Kreistagsfraktion fordert mehr Informationen

Radikalumbau des Klinikums: UBL/Bürger-Herz warnt vor „100-Millionen-Wette“

Zu sehen sind die zwei Türme des Herz-Kreislauf-Zentrums (HKZ) in Rotenburg.
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Sollen nach Plänen der Geschäftsführung 2024/2025 nach Bad Hersfeld verlagert werden: die akutmedizinischen Abteilungen des Herz-Kreislauf-Zentrums in Rotenburg.

Ein Jahr nach der Menschenkette für den Erhalt des Herz-Kreislauf-Zentrums in Rotenburg warnt UBL/Bürger-Herz vor einer „100-Millionen-Euro-Wette“ beim Radikalumbau des Klinikums.

Hersfeld-Rotenburg – Die Gesundheitsversorgung im Landkreis dürfe nicht „am seidenen Faden eines Förderantrags“, hängen, schreibt Dr. Tobias Klingenberg in einer Pressemitteilung der neuen Kreistagsfraktion (vier Sitze).

In dem Schreiben kritisiert die Fraktion um Hans-Jürgen Schülbe und Tim Schneider, der neu in den Aufsichtsrat des Klinikums bestellt wurde, dass die HKZ-Verlagerung nach Bad Hersfeld zwar beschlossene Sache sei, wichtige Voraussetzungen dafür aber immer noch fehlten: „In den vergangenen zwölf Monaten ist kaum etwas passiert“, heißt es in dem Schreiben. Die Verantwortlichen des Klinikkonzerns würden mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag aus dem Krankenhausstrukturfonds des Bundes für den geplanten 100-Millionen-Neubau am Klinikum in Bad Hersfeld rechnen – eine konkrete Zusage liege aber immer noch nicht vor.

„Voraussetzung für Geld aus diesem Topf ist der Standort-Abbau in Rotenburg“, so die Fraktion. Dieser Zusammenhang sei erst kurz vor der Kommunalwahl im März öffentlich geworden. Für Transparenz habe nicht Dr. Michael Koch (CDU) gesorgt, bis Ende August Landrat und Vorsitzender des Klinikums-Aufsichtsrats, sondern das Hessische Sozialministerium, schreibt UBL/Bürger-Herz.

Neue Kreistagsfraktion fordert beschlossene Infoveranstaltung ein

Die Fraktion habe in Wiesbaden selbst nachgefragt, wie sie betont. Aus der Antwort gehe hervor, das Ministerium habe „die grundsätzliche Bereitschaft zur Förderung der Neustrukturierung des Klinikums Hersfeld-Rotenburg aus dem Strukturfonds II signalisiert, jedoch weder die förderfähigen Kosten im Zusammenhang mit der Neustrukturierung beziffert, noch einen Förderbetrag aus dem Strukturfonds II in Aussicht gestellt.“

UBL/Bürger-Herz fordert zudem die kürzlich im Kreistag beschlossene Informationsveranstaltung über den neuesten Stand des Klinikums ein. Von der einstimmig beschlossenen Veranstaltung speziell für Abgeordnete erhofft sich die Fraktion unter anderem Antworten auf die Fragen, wie viel Geld der Neubau am Bad Hersfelder Klinikum wirklich kosten soll und ob angesichts des aktuellen Planungsstands überhaupt, wie vorgesehen, ein „HKZ am Klinikum“ bezogen werden könne. Klinikum-Geschäftsführer Rolf Weigel hatte im Februar gesagt, der Umzug sei für den Zeitraum 2024/2025 geplant.

Positiv sei, merkt UBL/Bürger-Herz an, dass der neue Landrat Torsten Warnecke (SPD) im Interview mit unserer Zeitung gesagt habe, dass es sich bewährt habe, kardiologische Leistungen in Rotenburg vorzuhalten, dass es ihm wichtig sei, dass das „HKZ als solches Bestehen bleibt“ und er die Abstimmung mit dem Rotenburger Kreiskrankenhaus als zukunftsweisend einordnet. Die Geschäftsführung des Klinikums war am Donnerstag für eine Stellungnahme vorerst nicht zu erreichen. (Sebastian Schaffner)

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