Kandidatenporträt vor der Wahl am 26. September

Der Erfahrene: Roland Urstadt aus Raboldshausen will Bürgermeister in Neuenstein werden

Das Bild zeigt Bürgermeisterkandidat Roland Urstadt (CDU) auf seinem Balkon. Hinter ihm sieht man den Eisenberg.
+
Markante Punkte der Gemeinde hat Bürgermeisterkandidat Roland Urstadt (CDU) von seinem Balkon aus fest im Blick: Hinter ihm sieht man den Eisenberg, auf der anderen Seite kann man Schloss Neuenstein sehen.

In Neuenstein wird am 26. September ein neuer Bürgermeister gewählt. Als parteiloser Kandidat tritt Roland Sauer an, für die CDU Roland Urstadt. Ihn stellen wir heute vor.

Raboldshausen – Engagement für seine Heimat – das ist für Roland Urstadt seit seiner Jugend ein Thema. Seit 24 Jahren ist der heute 44-Jährige kommunalpolitisch aktiv – damals wurde er in den Ortsbeirat von Raboldshausen gewählt. Politisch interessiert war er schon vorher. „Wir waren eine kleine Gruppe aus Neuenstein, die schon während der Schulzeit am Obersberg in die junge Union eingetreten ist“, erinnert sich Urstadt. Die meisten Mitglieder dieser Gruppe sind heute noch in der Kommunalpolitik für Neuenstein aktiv.

Nach dem Ortsbeirat wurde Roland Urstadt ins Gemeindeparlament gewählt, seit 2015 ist er als Erster Beigeordneter der Stellvertreter von Bürgermeister Walter Glänzer. Für ihn war das eine gute Gelegenheit, die Aufgaben eines Bürgermeisters kennenzulernen und Einblicke zu bekommen. Er übernimmt auch offizielle Termine, besucht Jahreshauptversammlungen, die nun nach langer Coronapause wieder stattfinden, und übermittelt bei runden Geburtstagen und Jubiläen die Glückwünsche der Gemeinde.

Die Erwartungshaltung an die Präsenz des Bürgermeisters in Neuenstein ist hoch, hat Urstadt festgestellt. Aus zahlreichen Gesprächen mit anderen Kommunalpolitikern weiß er, dass das nicht überall so ist. Er sieht aber auch die Vorteile: „Da kommt man mit den Leuten ins Gespräch, erfährt, was sie beschäftigt, sowohl in ihrem Umfeld als auch persönlich.“

Ist Roland Urstadt ein kontaktfreudiger Mensch? „Da würde ich sagen: gesundes Mittelmaß“, meint er und lacht.

Als Bürgermeister möchte er die Gemeinde weiter entwickeln. Dass er dabei ein gut bestelltes Haus übernehmen würde, ist ihm als Kommunalpolitiker bewusst. „Vieles ist schon im Werden und im Fluss“, stellt er fest. Die Dorferneuerung (Ikek – Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept), zum Beispiel. Nach zahlreichen Vorgesprächen, Ortsrundgängen und Ideensammlungen hat jetzt die Arbeit in den Facharbeitskreisen begonnen, in denen dann konkrete Vorschläge erarbeitet werden. Ein Projekt, die Sanierung der Alten Schule in Raboldshausen, läuft bereits, berichtet Urstadt.

Auch für ein weiteres großes Projekt, die Zusammenlegung der Feuerwehren aus dem mittleren Geistal an einen Standort, wurden bereits die ersten Weichen gestellt und das Bauleitplanungsverfahren in die Wege geleitet. Das neue Feuerwehrhaus in Obergeis sollte klimaneutral werden, wünscht sich Urstadt. Dieses Ziel sieht er auch für die anderen Immobilien der Gemeinde, angefangen mit dem Verwaltungsgebäude.

Mit Nachdruck will Roland Urstadt sich zudem um das Thema Hochwasserschutz kümmern. Vor allem das untere Geistal, wo die Geis durch die Dörfer fließt, sieht er gefährdet. Die Pläne, gemeinsam mit der Stadt Bad Hersfeld einen Schutzwall und damit ein Rückhaltebecken bei Gittersdorf zu bauen, will er deshalb unbedingt wieder aufgreifen.

Als weiteres großes Thema sieht Roland Urstadt die Kinderbetreuung. Der Zuschussantrag für einen Neu- und Erweitererungsbau in Untergeis sei leider abgelehnt worden, bedauert Urstadt. Bedarf für Betreuung sei aber da, und ohne Zuschüsse könne die Gemeinde so ein Projekt nicht stemmen. Außerdem sei es schwierig, Personal für die Kitas zu finden, umreißt Urstadt die Probleme, die auf einen neuen Bürgermeister warten.

Nicht ganz einfach ist zudem, so erklärt er, die Situation auf Schloss Neuenstein. Dort nehme GLS das Tagungsgeschäft zwar wieder auf, aber nicht in dem Umfang wie vor der Coronapandemie. „Deshalb sind wir froh, dass der Naturpark Knüll dort als fester Mieter einzieht“, sagt Urstadt. Neu sortieren müsse sich zudem das Serviceteam. Die Mitarbeiter hätten sich fast alle während der pandemiebedingten Schließung beruflich neu orientiert.

Engagiert in Politik und Vereinen

Roland Urstadt ist Neuensteiner durch und durch. Der 44-Jährige ist in Raboldshausen aufgewachsen und lebt dort immer noch, inzwischen im eigenen Haus gemeinsam mit Lebensgefährtin Yasmine Hopp.

Nach dem Abitur an der Modellschule Obersberg machte er eine Ausbildung bei der Sparkasse. Dort war er zunächst in der Kundenberatung tätig, nutzte dann aber die Chance zur Weiterbildung zum Sparkassenfachwirt und ist jetzt im Bereich Wertpapier-Compliance beschäftigt. Dabei geht es um die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und die dafür notwendigen organisatorischen Vorkehrungen im Geschäft mit Wertpapieren.

Ehrenamtlich war Roland Urstadt viele Jahre lang als Kassierer des TSV Raboldshausen tätig und hat diese Funktion jetzt auch bei der neu gegründeten SG Neuenstein inne. Außerdem ist er Mitglied im Vorstand des Bürgervereins Schloss Neuenstein.

Vor allem in sein kommunalpolitisches Engagement investiert Roland Urstadt viel Zeit und Energie: Gemeindevorstand, Gemeindevertretung, Fraktion, Ausschüsse und dann auch der Kreistag, in dem Roland Urstadt seit 18 Jahren Mitglied ist – als Nachrücker für den damaligen Landrat Karl-Ernst Schmidt, übrigens. „Ich will keine Kopie von Walter Glänzer sein“, macht Roland Urstadt deutlich. Auch wenn es zunächst gilt, viele angefangene Projekte weiterzuführen, will er seinen eigenen Weg finden.

Unterstützt wird er dabei von seiner Partnerin, mit der er nicht nur die berufliche Orientierung teilt – sie ist ebenfalls bei der Sparkasse –, sondern auch gerne E-Bike fährt oder Urlaub auf einem Weingut in der Pfalz macht. (Christine Zacharias)

Aufeinander treffen die beiden Kandidaten beim HZ-Wahlforum am 15. September.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.