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Erste Helfer am Unfallort: Sanitäter-Lehrgang für Machtloser Feuerwehrleute

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Von: Susanne Kanngieser

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Die ausgebildeten Feuerwehr-Sanitäter freuen sich auf ihre neue Aufgabe: Volker Leimbach, Udo Berle, Dietmar Kropp, Hans-Christian Otto, Patrick Thomas, Florian Kurth, Philipp Bettenhausen, Andreas Hohmann, Dennis Schade und Tatjana Knoth absolvierten den Sanitäter-Lehrgang in Machtlos. Wehrführer Michael Killmer (vierter von links) und Christian Roppel bestanden die Ausbildung an der hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel.
Die ausgebildeten Feuerwehr-Sanitäter freuen sich auf ihre neue Aufgabe: Volker Leimbach, Udo Berle, Dietmar Kropp, Hans-Christian Otto, Patrick Thomas, Florian Kurth, Philipp Bettenhausen, Andreas Hohmann, Dennis Schade und Tatjana Knoth absolvierten den Sanitäter-Lehrgang in Machtlos. Wehrführer Michael Killmer (vierter von links) und Christian Roppel bestanden die Ausbildung an der hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel. © Feuerwehr Machtlos

Mit Notfall-Rucksack ausgerüstet sollen Machtloser Feuerwehrleute Unfallopfer versorgen, bis die Rettungsdienste eingetroffen sind.

Machtlos – Weit über 80 Stunden büffelten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Machtlos für ihre Ausbildung zum Voraushelfer an einem Unfallort. Es ist die erste Einheit, die auf Initiative einer Feuerwehr entstanden ist, und die jetzt als ausgebildete Ersthelfer vor Ort lebensrettende Maßnahmen in die Wege leiten, bis die parallel alarmierten Rettungsdienste eintreffen.

Die Idee entstand, als die Zufahrtsstraße nach Machtlos im Herbst 2019 wegen Sanierungsarbeiten komplett gesperrt war. Rettungsdienste konnten das Dorf nur in einer Umleitung und über Waldwege erreichen. „Während dieser Zeit ist die Feuerwehr Machtlos parallel zum Rettungsdienst alarmiert worden. Dank eines Erste-Hilfe-Kurses haben sie schnell Maßnahmen ergriffen“, erzählte Wehrführer Michael Killmer am Samstag während einer kleinen Feierstunde im Feuerwehrgerätehaus in Machtlos.

Einen Schritt weiter gehen

Das habe viele Brandschützer dazu motiviert, einen Schritt weiterzugehen und einen Sanitäter-Lehrgang in Machtlos zu absolvieren, der zusätzlich zu der Ausbildung an der Landesfeuerwehrschule angeboten wurde. „Wenn es – natürlich glücklicherweise – nicht so viele Einsätze gibt, dann können auf der anderen Seite eventuell Motivation und Ehrgeiz für das Feuerwehrwesen sinken“, gab der Wehrführer zu Bedenken. Man brauchte dringend ein neues Betätigungs- und Aufgabenfeld. Mit den Voraushelfern, First Respondern oder auch Helfer vor Ort genannt, sei jetzt in Machtlos ein Baustein geschaffen worden, der gut in die Brandschutz-Tätigkeit, zum Beispiel bei Türöffnungen oder Verkehrsunfällen, zu integrieren sei.

Defibrillator noch auf der Wunschliste

Mit den Vorbereitungen wurde bereits im Jahr 2020 begonnen. Aber die Corona-Pandemie brachte so einige Hürden mit sich. Inzwischen seien alle Voraussetzungen geschaffen worden, 12 Helferinnen und Helfer nehmen nun am Voraushelfer-System teil. Sie verfügen über die notwendige Ausrüstung mit Notfall-Rucksack im Wert von je 350 Euro, Sauerstofftasche sowie entsprechender Kleidung. „Wünschenswert wäre jetzt noch ein Defibrillator“, nahmen die Ehrengäste den Wunsch des Wehrführers zur Kenntnis und versprachen andeutungsweise Unterstützung.

Killmer betonte, dass es sich beim Voraushelfer-System nicht um einen Ersatz der rettungsdienstlichen Leistungen handelt. Die Helferinnen und Helfer sollen das Intervall bis zum Eintreffen der Rettungsdienste verkürzen. „Es ist eine Ergänzung zu den Hilfen, die aus Hönebach und Bebra kommen und für uns zuständig sind“, ergänzte er. Alarmiert werden die Voraushelfer über Funkmelder und Smartphones.

Der Wehrführer dankte allen finanziellen wie ideellen Unterstützern wie den Familien der Brandschützer, dem Bürgermeister der Gemeinde Ronshausen, Markus Becker, Gemeindebrandinspektor David Ehmer, Thorsten Bloß vom Amt für Gefahrenabwehr des Landkreises, Kreisbrandinspektor Marco Kauffunger, dem ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes des Landkreises, Dr. Bardo Kürten, Ausbildungsleiter Lasse Ellenberger vom DRK-Kreisverband Rotenburg sowie allen großzügigen Spendern.

Voraushelfer auch in anderen Gemeinden

Weitere Voraushelfer-Systeme sind seit 2005 im Bereich der Gemeinde Ludwigsau, beim DRK-Ortsverein Niederthalhausen, seit 2010 beim DRK-Ortsverein Mansbach sowie seit 2013 beim DRK-Ortsverband Schenklengsfeld etabliert. In der Schenklengsfelder Gruppe nehmen auch Feuerwehrangehörige teil.

(Susanne Kanngieser)

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