Hippie-Fest Ende Juli: Burg-Herzberg-Festival für die ganze Familie

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Gut gelaunte Hippies werden Ende Juli wieder das Gelände zu Füßen der Burg Herzberg bevölkern. Unser Bild entstand beim Festival 2018.

Ende Juli strömen die Hippies wieder nach Waldhessen. Vom 25. bis zum 28. Juli findet das Burg-Herzberg-Festival statt. Etwa 12 000 Besucher aus ganz Europa werden erwartet.

Knapp 50 Bands werden an den vier Tagen alleine auf der Hauptbühne und der Freakstage zu hören sein, dazu kommen die Künstler, die auf der Mental Stage und im Höllenschuppen auftreten. HZ-Redakteurin Christine Zacharias sprach mit Geschäftsführer Gunther Lorz über das, was die Besucher erwartet.

Worauf können sich die Besucher in diesem Jahr freuen?

So wie es aussieht auf wunderbares Wetter, mal ausnahmsweise. Wir haben zum 50. Geburtstag von Woodstock Graham Nash da. Das ist natürlich ein totales Highlight. Wir haben für jüngere Leute wieder „Bukahara“ und die „Meute“. Wir haben wieder ein unterschiedliches Musikprogramm und viele Workshops. Das wird wieder ein wunderschönes Festival.

Wie seid Ihr auf schlechtes Wetter vorbereitet oder auf ganz große Hitze?

Da haben wir viel gelernt aus den vergangenen Jahren. Vor zwei Jahren war es ja ganz nass und letztes Jahr war es ganz heiß. Wir können nicht das ganze Gelände überdachen, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit dem jeweiligen Wetter umzugehen. Da haben wir schon einiges in unseren Schubladen, was wir je nach Wetterlage rausholen können. Wir haben gerade heiße Diskussionen, wie man Schatten machen kann, und was davon sinnvoll ist. Möglicherweise deutet sich da ein Ergebnis an, das zu diesem Festival noch nicht eingesetzt werden kann, aber viele Vorteile besitzt. Dann müssten wir dieses Jahr improvisieren. Aber da sind wir ganz gut drin.

Gunther Lorz ist seit 2004 Geschäftsführer des Burg-Herzberg-Festivals Unser Bild entstand bei einem Interview beim Deutschlandfunk.

Gibt es noch Karten oder ist das Festival ausverkauft?

Wir haben jetzt noch Karten da. Wir im Büro verschicken zwar keine mehr, aber über die Reservix-Vorverkaufsstellen kann man überall noch Tickets kaufen. Für den Sonntag gibt es auch Tagestickets. Da spielen zum Beispiel „Graham Nash“, die „17 Hippies“, die „Allman Betts Band“, „Embryo“ oder „The Magic Mumble Jumble“. Das ist noch mal ein ganz toller Festival-Tag.

Das Festival besteht ja jetzt schon seit über 50 Jahren. Bräuchte es mal eine Auffrischungskur oder ist es gerade das Vertraute, das den Besuchern Freude macht?

Teils, teils (lacht). Das ist natürlich ein schwer umkämpftes Thema. Wir haben die Leute, die die alten Bands hören möchten und es ist schön, dass wir Bands wie „Ufo“ oder „Jane“ dahaben. Und es gibt Leute, die eben auch Bands wie „Meute“ oder Bukahara“ ganz wichtig finden oder auch „Love Machine“ und „Maidavale“. Da haben wir junge Bands, die den Geist des Festivals gut vermitteln.

Wie hat sich das Publikum entwickelt in den vergangenen Jahren? Kommen da überwiegend langjährige Besucher oder Festival-Neulinge?

Es kommen schon einige Neue. Das Burg-Herzberg-Festival ist gerade bei Familien sehr beliebt, weil sich auch rumspricht, dass wir ein Festival sind, bei dem man mit Kindern anreisen kann, die ja auch bis einschließlich 14 nix kosten. Es gibt dann auch ein paar Wiederkehrer, die zehn, zwanzig Jahre mal auf kein Festival gegangen sind oder die als Kind mit ihren Eltern hier waren und während der Pubertät natürlich nicht mit ihren Eltern zu einem Festival fahren. Und jetzt sind sie Mitte zwanzig, vielleicht selbst schon Eltern, und entdecken das Burg-Herzberg-Festival wieder.

