Fulda-Gerstungen

Ronshausens Bürgermeister Becker zur ICE-Trasse: „Wir kämpfen um jeden Zentimeter“

Die Deutsche Bahn hat die möglichen Verläufe der Neubaustrecke Fulda-Gerstungen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg weiter reduziert. Übrig bleiben vier jeweils ein Kilometer breite Trassenkorridore. Unsere Grafik gibt einen Überblick des Projektstandes - mit einem Klick auf die Pfeile oben rechts wird sie komplett angezeigt.
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Die Deutsche Bahn hat die möglichen Verläufe der Neubaustrecke Fulda-Gerstungen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg weiter reduziert. Übrig bleiben vier jeweils ein Kilometer breite Trassenkorridore. Unsere Grafik gibt einen Überblick des Projektstandes - mit einem Klick auf die Pfeile oben rechts wird sie komplett angezeigt.

Die neue ICE-Trasse wird auf jeden Fall durch Ronshausen führen – egal, wo der Halt entsteht und wo die Strecke Richtung Osten nach Ronshausen ausfädelt.

Ronshausen – Bürgermeister Markus Becker (CDU) hat in der Gemeindevertretung am Donnerstag erklärt, wie Ronshausen von der Trasse Fulda-Gerstungen betroffen sein könnte. Die Hoffnung darauf, dass die Gleise doch nicht unmittelbar neben dem Ort entlangführen, hat er noch nicht aufgegeben.

„Wir versuchen, den Korridor jeden möglichen Zentimeter Richtung Seulingswald zu schieben.“ Einem Tunnelbau dort hatte die Bahn beim jüngsten Beteiligungsforum eigentlich eine Absage erteilt. Der Bürgermeister hat das Unternehmen für den 25. November nach Ronshausen eingeladen, der Gemeindevertretervorsitzende Werner Zilch (SPD) wird an diesem Tag zu einer Bürgerversammlung einladen. Einen Tunnelbau durch den Seulingswald beziffert die Bahn auch wegen der dortigen Salzvorkommen auf mindestens eine Milliarde Euro. „Warum wäre der Tunnel so teuer? Das muss die Bahn uns erklären“, sagt Becker. Und wenn es doch um geringere Beträge gehe, habe man eine wesentlich bessere Argumentationsgrundlage dafür, dass die Gleise eben nicht direkt am Dorf entlangführen müssen. „Das Optimalste wäre, wenn es auf der Höhe von Ronshausen einen Tunnel gibt, von dem wir nur Lüftungsschächte sehen.“

Keine Stornierungen im Baugebiet

Seitdem klar ist, dass die neue ICE-Trasse durch Ronshausen führt, hat es keine Stornierungen im Neubaugebiet gegeben. Das stellte Bürgermeister Markus Becker (SPD) klar. Die SPD hatte den aktuellen Stand für die 24 Bauplätze erfragt. 13 sind laut Becker verkauft, bei weiteren acht werden die Vertragsverhandlungen mit Interessenten und Planern vorbereitet, für die übrigen drei gibt es telefonische Voranfragen. „Der Bauboom hält weiter an. Seit der Ausweisung des Neubaugebiets gab es auch an anderen Stellen im Ort Neubauten“, so Becker.

Die SPD hatte den Bürgermeister schon im Vorfeld der Sitzung für die aus ihrer Sicht dürftige Informationsweitergabe an Politik und Bürger kritisiert. Becker betonte einmal mehr, dass alle Informationen im Internet unter fulda-gerstungen.de öffentlich seien. Trotzdem kam am Donnerstag dann auch noch von Reinhard Brandau, dem Fraktionsvorsitzenden der Wählergemeinschaft Ronshausen (WGR), scharfe Kritik, die sich aber ebenso an die SPD richtete. „Wir sind enttäuscht über die dilettantische und populistische Öffentlichkeitsarbeit des Bürgermeisters und der SPD“, sagte Brandau.

Ronshausen sei geschichtlich immer eng mit der Bahn verknüpft gewesen. Die WGR stehe den verbleibenden Varianten der Trasse Fulda-Gerstungen positiv gegenüber, trotz der Auswirkungen auf die Gemeinde. Die Bahn sei ein erfahrener Planer und Bauherr, meinte Brandau, selbst Bahndirektor in Rente. Für Verunsicherung in der Bevölkerung, die Becker und die SPD geschürt hätten, gebe es keinen Grund. Brandau stellte vielmehr in Aussicht, dass die Gemeinde von der Strecke auch profitieren werde – wie etwa beim Gleisneubau in den 90er-Jahren, nach dem einige Wege geteert waren, die es vorher so nicht gab. (Christopher Ziermann)

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