Wichtige Hilfe

Ronshäuser spenden besonders viel Blut der seltenen Gruppe 0 negativ

Köchinnen mit Herz: Angelika Schuster (von links), Waltraud Miska, Silke Grasso, Ursel Lippert, Anette Tann, Ilona Arnes und Sabrina Blume vom Team des DRK-Ronshausen sorgen für die gute Verpflegung bei der Blutspende. Das Archivbild stammt von 2012, als es Bockwürste und Kartoffelsalat gab. Am Mittwoch tischten sie den Spendern Beefsteaks mit Zwiebeln und Soße auf. Archivfoto: Meyer

Ronshausen. Die akute Versorgungslücke mit Blutspenden in Nordhessen ist erst einmal geschlossen. Insbesondere die Ronshäuser haben dazu beigetragen, den Bestand an Konserven mit der wichtigen Blutgruppe 0 Rhesus negativ aufzustocken.

Zufrieden äußert sich Dr. Walid Sireis, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Kassel, über die große Bereitschaft der Blutspender in Nordhessen. Durch den Aufruf in unserer Zeitung sei der vorrübergehende Notstand bei der Blutgruppe 0 Rhesus negativ schnell behoben worden.

Ganz gezielt hätten sich viele Spender mit der wichtigen Blutgruppe gemeldet. Als Beleg dafür nennt er Zahlen vom Blutspendetermin in Ronshausen. Dort sei 153 Spendern Blut entnommen worden, berichtet Sireis. 23 davon hatten die Blutgruppe 0 Rhesus negativ. Das entspricht einer Quote von 17 Prozent. Normalerweise liegt der Wert bei etwa sieben Prozent.

„Außergewöhnlich gut“ nannte Dr. Sireis diese Daten. „Für so einen kleinen Ort ist das schon toll.“ Durch den Aufruf seien offenbar einige Spender geweckt worden. Bis gestern Nachmittag sei der Bestand an Konserven der Gruppe 0 Rhesus negativ auf 50 aufgefüllt worden, „mehr als nötig“, sagte Dr. Sireis.

Sehr zufrieden ist auch die Vorsitzende der DRK-Ortsgruppe Ronshausen, Elke Willich: „Das war wirklich sehr gut, wie viele Spender am Mittwoch gekommen sind“, sagt sie gegenüber unserer Zeitung. Etwa die Hälfte der Spender sei nicht aus Ronshausen, sondern aus anderen Orten gekommen.

Das ist aber nicht ungewöhnlich. Es hat sich rumgesprochen, dass es bei den Blutspendeterminen im Haus des Gastes gutes Essen gibt. „Am Mittwoch waren wir ziemlich leer gegessen“, sagt Elke Willich. Es gab Beefsteaks mit Zwiebeln und Soße.

Bemerkenswert gut sei auch die Zahl der Spender im DRK-Transfusionsinstitut in Kassel. Am Mittwoch und Donnerstag hatte fast die Hälfte der 74 Spender die Blutgruppe 0 Rhesus negativ.

Trotz der guten Resonanz dürfe man jetzt nicht nachlassen. „Natürlich hoffen wir auf weitere Spender“, sagte Dr. Sireis. Gerade ein stabiler Bestand an 0-Rhesus-negativ-Konserven sei wichtig. Diese Blutgruppe ist so wertvoll, weil sie sich mit jeder anderen Blutgruppe vertrage und universell einsetzbar sei. 0 Rhesus negativ bezeichnet Sireis als „Rettungsanker“, den alle Patienten bekommen, deren Blutgruppe zunächst unbekannt ist.

Wenn sich Blutungen nicht schnell stoppen lassen, werden bei schwer Verletzten bis zu acht Liter verbraucht, bis die Blutgruppe ermittelt ist. Erst dann würden Patienten mit Konserven ihrer Blutgruppe versorgt. Zum Einsatz kommen 0-Rhesus-negativ-Konserven auch bei Frühgeborenen und Stammzellentransplantationen. (clm/mcj)

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