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Ronshäuser debattieren über Antrag zum Ferienpark

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Von: Thomas Klemm

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Um die Wohnlegalisierung im Feriendorf (rechts im Bild) des Ronshäuser Ortsteils Machtlos gab es eine Diskussion während der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Um die Wohnlegalisierung im Feriendorf (rechts im Bild) des Ronshäuser Ortsteils Machtlos gab es eine Diskussion während der jüngsten Gemeinderatssitzung. © Achim Meyer

Das dauerhafte Wohnen im Feriendorf Ronshausen-Machtlos ist auf dem Weg in die Legalisierung. Die Ronshäuser Gemeindevertreter wollen den „gordischen Knoten“ nach jahrelanger Diskussion endlich durchschlagen.

Ronshausen – Deshalb diskutierten sie in der jüngsten Parlamentssitzung über ein von der SPD-Fraktion eingebrachtes Antragspapier. Der Parlamentsvorsitzende Werner Zilch (SPD) stellte den umfangreichen Antrag, der letztendlich mit Stimmenmehrheit angenommen wurde, höchstpersönlich vor.

Der Bebauungsplan zum Ferienpark solle geändert werden, um „neben der weiterhin primären touristischen Nutzung (...) auch ein dauerhaftes Wohnen in Häusern des Ferienparks zu ermöglichen beziehungsweise zu legalisieren, heißt es in dem Antrag. Im Vorfeld der Planänderung solle der Gemeindevorstand zu einer Gesprächsrunde zwischen den Mitgliedern der Gemeindeorgane und den Vertretern der divergierenden Interessen- und Nutzergruppen des Ferienparks einladen. Insbesondere sind dabei der Ortsbeirat Machtlos und die Vermieter angesprochen. Außerdem solle der Gemeindevorstand mit der finalen Klärung aller noch offenen Fragen und Aspekte beauftragt werden, bevor man den Bebauungsplan formell ändern werde.

Werner Zilch Parlamentsvorsitzender
Werner Zilch Parlamentsvorsitzender © Ziermann, Christopher

Als „viel zu umfassend und für den Gemeindevorstand so nicht leistbar“ schätzte der Vorsitzende der WGR-Fraktion, Reinhard Brandau, den SPD-Antrag ein. „Der ist zu komplex, mit zu vielen Konjunktiven versehen. Klar, klar, klar, statt könnte, hätte, sollte“, sei besser. Deshalb gab es von dieser Seite eine Justierung, die zwar in der Sache mit dem SPD-Ansinnen korrespondierte, aber im Detail eine andere Herangehensweise forderte. Die Hauseigentümer im Ferienpark sollten nach WGR-Meinung befragt werden, „um eine demokratische Mehrheit für solche Veränderungen zu ermitteln“. Außerdem sollte man im 2023er Haushalt 8000 bis 10 000 Euro einstellen, um ein „angepasstes und schlüssiges Nutzungskonzept“ zu finanzieren, welches gegebenenfalls als Uni-Projekt angelegt werden könnte. Und neben dem Ortsbeirat müssten auch die Bewohner des Ortsteils Machtlos an den „ergebnisoffenen Überlegungen“ beteiligt werden. „Auch wir haben ein Interesse an einer Aufwertung des Feriendorfes“, betonte Brandau.

Die Bedenken seiner Fraktion hinsichtlich der Legalisierung des Dauerwohnens im Ferienpark äußerte hingegen der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Markus Hempel. Beim Dauerwohnen seien eine Postadresse, breitere Zuwegungen und anderes mehr nötig. Damit würde der Ferienpark seinen Charakter verlieren und eher zu einem Wohngebiet werden. „Ganz klipp und klar – mit der vorhandenen Struktur geht das nicht“, schlug dessen Fraktionskollege Volker Kniriem in die gleiche Kerbe. Bisher sei es ein „privilegiertes Wohnen im Außenbereich“, gab auch der FDP-Vertreter im Ronshäuser Parlament, Thomas Wenderoth, zu bedenken. „Ich erinnere mich an den Bebauungsplan Gelbacker. Da ging nichts.“

Dem Änderungsantrag der WGR-Fraktion mochten während der Parlamentssitzung jedoch nur drei Gemeindevertreter folgen. Er wurde mit Mehrheit abgelehnt. Dem SPD-Papier konnten hingegen neun Abgeordnete etwas Gutes abgewinnen, drei Abgeordnete stimmten mit Nein.

Damit ist der Gemeindevorstand in die Pflicht genommen, in Sachen Wohnlegalisierung tätig zu werden. „Der Machtloser Ortsvorsteher und ich als Bürgermeister werden uns abstimmen, um zeitnah einen Termin für ein Treffen zu finden“, erklärte das Ronshäuser Ortsoberhaupt Markus Becker. „Zu einem Gespräch einladen muss der Ortsbeirat“, stellte Becker klar.

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