Aus Bad Hersfeld

„Rap habe ich im Blut“: Altenpfleger Hasib Habib ist Rapper

Seit Anfang Januar in Bad Hersfeld zu Hause: Hasib Habib, Altenpfleger und Hobby-Rapper. Foto: L. Thiele

Bad Hersfeld. Altenpflege und Rap - passt das zusammen? Für Hasib Habib schon. Er lebt seit Anfang Januar in Bad Hersfeld, ist examinierter Altenpfleger und rappt in seiner Freizeit.

Für 2017 hat er sich viel vorgenommen.

Der 28-Jährige kommt gebürtig aus Essen. „Ich bin mit meiner Freundin und unseren zwei Kindern nach Bad Hersfeld gezogen, weil ich hier gute Zukunftsperspektiven für uns sehe“, sagt er. Es sei für die Kinder eine gute Stadt, weil sie familienfreundlich ist und etwas ruhiger als eine Großstadt. Zudem kommt seine Lebensgefährtin aus Bad Hersfeld.

Ab Februar Altenpfleger

Habib beginnt am 1. Februar als Altenpfleger in der K&S Seniorenresidenz. „Ich mache meinen Beruf sehr gerne“, erzählt er. Das Rappen ist ein Hobby, auf das sich der Essener mit afghanischen Wurzeln in diesem Jahr wieder konzentrieren wolle. „Während der Prüfungsphase habe ich eher weniger gerappt“, berichtet Habib. Für eine Sache hat er sich trotz Examensstress allerdings Zeit genommen: Er schrieb einen Text für die Abschlussfeier und trug diesen vor 300 Menschen in der Gertrudiskirche in Essen vor. Vor dem Auftritt war er sehr nervös, aber seine Mitschüler hatten sich gewünscht, dass er auftritt. Passend zur Veranstaltung habe er über Dozenten und Unterrichtsinhalte gerappt.

„Ich will mit meinen Texten sagen: Kopf hoch, es geht weiter.“

„Die Dozenten waren richtig überrascht und kannten diese Seite von mir gar nicht“, freut sich Habib. Ihm sei es wichtig, die Leute mit seinen Texten zum Lachen zu bringen, ihnen Hoffnung zu geben und positive Energie zu verbreiten: „Ich will mit meinen Texten sagen: Kopf hoch, es geht weiter.“ Er sieht sich - gerade auch als Familienvater - als Vorbild und möchte keinen schlechten Einfluss nehmen. „Man sollte Deutsch-Rap nicht verallgemeinern“, meint Habib, und möchte gegen die Klischees, dass es bei Rap-Liedern nur um Drogen und Kriminalität geht, ankämpfen.

Die älteren Menschen, mit denen er beruflich zu tun hat, freuen sich, wenn Habib mit ihnen scherzt und tanzt. „Sie geben mir viel positives Feedback“, sagt er. Aus seinem Alltag holt er sich Inspirationen für Texte. Manchmal schreibe er sie zu Hause, aber oft falle ihm unterwegs etwas Gutes ein. Dann speichere er die Idee im Handy ab. „Beim Rappen ist die Technik entscheidend“, erklärt Habib: Man muss zum Takt rappen können, der den Gesang leitet. Manche Musiker rappen lässig und langsam, andere eher rebellisch und schnell. Gesangsunterricht habe er bisher nicht gehabt: „Rap habe ich im Blut.“

Schon Kontakte aufgebaut

In Bad Hersfeld habe Habib bereits Kontakt mit Personen aufgebaut, die Equipment für Tonaufnahmen besitzen - das sei aber alles noch in den Anfängen. Wenn es Angebote für Auftritte geben sollte, die mit seinen Vorstellungen übereinstimmen, würde er sich freuen: „Vielleicht kann man mal etwas mit Jugendlichen machen.“

Kontakt: www.facebook.com/hasib.prinz

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