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Reaktionen aus Alheim zum Antrag auf Abwahl des Alheimer Bürgermeisters

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Von: Jenny Breiding, Carolin Eberth

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Bürgermeister Jochen Schmidt hofft, dass die Fraktionen ihren Abwahlantrag noch einmal überdenken und eine positive Zusammenarbeit anstreben. archi
Bürgermeister Jochen Schmidt hofft, dass die Fraktionen ihren Abwahlantrag noch einmal überdenken und eine positive Zusammenarbeit anstreben. archi © peter gottbehüt

Die Fraktionen von SPD, CDU und Grünen wollen in der nächsten Alheimer Gemeindevertretersitzung am 8. November einen Antrag auf Abwahl des Bürgermeisters Jochen Schmidt (parteilos) stellen.

Alheim – Gemeinsam sei man der Auffassung, dass eine weitere Amtsausübung durch Herrn Schmidt für die Gemeinde Alheim schädlich und nicht mehr tragbar sei, hieß es in der Pressemitteilung der drei Fraktionen. Als einzige der vier im Parlament vertretenen Fraktionen unterstützt die FDP den Antrag nicht (wir berichteten).

Doch wie stehen die Bürger von Alheim zu dem geplanten Antrag auf Abwahl des Bürgermeisters? Wie sind die ersten Reaktionen? Wir haben uns am Montag in der Gemeinde umgehört. Weil sie sich darum sorgen, ihre Geschäfte oder Kindergartenplätze zu gefährden, möchten jedoch einige Menschen an diesem Vormittag ihre Namen nicht preisgeben.

„Die Alheimer Bürgerinnen und Bürger haben Jochen Schmidt ja erst vor eineinhalb Jahren gewählt. Und daher glaube ich auch nicht, dass – falls es zu einer Wahl kommen wird – der Bürgermeister abgewählt wird. Ich unterstütze das Abwahlverfahren jedenfalls nicht und hoffe, dass Schmidt im Amt bleibt“, sagt ein Niederellenbacher auf Nachfrage unserer Zeitung.

Auch eine Bürgerin aus Obergude findet ein Abwahlverfahren übertrieben. „Das ist ein persönlicher Krieg, bei dem es mehr um die Person, als das Amt geht“, sagt sie. Um sein „Gesicht zu wahren“, solle Schmidt das Verfahren annehmen und sein Amt somit freiwillig abgeben.

Kurt Braun aus Niederellenbach erinnert an den Bürgerentscheid, der erst kürzlich über den Niederellenbacher See entschied (wir berichteten). „Es wird schwer, ihn abzuwählen“, sagt er. „Sie haben doch gesehen, wie es mit dem See war.“ Dennoch fehlt Braun die Eigeninitiative des Bürgermeisters. Er habe lieber andere „vorgeschickt“, als selbst Arbeit zu leisten, findet er. Auch in Oberellenbach gibt es Zweifel an der Kompetenz Schmidts. „Er macht nicht wirklich was und ich hab gehört, dass er ständig krank ist“, sagt eine Bürgerin beim Spaziergang mit ihrem Hund.

Ähnlich sieht das auch eine Baumbacher Bürgerin. „Kommunikation ist eine Grundvoraussetzung und die funktioniert nicht“, sagt sie mit der Betonung darauf, dass sie den Bürgermeister aber nicht kenne und daher nichts weiter zum Thema beitragen könne. „Dass allerdings SPD, CDU und Grüne für seine Abwahl sind, stimmt mich aber doch nachdenklich“, fügt sie hinzu.

Im Ortsteil Hergershausen gibt es Beschwerden über eine fehlende Präsenz des Alheimer Bürgermeisters. „Ich kenne ihn ja nicht, habe aber gehört, dass er andere für sich arbeiten lässt“, sagt Christa Rohde. Als Beispiel nennt sie das Fest anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Gemeinde Alheim, bei dem Jochen Schmidt „auch“ gefehlt habe.

Hella Brandau aus Niederellenbach geht sicher wählen, sobald es zu einem weiteren Bürgerentscheid kommt. Bürgermeister Jochen Schmidt hält sie für nicht kompetent genug. „Ich denke, ein Abwahlverfahren wird richtig sein. Er ist dem Amt nicht gewachsen“, sagt sie.

Auch Vanessa Wolf findet auf dem Heinebacher Edeka-Parkplatz deutliche Worte. Sie findet die Ankündigung über das Amtsenthebungsverfahren „sehr gut“ und ist entschlossen, wählen zu gehen. Im Kindergarten in Baumbach gebe es schon seit geraumer Zeit den Zustand der Notbetreuung. Personalentscheidungen seien hier nicht nachvollziehbar. Nachdem sie sich bei der Alheimer Verwaltung beschwert habe, wurde sie lediglich aufgefordert, das Vorgehen der Kita zu akzeptieren. Von Jochen Schmidt ist sie vor allem wegen der fehlenden Struktur im Kindergarten enttäuscht. „Er kümmert sich überhaupt nicht“, sagt sie.

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