Hessen Mobil veranstaltet Schulungen

Risiko-Parcours lässt Straßenwärter gefährliche Situationen simulieren

Hönebach. Um das Risiko zu minimieren, schult Hessen Mobil seine Mitarbeiter künftig gemeinsam mit der Unfallkasse Hessen in einem besonderen Parcours.

Mit hoher Geschwindigkeit rasen die Autos auf der Autobahn heran. Im Rückspiegel beobachtete Jens Lomp den Verkehr und sieht das Unheil kommen. Der Aufprall wenige Augenblicke später auf den Sicherungsanhänger ist viel härter als er jemals erwartet hätte. Mit 80 Stundenkilometer fuhr der näher kommende Lastwagen im Jahr 2007 auf das Fahrzeug der Autobahnmeisterei auf. Aus der routinemäßigen Mähaktion wurde eine dreistündige Sperrung der Autobahn. Pro Jahr passieren auf den hessischen Straßen 15 solcher Unfälle.

Lomp weiß, dass Straßenwärter ein gefährlicher Beruf ist.

Eine zweispurige Autobahn samt Standstreifen breitet sich in der Halle der Autobahnmeisterei Hönebach auf dem Boden aus. Die Mittelschutzplanke sieht ebenfalls echt aus, sie dient auch zum Trainingszweck.

Kolonnenführer Thorsten Gröger klettert behände über die Schutzplanke.

Unter Laborbedingungen holt Jens Lompden Reifen von der Fahrbahnmitte. Ihm kann nichts passieren, trotzdem richtet Lomp routiniert den Blick nach links zum Verkehr. Er sieht nur einen Monitor, der den typischen Autobahn-Alltag zeigt. Farbige Balken markieren, wie lange er sich auf der Fahrbahn aufhielt.

„Der Straßenverkehr, speziell auf Autobahnen, ist gefährlich“, erinnert Willi Donath, Vorsitzender des Gesamtpersonalrats von Hessen-Mobil. Fahrbahnschäden beseitigen, Markierungen erneuern und Schutzeinrichtungen reparieren - die Einsatzpalette ist groß. Nach Unfällen sichern sie. Das Grün entlang der Autobahn muss gepflegt werden, im Winter muss Salz gestreut werden. Straßenwärter sind zu jeder Jahreszeit im Einsatz und erledigen ihre Arbeit bei laufendem Verkehr.

Einschätzungsvermögen, Schnelligkeit und Konzentration können die Straßenwärter auch an anderen Stationen des Parcours testen. Etwa, ob man schnell genug aus einem Lastwagen aussteigt. Denn das ist auf dem Standstreifen der Autobahn gefährlich. Jens Lomp schafft es in weniger alsfünf Sekunden, aus dem Führerhaus des Lastwagens herauszusteigen. Der Risikoparcours soll die Straßenwärter zum Erfahrungsaustausch animieren und ihnen die sichersten Wege zeigen ihren Berufsalltag zu meistern. An einem Tag werden die jeweiligen Straßenwärter der Autobahnmeistereien Hönebach, Alsfeld und Reiskirchen geschult, am Freitag einige Auszubildende von der Aus- und Fortbildungsstätte Rotenburg.

Zunächst einmal werden die hessischen Straßenwärter der Autobahn- und anschließend die der Straßenmeistereien geschult. Etwa 1450 Mitarbeiter der 60 hessischen Straßen- und Autobahnmeistereien sollen in den nächsten fünf Jahren geschult werden.

Rubriklistenbild: © HNA/Geier

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.