Prozessauftakt am Landgericht Fulda

Aussprache endete tödlich: 22-jähriger Buchenauer wegen Messerattacke vor Gericht

Das Bild zeigt den 22 Jahre alten Angeklagten (rechts) im Gespräch mit seinem Rechtsanwalt.  Sein Gesicht ist verpixelt.
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Prozessauftakt: Der 22 Jahre alte Angeklagte aus Buchenau (rechts) im Gespräch mit seinem Rechtsanwalt.  

Nach der tödlichen Messerattacke auf den Vater seiner Ex-Freundin muss sich ein 22-Jähriger aus Eiterfeld-Buchenau nun vor Gericht verantworten.

Fulda/Buchenau – Ein 22 Jahre alter Mann aus Buchenau (Kreis Fulda) muss sich seit Donnerstag vor der 1. Strafkammer am Landgericht Fulda wegen Tötung, ohne Mörder zu sein, verantworten. So hatte es Staatsanwalt Andreas Hellmich aus der Anklageschrift vorgetragen.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, am 15. Februar dieses Jahres den 41 Jahre alten Vater seiner Ex-Freundin in dessen Wohnhaus in Buchenau erstochen zu haben. Opfer und Täter wohnten unter einem Dach.

Der Täter war bis einen Tag vor der Tat mit der damals 17-jährigen Tochter des Opfers liiert, die die Beziehung zu dem Angeklagten beendet hatte. Der Grund für die Trennung sei nicht einvernehmlicher Geschlechtsverkehr zwischen den beiden gewesen. So habe der Angeklagte die Tochter in einer Dezembernacht, als sie schlafend im Bett gelegen habe, vaginal penetriert.

Darüber zerbrach die Beziehung der beiden, die die Frau am 14. Februar endgültig beendete. Über das Aus der Beziehung sei der Vater in Kenntnis gesetzt worden, der den beiden vorschlug, künftig getrennt voneinander unter einem Dach zu leben. Der Angeklagte seinerseits – der sich während des Prozesses nicht zur Tat äußern werde – habe daraufhin gedroht, sich das Leben zu nehmen und seine Ex-Freundin sogar aufgefordert, ihn mit seinem Kampfmesser zu erstechen.

Nachdem das spätere Opfer vier große Flaschen Bier und etwa ein Drittel aus einer 0,75-Liter-Flasche eines zwölfprozentigen Likörs getrunken hatte, sei es in das Zimmer des jungen Mannes gegangen, um mit ihm ein klärendes Gespräch zu führen.

Diese Aussprache muss derart eskaliert sein, dass der 22-Jährige den 41-Jährigen mit dem Kampfmesser, das über ein 14 Zentimeter lange stehende Klinge verfügt, attackierte.

Er fügte dem Hausbesitzer weit über zehn Schnitt- und Stichverletzungen zu. Bei einem Stich in die untere Brust wurde ein Lungenflügel getroffen. Zudem wurden bei der Messerattacke sowohl die Oberschenkelvene als auch die -arterie verletzt. Obwohl seine Tochter die Wunden noch abzubinden versuchte, verblutete der 41-Jährige binnen kürzester Zeit.

Das Verfahren wird am Montag fortgesetzt. Gehört werden dann auch zwei Gutachter. (Mario Reymond)

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