Nach mehrjähriger Baupause wird weiter saniert

Rockensüßer Kirche: Turm ist nun Baustelle

Rockensüß. Der Rockensüßer Kirchturm ist schon seit geraumer Zeit eingerüstet, jetzt starten die Sanierungsarbeiten. Rund 150.000 Euro werden investiert, bis zum Spätsommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Kosten tragen die Landeskirche und der Kirchenkreis Rotenburg.

Die Schieferplatten, die das Dach abdecken, sind porös und müssen ausgetauscht werden. Weil besonders in nord-westlicher Richtung das Dach jahrelang undicht und zudem von Holzwürmern befallen war, ist der Dachstuhl zerstört und muss komplett erneuert werden. Die Turmkrone soll außerdem eine Dachrinne bekommen, berichtete Architekt Hans-Karl Pippert aus Sontra, der die Kirchensanierung schon seit einigen Jahren betreut.

Ausbessern zu teuer

Seitens der Denkmalpflege wurde, so erklärte der Architekt, auch darüber nachgedacht, die Holzbalken zu reparieren und weitgehend in ihrem Bestand zu erhalten. Doch das wäre unverhältnismäßig teuer geworden.

Das Gotteshaus, das 1842/43 nach einem Brand wieder neu gebaut worden war, war 1999 wegen Baufälligkeit geschlossen worden. Erst nach einer umfangreichen Sanierung wurde es Weihnachten 2006 wiedereröffnet. Der Turm konnte damals nicht in Angriff genommen werden, weil die Finanzierung nicht geklärt war, berichtet Pfarrerin Gundula Eckert.

Der Kirchturm besteht aus einer Holzkonstruktion in einer zweischaligen Mauer. Steine dieser Mauer müssen ausgetauscht oder ausgezwickelt werden. Auszwickeln heißt, dass kleine Steine oder Steinsplitter in Bruchsteinmauern eingearbeitet werden müssen, um diese zu stabilisieren. Problematisch ist vor allem roter Sandstein, der porös geworden ist und zerbröselt.

Auch der Holzsockel am Fuße des Turms muss gesundgeschnitten werden, wie der Architekt erläutert. Er wird also so bearbeitet, dass die Statik auch weiterhin gewährleistet bleibt. Die Dauer der Arbeiten hängt auch vom Wetter ab, das die Trocknungszeiten des Mörtels beeinflusst. So werden die Glocken in Rockensüß noch den Sommer über schweigen müssen. Der bislang noch genehmigte Stundenschlag einer Glocke wird während der Bauarbeiten voraussichtlich ebenfalls abgestellt.

Von Silke Schäfer-Marg

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