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Roland Urstadt ist seit 100 Tagen Bürgermeister in Neuenstein

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Von: Christine Zacharias

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Auch als erfahrener Kommunalpolitiker erlebt Roland Urstadt bei seiner neuen Aufgabe als Bürgermeister von Neuenstein immer wieder Überraschendes.
Auch als erfahrener Kommunalpolitiker erlebt Roland Urstadt bei seiner neuen Aufgabe als Bürgermeister von Neuenstein immer wieder Überraschendes. © Christine Zacharias

Roland Urstadt (CDU) ist seit 100 Tagen Bürgermeister von Neuenstein. Jeder Tag im Amt bringt neue Überraschungen, hat er dabei schon festgestellt.

Neuenstein – Mit den Aufgaben des Bürgermeisters war Roland Urstadt (CDU) eigentlich ganz gut vertraut, als er im Januar das Amt antrat. Schließlich war er viele Jahre als ehrenamtlicher Erster Beigeordneter Stellvertreter des Bürgermeisters. Jetzt ist er 100 Tage im Amt und musste feststellen, dass man doch immer mit Überraschungen rechnen muss. „Es gibt nichts, was es nicht gibt. Man erlebt die kuriosesten Sachen“, sagt er schmunzelnd, ohne ins Detail zu gehen.

Von seinem Vorgänger Walter Glänzer hat Urstadt gleich eine ganze Reihe von Großprojekten „geerbt“, die in unterschiedlichen Stadien der Planung beziehungsweise Fertigstellung sind. Problemlos läuft, so freut er sich, der Anbau an das Feuerwehrhaus in Raboldshausen. „Da liegen wir gut im Plan“, erzählt Urstadt.

Überraschungen, die möglicherweise den finanziellen Rahmen sprengen werden, gab es dagegen bei einer anderen Baustelle in Urstadts Heimatdorf. Beim Umbau der Alten Schule am Kirchplatz, einem denkmalgeschützten Fachwerkbau, seien Probleme aufgetaucht, die vorher so nicht erkennbar gewesen seien, sagt Urstadt. „Aber wir wollen das jetzt ordentlich machen“, betont er.

Vor unliebsamen Überraschungen durch Hochwasser wollen sich sowohl die Stadt Bad Hersfeld als auch die Gemeinde Neuenstein schützen und arbeiten deshalb mit Nachdruck an einem gemeinsamen Konzept. Dabei gehe es nicht nur um das Rückhaltebecken bei Gittersdorf, das bereits seit vielen Jahren Thema sei, sondern auch um weitere Flächen am Oberlauf der Geis bei Saasen und Obergeis und eventuell in Mühlbach. So solle das Wasser bei einem Starkregen schon frühzeitig gebremst werden. Man sei zudem im Gespräch mit einer Firma, die ein elektronisches Warnsystem entwickelt habe, das zum Beispiel Pegelstände direkt an die Feuerwehr übermitteln könne.

Der Hochwasserschutz sei auch ein Thema bei der kürzlich beschlossenen Planung für eine von der Firma GLS benötigte Stellfläche im Geistal gewesen, erläuterte Urstadt. Die Fläche sei nur genehmigt worden, weil die Gemeinde eine zusätzliche Ausgleichsfläche für Überschwemmungen schaffen will.

Als schwierig erlebte der neue Bürgermeister das Thema Kindertagesstätten in der Pandemie. Jede Entscheidung, die seitens der Gemeinde getroffen werde, löse Kritik bei den Eltern aus und mache lange Rechtfertigungen und Erklärungen notwendig. Als ärgerlich empfindet Urstadt, dass es von Seiten des Landes keine klaren Regelungen, sondern nur Empfehlungen gebe, dass also jede Kommune für sich entscheiden müsse.

Für den Erweiterungsbau einer Kinderkrippe in Untergeis geht die Planung jedoch voran. Ein Zuschuss von bis zu 600 000 Euro sei zugesagt, nächste Woche finde ein erstes Gespräch mit Architektin und Kindergartenleitung statt.

In Planung hat die Gemeinde zudem ein weiteres Großprojekt: die Erneuerung der Ortsdurchfahrt von Raboldshausen, gemeinsam mit Hessen Mobil. Bei dieser Gelegenheit sollen auch die Wasserleitungen erneuert werden. Der Kanal sei noch in Ordnung, sagt Urstadt. Beginnen soll das Projekt in Raboldshausen im Sommer, wenn der Straßenbau in Salzberg abgeschlossen ist.

Weitere Fragen, die Urstadt beschäftigen, sind der Breitbandausbau und der Erhalt der Arztpraxis. (Christine Zacharias)

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