Auch Rettungskräfte im Landkreis erleben regelmäßig Übergriffe

Retter Ziel von Gewalt

Hersfeld-Rotenburg. An einen so brutalen Angriff auf Rotenburger Rettungsdienstmitarbeiter, wie er sich jetzt in Homberg ereignet hat, kann sich Thorsten Bloß nicht erinnern. Aber auch Sanitäter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Rotenburg würden immer mal wieder Ziel von Attacken, berichtete der Kreisgeschäftsführer. Übergriffe gebe es relativ regelmäßig.

Erst vor einigen Monaten sei ein Rettungsdienstler mit einem Messer bedroht worden. In einem anderen Fall sei ein Sanitäter körperlich angegangen und quer durch einen Raum geschleudert worden. „Wenn Probleme vorher absehbar sind, holt die Leitstelle die Polizei dazu“, sagte Bloß.

Die 60 Rettungsdienstmitarbeiter des DRK in Rotenburg würden auf solche Situationen in Schulungen vorbereitet. Einige bildeten sich auch auf eigene Initiative fort, wie sie in derlei Situationen reagieren sollten.

Dass sich die Gewaltbereitschaft gegenüber Rettungsdienstmitarbeitern gesteigert hat, könne er nicht bestätigen, sagte Bloß. „Mit der Gefahr lebt man im Rettungsdient, insbesondere dann, wenn Alkohol im Spiel ist.“ Statistiken würden darüber nicht geführt. „Es kann sein, dass es mehr geworden ist“, räumte Bloß ein.

Bereitschaft ist gestiegen

Das bestätigte Polizeipressesprecher Manfred Knoch: „Die Gewaltbereitschaft gegenüber Uniformierten – ob Polizei, Rettungsdienst oder anderen, die im Einsatz sind – ist gestiegen. Und das gerade, wenn Alkohol im Spiel ist“, sagte er. Diese Entwicklung sei auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zu beobachten. „Ein solcher Fall, bei dem Jugendliche eine Attacke auf einen Rettungswagen von außen starten, ist bei uns im Landkreis aber noch nicht passiert.“

Problematisch seien für die Besatzungen der Rettungswagen insbesondere die Fälle, bei denen sogenannte hilflose Personen beispielsweise eine Alkoholvergiftung oder sichtbare Verletzungen durch einen Sturz oder Unfall erlitten hätten. „Dann müssen wir den Rettungsdienst für den Transport hinzurufen, weil die Polizei sie in diesen medizinischen Notfällen nicht mitnehmen darf“, erklärte Knoch. Auch bei Einweisungen in eine psychiatrische Klinik nach dem hessischen Freiheitsentziehungsgesetz sei dies der Fall. „Dann begleitet die Polizei in der Regel auch den Krankenwagen bis zur Klinik, um Schutz zu bieten“, sagte Knoch. (clm/pgo)

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