Ortsdurchfahrt

Den Richelsdorfern reicht’s: 200 Menschen protestierten gegen Lkw-Lärm

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Demonstrationszug durch Richelsdorf: Die Polizei sperrte die Straße in dieser Zeit für den Verkehr. 

Ein kleines Dorf in Wildeck probt den Aufstand: Die Richelsdorfer wollen den miserablen Zustand ihrer Hauptstraße nicht weiter hinnehmen. Drei Bürgerinitiativen waren am Start.

Den Richelsdorfern reicht’s. Es muss Schluss sein mit klirrenden Gläsern im Wohnzimmerschrank, wenn ein Lkw draußen vor dem Haus über den Flickenteppich der Ortsdurchfahrt donnert. Es muss Schluss sein damit, dass Richelsdorfer ihr Schlafzimmer von der Straße weg nach hinten verlegen müssen, um überhaupt schlafen zu können. Da sind sich die Anwohner der Ortsdurchfahrt „Steinkaute“ einig.

Viele Jahre haben die Richelsdorfer das mehr oder weniger geduldig hingenommen. Damit ist jetzt Schluss. Das machten die etwa 200 Demonstranten am Mittwochnachmittag mehr als deutlich.

Die Bürgerinitiative (BI) „Ruhige Steinkaute“ wurde bei dem Protest gestern auch unterstützt von Mitgliedern der Bürgerinitiativen gegen die Windkraftpläne und zu den Arsen-Problemen, die zurzeit gerade gegründet wird. „Die drei Initiativen werden in Zukunft gemeinsam auftreten, um stärker zu sein“, betonte der Sprecher der BI Steinkaute, Hans-Joachim Hott. „Vor allem, wenn die Lkws leer sind, scheppert und klappert es unerträglich“, berichtet Hott, der selbst an der Straße wohnt. Die Erschütterungen spüren die Menschen noch in ihren Wohnungen – Tag und Nacht, berichtet er.

Der Demonstrationszug hielt an drei Stellen auf dem Bürgersteig der Ortsdurchfahrt an, um die Verkehrsteilnehmer auf die Situation der Richelsdorfer aufmerksam zu machen. 

Dass Land und Landkreis wenige Tage vor der Demonstration noch Tempo 30 für die Steinkaute angeordnet haben, beruhigte die Bürger nicht, die gestern auf die Straße gegangen waren. „Der Zustand der Steinkaute ist miserabel und unzumutbar“, brachte es Ortsvorsteher Wilfried Wetterau auf den Punkt. Bei einer Zählung im September wurden 300 Fahrzeuge pro Stunde gezählt. Wetterau forderte als ersten Schritt eine kurzfristige Sanierung der Fahrbahn. „Aber dabei soll es nicht bleiben!“, rief er den Demonstranten zu. Der Verkehr werde nach der Fertigstellung der A 44 mit einer Auffahrt bei der „Blinden Mühle“ explodieren. „Mittelfristig fordern wir eine Umgehungsstraße“, betonte Wetterau. Tempo-Beschränkungen und Durchfahrtsverbote würden sowieso nicht kontrolliert. Man könne ja auch einen Tunnel unter Richelsdorf für den Verkehr bauen. Für die A 44 seien hunderte Kilometer Tunnel gebaut worden. „Da wird doch Geld für einen kleinen Tunnel für uns da sein.“

„Wir lassen und nicht länger von den Entscheidungsträgern vertrösten“, rief Wetterau den Demonstranten zu. „Die heutige Demo ist erst der Anfang.“

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