25 Jahre  Kultur- und Carnevalverein 

Prunksitzung in Ronshausen: Feuerwerk für Ohr und Auge

Wieder hübsch anzusehen: Das Männerballett.

Ronshausen. Gott Jokus muss mit Wohlgefallen auf Ronshausen herabgeschaut haben. Das, was seine Jünger vom Kultur- und Carnevalverein (KCV) am Samstagabend auf die Beine stellten, war einfach nur sensationell.

Eigentlich auch kein Wunder, denn die Jubiläumskampagne 2015/16 steht unter dem Motto: „25 Jahre KCV - darauf ein dreifach donnerndes Ronshausen helau!“, und irgendwie merkte man es allen Aktiven an, mit wie viel Herz sie bei der Sache waren und wie sie - vom kessen KCV-Küken bis zum immer noch quicklebendigen, längst ergrauten Elferratsmitglied - dem jeden Höhepunkt genießenden Publikum einfach nur Freude bereiten wollten.

Erste im Bunde waren die KCV Küken und die KCV-Kids. Verzückten die einen mit einem Gardetanz à la Pippi Langstrumpf, überzeugten die anderen mit pfiffigen roten Kopftüchern mit modernen Showtänzen. Noch mehr fürs Auge bot das Mädchenballett, das sich topaktuell mit „Ich wünsch Dir noch ein geiles Leben“ in Szene setzte und den souverän agierenden Sitzungspräsidenten Eddy Weiler zu der Anmerkung verleitete: „Junge, Junge, haben die Feuer in den Beinen!“

Ein geschliffen vortragendes Mundwerk hatte der aus seiner „Gehirngespinstordination“ berichtende Psychologe Michael Nuhn. Mit knallroter Nase rieb er sich an dysfunktionalen Gefühlswallungen des „Null-Grad-Thermometers“ seiner männlichen Patienten („Je größer die Show, desto kleiner der Aal!“) und an den Affären der Politiker. Die „Unglaublichen“ (Steffen Hildebrandt, Katja Sauer und Sandra Tobi) glossierten das Dorfgeschehen, und das „Verrückte Paar“ (Eddy und Margret Weiler) schwankte derb und deutlich zwischen weiblicher Sex- und männlicher Trunksucht.

Eingerahmt von mitreißenden Tänzen des Hof- und des KCV-Balletts begeisterten die samt Hofstaat aus dem Vogelsbergkreis angereisten, überaus feschen Flensunger Tanzmücken. Mit ihrem „Schifoan“-Medley versprühten sie „Pure Lust am Leben“. Ähnliches galt für die „Landeier“, die unter Palmwedeln mit hängenden Busen und eingeschlafenen Beinen kämpften, und die frisch verstärkten, glänzend aufgelegten, heimatstolzen „Bänkelsänger“. Unter der Leitung ihres gestrengen „Kapellmeisters“ Frank Schäfer und des „Karnevalsseniors“ Ernst Kapitz versprühten sie Erinnerungen an die letzten 25 Jahre. Highlights servierten auch die Damen des KCV-Hofballetts und die smarten, von ihren weiblichen Fans bejubelten „Dekorativen Raumfüller“.

Beifallsstürme ernteten schließlich die Disco-Crew des alle Register und Hosen ziehenden Ilja Richter (Sascha Schumann) und die rot-weiß-kariert, kraftvoll unter dem Maibaum tanzenden „Eleven“ des KCV-Männerballetts. Ihr Alpenrebellen-Knaller „Rock mi“ setzte dem KCV-Karneval die Krone auf und leitete weit nach Mitternacht über ins große, die Bürgerhaus-Bühne zum Platzen bringende Finale.

Von Wilfried Apel

Ronshäuser Narren außer Rand und Band

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