Ronshäuser Kultur- und Karneval-Verein zeigt das turbulente Lustspiel „Kurzschlüsse“

Ronshäuser Kultur- und Karneval-Verein zeigt Lustspiel „Kurzschlüsse“

Im Ronshäuser Weihnachtstheaterstück „Kurzschlüsse“ geht es hart zur Sache: Beate Nudelbaum (Sandra Tobi) stellt ihren „Ex“ Charly (Oliver Schaffartzik) und dessen neue Flamme Hildegard (Andrea Rohrbach) zur Rede, als Staubsaugervertreter Bodo Mückenmacher (Steffen Hildebrandt) von Charly ein zweites blaues Auge verpasst bekommen hat und alle Viere von sich streckt. Foto: Apel

Ronshausen. Ein Kurzschluss nach dem anderen, aber am Ende findet Adelheid Nudelbaum zurück zum untreuen Gemahl Rudi, Kosmetikberaterin Hildegard hält sich an Rocker Charly schadlos, Tochter Beate liegt in den Armen von Staubsaugervertreter Bodo Mückenmacher, und Erbtante Jaqueline, die Auslöserin fast aller Verwicklungen ist, wird abgeführt.

So gesehen hätte man das vom Ronshäuser Kultur- und Karneval-Verein zum Weihnachtsfest auf die Bühne gebrachte Stück „Kurzschlüsse“ auch mit „Viel Lärm um nichts“ überschreiben können. Aber das hätte sehr viel weniger appetitanregend zusammengefasst, wie schön sich ein Katastrophenszenario aufbaut, wie ein glückliches Ende in weiter Ferne zu liegen scheint und wie auf wundersame Art und Weise dann doch alles wieder gut wird.

Cholerischer Hausherr

Zu diesem Weihnachtswunder gleich zweimal beigetragen hat am zweiten Feiertag im nachmittags wie abends bestens besuchten Haus des Gastes vor allem der cholerisch veranlagte Hausherr Rudi (Volker Banz). Erst liegt er mit Hildegard (Andrea Rohrbach), der Kosmetikberaterin von Ehefrau Adelheid (Karin Blümer) im Bett, dann will er Hildegard loswerden, weil „Adilein“ jeden Moment aus Frankreich von der Beerdigung des Onkels zurückkommen kann, und dann geht es nur noch drunter und drüber.

Grund dafür ist die 1,5 Millionen Euro schwere, kinderlose Erbtante Jaqueline (Doris Kersch), die der Welt ihr Geld auf möglichst gemeinnützige Art und Weise hinterlassen will. Um vom Geldsegen das meiste abzubekommen, verwandeln Adelheid und Rudi ihr Haus in eine nach außen hin unterstützungswürdige „Irrenanstalt“.

Von nichts wissen

Da Viele von Vielem nichts wissen dürfen und immer wieder Andere unter Bettdecken oder in Schränken verschwinden müssen, sind „Kurzschlüsse“ gefragt. Insbesondere, als Tochter Beate (Sandra Tobi) als adoptiertes Waisenkind herhalten soll, unvorhergesehenerweise aber mit ihrem aufdringlich und ordinär auftretenden Bekannten Charly (Oliver Schaffartzick) auf den Plan tritt, und als Rudi, der sich der Tante als „Irrer“ präsentiert hat, seinen Freund Dieter (Karl Knierim) als Anstaltsleiter ins Spiel bringt.

Ein Tohuwabohu allererster Güte, das noch durch die Anwesenheit des unvermutet aufgetauchten, Rocker Charly „ins Auge“ fallenden Staubsaugervertreters Bodo (Steffen Hildebrandt) gesteigert wird, der sich nach dem zweiten blauen Auge nicht mehr anders zu helfen weiß, als den Ortspolizisten (Harald Lamprecht) um Hilfe zu bitten.

Der die Fäden zieht

Das Stück lebt von Rudis Improvisationsvermögen. Er ist derjenige, der die Fäden zieht und der sich dabei immer wieder neu verheddert. Fast schon eine Paraderolle für Volker Banz, der insbesondere in der Situation glänzt, in der es nicht mehr weiter zu gehen scheint. Sowohl herzzerreißend als auch komisch bittet er sein gehörntes „Sahneschnittchen“, zu ihm zurückzukommen, und mit ihr zusammen erlebt er schließlich, wie der Traum vom großen Geld zerplatzt, als die vermeintliche Erbtante als Psychopathin entlarvt und von zwei Wärtern (Felix Bank und Patrick Blümer) abgeholt wird.

Dankbarer Applaus für ereignisreiche Theaterstunden, die mit der Erkenntnis enden, dass Geld den Charakter verdirbt.

Von Wilfried Apel

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