Ergebnisse liegen vor

Richelsdorfer trifft es hart: Arsen-Untersuchungen abgeschlossen

Auch auf dem Grundstück von Dirk Köhler wurden bei den Nachuntersuchungen Bodenproben gezogen. Teilflächen seines Grundstücks wurden in die Kategorie II - weniger stark belastet – eingeordnet. Köhler ist Sprecher der Bürgerinitiative Arsen in Richelsdorf.
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Auch auf dem Grundstück von Dirk Köhler wurden bei den Nachuntersuchungen Bodenproben gezogen. Teilflächen seines Grundstücks wurden in die Kategorie II - weniger stark belastet – eingeordnet. Köhler ist Sprecher der Bürgerinitiative Arsen in Richelsdorf.

Die Bodenuntersuchungen im Wildecker Ortsteil Richelsdorf sind nach fünf Jahren abgeschlossen. Jetzt liegen auch die Ergebnisse der letzten Nachuntersuchungen auf den privaten Grundstücken vor.

Richelsdorf – Der Betrieb der Richelsdorfer Kupferhütte, der vor über 50 Jahren eingestellt worden ist, kommen das Land Hessen und die Gemeinde Wildeck teuer zu stehen. Besonders hart trifft es aber die privaten Grundstücksbesitzer in Richelsdorf, deren Grundstücke mit Arsen belastet sind. Auf sie kommen zum Teil sehr hohe Kosten zu, obwohl sie in keiner Weise verantwortlich sind für die verseuchten Böden.

Das Fazit nach insgesamt fünf Jahren mit unzähligen Probeentnahmen, aufwendigen Analysen und Nachuntersuchungen: 18 private Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 7246 Quadratemetern fallen unter die Kategorie I – stark belastet. Diese Flächen müssen saniert werden, um Gefahren auszuschließen. Die kleinste Fläche ist 15 Quadratmeter groß, die größte 1295 Quadratmeter. Das teilt das Regierungspräsidium Kassel auf Anfrage mit.

Kosten für die Sanierung durch den Austausch des Bodens werden mit 100 Euro pro Quadratmeter angesetzt

Unter die Kategorie II – weniger stark belastet – fallen 19 Grundstücke mit Teilflächen von insgesamt 5253 Quadratemetern. Die größte Fläche misst hier 800 Quadratmeter. Hinzu kommen in Kategorie II sieben Teilflächen der Grundstücke der Kategorie I mit einer Größe 2434 Quadratmetern. In Kategorie II fällt also eine Gesamtfläche von 7687 Quadratmetern. Die Flächen der Kategorie II müssen nicht saniert werden, können es aber.

Die Kosten für die Sanierung durch den Austausch des Bodens werden mit 100 Euro pro Quadratmeter angesetzt. Wenn sich alle betroffenen Grundstückseigentümer der Kategorie I und II für einen Austausch des Bodens entscheiden, was durchaus denkbar ist, würde die Sanierung allein der privaten Grundstücke insgesamt etwa 1,5 Millionen Euro kosten.

Nach Berechnungen des Regierungspräsidiums werden die Kosten für die Betroffenen um 20 Prozent verringert durch Angebote des Landes. Das Land will unter anderem den belasteten Boden auf eigene Kosten auf der Rückstandshalde lagern. Nach dieser Berechnung sinken die Kosten um weitere 20 Prozent, wenn die Gemeinde die neue Erde bezahlt. Der Kreistag hat eine Unterstützung von 200 000 Euro zugesagt. Dann müssten die privaten Grundstücksbesitzer immer noch Kosten von insgesamt 700 000 Euro stemmen. (René Dupont)

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