ausschließlich über die Werra entsorgt werden. In den Untergrund darf das Unternehmen in diesem Jahr nur noch 725 000 Kubikmeter verpressen.

Eigentlich hatte K+S beim Regierungspräsidium bis zum Jahr 2021 eine Versenkerlaubnis für insgesamt 12 Millionen Kubikmeter beantragt. Doch dieser Antrag liegt aktuell auf Eis. Erst muss ein aussagekräftiges 3 D-Grundwassermodell vorliegen, das die Gegebenheiten im Untergrund des Werratals darstellt, bevor es wieder Verhandlungen zur Versenkung geben wird. Die Kalibrierung des Modells soll im Sommer abgeschlossen sein. So jedenfalls hofft es K+S-Werksleiter Roland Keidel.

Bis dahin darf der Düngemittelhersteller nur maximal 120 000 Kubikmeter Lauge pro Monat in den Untergrund pumpen. Täglich beträgt das Limit 8000 Kubikmeter. Wenn das Unternehmen an seinen Standorten im Werratal die Produktion unter Volllast fährt, fallen täglich 20 000 Kubikmeter Abwässer an. 5000 Kubikmeter von den drei Halden in Neuhof, Philippsthal und Heringen sowie 15 000 Kubikmeter reine Prozessabwässer.

Um diese 20 000 Kubikmeter alleine über die Werra entsorgen zu wollen, müsste der Werradurchfluss 45 Kubikmeter pro Sekunde betragen. Im Jahresschnitt liegt er jedoch nur bei 31 Kubikmeter pro Sekunde. „Unsere Entsorgungswege sind derzeit stark limitiert. Die Werra ist unser Fluss. Die Planung für 4000 Mitarbeiter ist derzeit von der Wetterprognose abhängig“, sagt Keidel, der in den kommenden Wochen und Monaten auf viel Regen hofft.

Von Mario Reymond

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