Im Vorfeld des Hessentags war in Bad Hersfeld das Sicherheitskonzept immer wieder ein Thema. Es hat ja auch hohe Kosten verursacht. Wie sieht’s damit beim Burg-Herzberg-Festival aus?

Wir mussten nicht umsonst die Ticket-Preise erhöhen. Das Sicherheitskonzept heutzutage verschlingt schon Geld und Zeit. Das ist bei uns ein DIN-A4-Buch mit weit über 200 Seiten. Für die Securities gibt es auch Zusammenfassungen mit den wichtigen Sachen. Wir haben auf jeden Fall ein gutes Zusammenspiel zwischen Polizei, Feuerwehr und Gemeinde.

Muss das Konzept jedes Jahr neu erstellt werden?

Der Grundstock ist natürlich jedes Jahr derselbe. Es gibt hier und da mal eine Neuerung, die muss man dann einarbeiten. Wir sind da jedes Jahr dran.

Wieviel Feuerwehr und Polizei sind auf dem Gelände?

Bei der Polizei wissen wir das ja nicht. Auf dem Gelände selbst ist selten mal Polizei. Die sind natürlich vor Ort und laufen auch mal über das Gelände und das ist auch völlig okay. Bei uns schränkt die Polizei die Kultur nicht ein.

Bei der Feuerwehr ist es auch wetterabhängig. Da gibt es unterschiedliche Szenarien, die im Sicherheitskonzept festgehalten werden, also was man bei welchem Wetter macht.

Worauf freust Du persönlich Dich am meisten in diesem Jahr?

Für mich ist es „Chris Robinson Brotherhood“ am Samstagabend auf der Mainstage. Ich kenne ihn noch als Sänger der „Black Crows“, das war in den Neunzigern eine Stadion-Band. Mittlerweile machen die Musik, die eins zu eins auf unser Festival passt. Ich freu mich auch auf „Love Machine“, die jetzt schon zum vierten Mal auf dem Festival spielen, aber zum ersten Mal auf der großen Bühne. Auf der Freakstage gibt es „Bummelkasten“. Das ist als Kinderprogramm angekündigt, ist aber echt, echt witzig – auch für Erwachsene. Das will ich auf keinen Fall verpassen. burg-herzberg-festival.de

Zur Person

Gunther Lorz (51) ist Geschäftsführer der Herzberg Festival GmbH und ist seit 1994 dabei. Erst hatte er einen Weinstand, dann war er Mitarbeiter an der Kasse, seit 2004 ist er Geschäftsführer. Privat ist Lorz Metal-Fan und spielt selbst in der Band „Hell O-Matic".

Hintergrund

Das Burg-Herzberg-Festival

Vor 51 Jahren, im Jahr 1968, organisierten die „Petards“, eine erfolgreiche Beatband aus der Region, das erste Festival auf der Burg Herzberg, ein Jahr vor dem Woodstock-Festival. Es sollte ein Forum für deutsche Pop- und Avantgardemusik sein. Bands wie „GuruGuru“, „Embryo“ oder „Can“ traten dort auf. Das Festival wuchs schnell und war schließlich nicht mehr mit dem Musikgeschäft der Petards vereinbar. Deshalb war 1972 schon wieder Schluss. 1991 ließ eine engagierte Gruppe von Musikfreunden um Kalle Becker das Festival wieder aufleben. Erneut wurde es sehr schnell größer, sodass das Gelände direkt an der Burg aus allen Nähten platzte. Deshalb zogen die Hippies  einige Jahre später  vom Burggelände auf ein weitläufiges Wiesengelände zu Füßen der Burg um. (zac)

Mehr über das Festival 2018 gibt es hier:

Die Geschichte eines Fans, der von Anfang an dabei war.

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