Alte Schätzchen

Schrauber-Serie: Das L in Robert Schrickels Opel GT A-L steht für Luxus

Mann lehnt in Tür von Oldtimer
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Robert Schrickel und sein altes Schätzchen: Im Jahr 1996 hat er seinen Opel GT gekauft. Drei Jahre hat die Restauration des Oldtimers gedauert und heute erstrahlt der Sportwagen in schickem Schwarz.

Diesmal in unserer Oldtimer-Serie: Der Opel GT A-L von Robert Schrickel aus Bebra. In der Serie kommen talentierte Schrauber aus dem Landkreis und ihre Schätze vor.

Bebra – Bequemer Sitz, der Motor schnurrt, Fenster runter und Arm raus – perfekte Bedingungen für eine Spritztour mit Robert Schrickel und seinem Opel GT.

Bei der Suche nach einer geeigneten Feierabendbeschäftigung hat der Bebraner das Schrauben und Tüfteln für sich entdeckt. Vom GT und seiner äußerlichen Erscheinung sei Schrickel schon immer begeistert gewesen. „Es hat mich in den Fingern gejuckt“, berichtet er. 1996 hat er das Auto schließlich für 5000 DM gekauft.

Anfang der 2000er begann der Hobby-Schrauber mit der Restauration des Sportwagens, die geld- und vor allem zeitintensiv war. Drei Jahre habe es insgesamt gedauert, bis der GT so aussah, wie er heute in der Garage steht. Abgesehen vom Lack, habe Schrickel nichts am Auto verändert, die meisten Teile seien original. „Alle Teile, die noch verwendbar waren, wurden ausgebessert“, sagt der Schrauber. Für Schwarz und gegen die original gelb-goldene Farbe habe er sich bewusst entschieden: „Ich will das Auto nicht mehr verkaufen und es soll so aussehen, wie es mir gefällt. Ich will Spaß am Fahren haben“, sagt er.

Mit einem Heißluftföhn und einem Spachtel habe Schrickel zunächst den gesamten Lack entfernt und anschließend das komplette Auto zerlegt: „Da wurde jede Schraube bewegt“, erzählt der 62-Jährige. Das Fachwissen über den GT habe Schrickel zum Teil aus Büchern, zum Teil von Bekannten. „Man entwickelt solch eine Energie und geht in seiner Aufgabe auf, sodass man viel schaffen kann“, beschreibt er den Arbeitsprozess.

Markenzeichen des Opel GT sind die Klappscheinwerfer in der Haube des Autos. Mit einem Hebel hinter dem Schaltknüppel lassen sie sich aufdrehen. Ebenfalls charakteristisch sind die hinteren Klappfenster.

Einen Kofferraum hat der Sportwagen nicht, lediglich eine kleine Ablagefläche unterhalb des Tanks. Dort kann man aber mit Müh und Not höchstens eine kleine Reisetasche unterbringen – mehr nicht.

Die vollständige Bezeichnung lautet Opel GT A-L, wobei das A für die Baureihe und L für Luxus steht.

Vom Opel GT gab es zwei Modelle, einmal mit 1,9 Liter Hubraum und 90 PS – so wie das Exemplar von Robert Schrickel. Es gab aber auch noch eine Version mit 1,1-Litern und 60 PS, dieses Modell sei aber ein „Flop“ gewesen, wie es der Bebraner beschreibt. Bereits 1970 wurde die Produktion dieses Typs eingestellt.

Nach dem aktuellen Wertgutachten, für das der Zustand des Autos bewertet und wichtige Daten, wie zum Beispiel der Einbau neuer Teile festgehalten werden, ist der GT 26 000 Euro wert. Mit seinem Opel besucht Schrickel hin und wieder Oldtimer-Treffen in der Region, in einem Verein ist er aber nicht.

Angemeldet ist der Opel, viele Ausfahrten macht der Auto-Liebhaber jedoch nicht, denn: Schrickel besitzt neben dem GT noch einen VW-Käfer-Cabrio 1303 aus dem Jahr 1979 sowie einen Audi 80 Coupé quattro aus dem Jahr 1996.

Nun ist Robert Schrickel in Altersteilzeit und hat noch mehr Zeit für seine Leidenschaft. Es gibt nur ein Problem: „Für ein viertes Auto ist kein Platz“, meint er schmunzelnd. (Laura Hellwig)

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