Brautmodengeschäft in Lispenhausen

Regina Haller macht Bräute glücklich - und das seit 25 Jahren

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Beraterin für den entscheidenden Tag: Regina Haller betreibt seit 25 Jahren ihr Geschäft Braumoden Kistler in Lispenhausen.

Lispenhausen. Es sind durchaus intime Begegnungen, die sich seit 25 Jahren in Lispenhausen abspielen. Regina Haller verkauft in ihrem Brautmoden-Geschäft nicht einfach nur Kleider für den schönsten Tag im Leben.

Sie hört den Frauen zu, fühlt sich ein und versucht, aus ihrem Fundus von 300 Kleidern das genau passende zu finden.

Das scheint der 56-Jährigen im vergangenen Vierteljahrhundert gut gelungen zu sein. Werbung braucht sie nämlich nicht - ihr Geschäft träg sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Glückliche Bräute geben den Tipp, den passenden Traum in Weiß bei ihr zu suchen, gern weiter.

Mit 30 Kleidern ging es los 

Regina Haller ist ausgebildete Kinderfplegerin und arbeitet seit seit vielen Jahren in der Kindertagesstätte Arche Noah in Bebra. Sie liebt ihren Beruf, doch mit Leidenschaft betreibt sie auch ihr Geschäft in Lispenhausen. Nach einer Familienpause hatte sie zunächst keine Anstellung bekommen und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Mit 30 Brautkleidern fing sie in ihrem Nähstübchen in ihrem Elternhaus an, erzählt Haller. „Das hat damals aber total eingeschlagen“, sagt sie. Schon 1993 wagte sie einen Anbau und bietet nun in einer gemütlichen Atmosphäre Kleider an - von Größe 34 bis 56 ist alles dabei. Schleier, Diademe, Hüte, Taschen, Handschuhe, Unterwäsche - das alles gibt es natürlich passend.

Nur selten kommen Bräute allein in ihr Geschäft. „Meistens bringen sie ihre Mutter, die Schwester oder eine gute Freundin mit“, sagt Regina Haller. Eine Party wird aus den Beratungsstunden allerdings nicht - zu wertvoll sind Seide, Satin, Spitze und Organza, als dass man mit vollen Gläsern oder gar Häppchen in ihre Nähe darf. Ein Gläschen Sekt darf es in gebührendem Abstand schon mal sein.

Zwei bis drei Stunden dauern Beatung und Anprobe in der Regel. Erfahrung und Taktgefühl sind dabei nötig. Die Kleider wirken auf dem Bügel immer anders als am Körper. Regina Haller weiß, was zur Braut passt und empfiehlt die Anprobe auch, wenn die Frau skeptisch ist.

„Ich bin ehrlich“, sagt sie. „Wenn ich sehe, dass das von der Frau ausgewählte Kleid unvorteilhaft ist, mache ich diskret einen Alternativvorschlag. Das letzte Wort hat aber immer die Braut. Sie muss sich wohlfühlen, sie muss glücklich mit dem Kleid sein.“

In der Regel kommen die Bräute etwa ein halbes Jahr vor dem großen Tag zu Brautmoden-Kistler. Perfekt angepasst wird das Kleid von einer Schneiderin aber erst kurz vor der Hochzeit.

Aus Weiß wird Ivory 

Und wie sind die Trends? „In diesem Jahr wird viel nach Spitze gefagt. Corsagenkleider werden gewünscht mit schmalen Drapierungen“, weiß die Fachfrau. Und der Traum in Weiß wird zunehmend zum Traum in Ivory, also einem zarten Cremeton. Rüschchen und Puffärmel? Schnee von gestern. Edle Stoffe, schlichte Schnitte. Und der Preis? Nach oben ist die Skala normalerweise offen - allerdings nicht bei Regina Haller. „Bei mir kostet ein Kleid zwischen 600 und maximal 1400 Euro. Man muss auch realistisch bleiben.“

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