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Revicon schafft Platz für neue Firmen in Röhrigshof

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Schutt, Bagger, Baustelle
Fabrikgebäude verschwinden: Die Abrissarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Kunststoffwerks Werra-Plastic (unsere Zeitung berichtete) sollen im Juli abgeschlossen sein. © Jan-Christoph Eisenberg

Rund zwei Monate lang werden auf dem Gelände des ehemaligen Kunststoffwerks Werra-Plastic in Röhrigshof noch die Abrissbagger rollen.

Röhrigshof – Voraussichtlich im Juli sollen die ehemalige Intruderhalle sowie zwei benachbarte Komplexe komplett abgetragen sein, erklärt Daniel Beitlich, Geschäftsführer des Projektentwicklers Revikon, auf Anfrage unserer Zeitung.

Das mittelhessische Unternehmen hatte das rund 60 000 Quadratmeter große, weitgehend ungenutzte Fabrikareal im Jahr 2019 erworben, um es als Gewerbepark für kleine und mittelständische Firmen zu vermarkten.

In den Hallen mit der blauen Blech-Außenhülle wurde früher Kunststoff gezogen. „Sie wurden als Spezialgebäude quasi um die Produktionsanlagen herumgebaut“, verdeutlicht Daniel Beitlich, warum eine Nachnutzung nicht möglich sei.

Nach der Abriss-Genehmigung nutze Revikon nun die derzeit guten Altmetall-Preise für den Abbruch, dessen Kosten gemessen am Grundstückswert extrem hoch seien. Nach Abschluss der Arbeiten werde zunächst eine saubere, ebene Hoffläche hergerichtet, die die Nutzung der verbliebenen Gebäude erleichtere sowie neue Ansiedlungen ermögliche, kündigt Beitlich an.

Bis ins Frühjahr 2016 wurden auf dem Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft zum K+S-Standort Hattorf Landwirtschafts-, Teich-, und Baufolien hergestellt. In Spitzenzeiten waren hier bis zu 240 Mitarbeiter beschäftigt.

Das 1969 unter dem Namen Werra-Plastic gegründete Unternehmen gehörte ab 2006 zur Firmengruppe der Rheinischen Kunststoffwerke (RKW), die November 2015 das Aus für den Standort mit damals knapp über 100 Beschäftigten verkündete. Begründet wurde die Werksschließung mit einer Konsolidierung, um die Unternehmensgruppe für weiteres profitables und globales Wachstum zu rüsten.

Aus Mitarbeiterkreisen hieß es damals allerdings, der Standort Röhrigshof sei zuvor durch interne Entscheidungen immer weiter geschwächt und entwertet worden.

Nach der Abwicklung des Betriebes war die rund sechs Hektar große, komplett eingezäunte Liegenschaft mit sieben unterschiedlich großen Lager-, Produktions-, und Verwaltungsgebäuden sowie befestigtem und beleuchtetem Freilager zunächst ungenutzt und wurde schließlich vom Projektentwickler Revikon erworben.

Das Unternehmen mit Niederlassungen in Gießen und Lahnau bei Wetzlar hat sich auf die Sanierung und Vermarktung von Industriebrachen, ungenutzten Gewerbeimmobilien und Militärgeländen spezialisiert.

Neben dem Abriss der ehemaligen Kunststoff-Produktion habe Revikon zwischenzeitlich die Sanierung des früheren Verwaltungsgebäudes in Angriff genommen, dessen Außenfassade und Dach bereits erneuert seien, berichtet Beitlich. Für die Büroflächen lägen ihm mehrere Mietanfragen vor.

Eine der ehemaligen Werra-Plastic-Hallen wird seit geraumer Zeit von der Firma API Oberflächen-Beschichtung genutzt, die laut Beitlich Bedarf an zusätzlicher Fläche hat. Zudem gebe es für das Areal des ehemaligen Kunststoffwerks weitere „aussichtsreiche Interessenten“, so der Revikon-Geschäftsführer.

(Jan-Christoph Eisenberg)

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