Unbekannte hupen ständig

Psychoterror in der Nacht: Anna Bube aus Bebra weiß nicht mehr weiter

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Anna Bube aus Breitenbach schreckt jede Nacht aus dem Schlaf auf: Der Grund sind vorbeifahrende Autos, die laut hupen. Dass die Unbekannten hupen, hat etwas mit Bubes Auto zu tun. Zumindest vermutet das die 28-Jährige.

Breitenbach. Jede Nacht dasselbe: Anna Bube schreckt aus ihren Träumen auf, ihre Kinder werden wach und weinen. Der Grund: Unbekannte fahren ständig an ihrem Haus im Bebraer Ortsteil Breitenbach vorbei und hupen.

Für die junge Mutter von drei Kindern ist es mittlerweile der reinste Psychoterror. Seit vielen Wochen gehe das schon so. Bube ist in ihrem eigenen Heim immer angespannt. Die beiden kleinen Töchter, ein und drei Jahre alt, sind übermüdet und ängstlich. Eine zermürbende Situation - für die ganze Familie.

Das Auto

Und das alles, weil Bube ihr Auto auf der Straße parkt. Zumindest nimmt die 28-Jährige an, dass das der Grund für das Gehupe ist. „Ich verstehe ja, dass mein Wagen auf der Straße für manche ein Hindernis ist“, erklärt die 28-Jährige. Und sie verstehe auch den Ärger darüber, dass man wegen ihres Autos abbremsen müsse, um den Gegenverkehr vorbeizulassen. Doch sie habe keine Wahl mangels alternativer Parkmöglichkeiten. „Ich stehe dort auch nicht gerne“, erklärt Bube. Schon mehrfach seien in der Vergangenheit Unbekannte in ihren Wagen gefahren. Haben einen Schaden verursacht - der letzte belief sich auf 3500 Euro - und sind einfach weitergefahren.

Die Straße

Bubes Haus liegt am Ortseingang von Breitenbach aus Richtung Rotenburg kommend. An der Straße stehen die alten Häuser dicht an dicht. In der Einfahrt kann die Familie ihre Autos nur hintereinander parken, mehr Platz ist da nicht. „Mein Mann arbeitet im Schichtdienst, ich bringe mit dem Auto die Kinder in den Kindergarten, fahre zur Arbeit und mache Besorgungen.

Würden wir hintereinander parken, gebe es ein ständiges Hin und Her“, sagt die junge Mutter, die ein Tattoo-Studio in Bebra betreibt. Den Wagen auf den Gehweg stellen, kann Bube nicht. Es ist schlichtweg nicht erlaubt. Außerdem gebe es dann Probleme mit der Versicherung, wenn an dem Auto ein Schaden entsteht.

Die unbekannten Huper

Einmal sei Bube sogar einem „Huper“ hinterhergefahren und habe ihn zur Rede gestellt. Seine Antwort: Sie solle ihre Drecksblagen gefälligst von dem Gehweg aus ins Auto laden. Für die Breitenbacherin war das ein Schock. So eine forsche Reaktion hatte sie nicht erwartet. „Bei drei Kindern muss ich halt manchmal auf die Straßenseite, um die Kleine in ihren Sitz zu legen“, erklärt sie.

Bube ist sich bewusst, dass vieles vielleicht auch mit ihrem Aussehen und dem ihres Mannes zu tun haben könnte. Tattoos und Piercings zieren ihren Körper und ihr Gesicht: „Aber obwohl wir völlig anders aussehen, sind wir konservativ und haben die gleichen Ideale von Familie und Gemeinschaft.“ Die Bubes seien immer kompromissbereit. Wer ein Problem habe, könne sich jederzeit an sie wenden. Bei einem Tee oder Kaffee würden sich viele Probleme sicherlich lösen lassen.

Die Lösung

Bube bittet alle, die sich von ihrem Wagen gestört fühlen, noch etwas Geduld zu haben. Um die Situation zu entschärfen, baut Ehemann Chris einen Carport hinter dem Haus. Der Boden ist schon ausgehoben. Das koste allerdings viel Zeit und noch mehr Geld. Geld, das die junge Familie nicht immer sofort parat hat, denn es gebe noch weitere Baustellen. Ihr Haus zum Beispiel, das von 1920 ist. Und auch der Vorgarten soll aufgehübscht werden.

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