Gen-Analyse

Bestätigt: Wolf riss Schafe bei Ronshausen

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Ein Gentest liefert den Beweis: Gutachter Dr. Wolfgang Fröhlich nahm die Probe gleich vor Ort.

Die drei im Juni bei Ronshausen getöteten Schafe wurden von einem Wolf gerissen. Das hat das zuständige Landesamt anhand der Ergebnisse eines Gentests bestätigt.

Rund 700 Meter vom Ortsrand entfernt war ein Lamm durch einen Kehlbiss getötet worden, von zwei Mutterschafen wurden nur noch die Gerippe gefunden. Weil dadurch von einer gefressenen Fleischmenge von mindestens 120 Kilo ausgegangen werden muss, vermutet der Besitzer, Nebenerwerbslandwirt Frank Rohrbach, bis heute, dass dort ein ganzes Rudel zugange war.

Wolfsexpertin Susanne Jokisch vom HLNUG geht hingegen davon aus, dass es ein einzelner Wolf war. „Derzeit gibt es keine belastbaren Indizien dafür, dass sich ein Wolfspaar in Hessen gefunden hat und ein Territorium besetzt hat“, sagt Jokisch. Ortsfest niederlassen könnten sich auch Einzeltiere. Davon spreche man gemäß Vorgaben des Bundes aber erst, wenn es über mindestens sechs Monate genetische Nachweise gebe. Die Typisierung des Wolfs von Ronshausen läuft derzeit – mit den Ergebnissen kann man dann sagen, ob das Tier schon einmal anderswo erfasst wurde.

Auf die Frage, wie bei einem einzelnen Wolf die große Menge an gefressenem Fleisch zu erklären ist, antwortet Jokisch, dass sich an Kadavern auch sogenannte Nachnutzer bedienten. „Das heißt: Hier waren sicherlich auch andere Tiere zum Aasfressen. Zum Beispiel Füchse, Marder oder auch Wildschweine.“ Zumindest eines der Muttertiere und das Lamm hatten vermutlich drei Tage lang tot auf der Weide gelegen, bevor sie entdeckt wurden. Beim zweiten Muttertier widersprachen sich der Tierhalter und der vom Land beauftragte Gutachter bei der Frage, wie frisch der Riss war – wir berichteten.

„Mittlerweile sitzt jeden Abend in der späten Dämmerung jemand eine Stunde lang bei den Schafen und passt auf. Wenn wir das nicht machen würden, wäre bestimmt noch mal was passiert“, sagt Rohrbach.

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