Krippenweg-Macher organisieren nicht mehr

Krippenweg ins Ronshausen droht das Aus - Gemeinde kauft keine Ausstellungsstücke

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Ronshausen als Krippendorf: Das hatten Eugen Balduf (rechts) und Edeltraut Kötter (Mitte) mit ihrem Ronshäuser Krippenweg in den vergangenen neun Jahren zu einer festen und äußerst beliebten Einrichtung gemacht. Doch für das aus Altersgründen aufhörende Paar findet sich kein Nachfolger – der Krippenweg steht vor dem Aus. Unser Foto stammt aus dem Jahr 2015 und zeigt die beiden Krippenweg-Organisatoren mit Bürgermeister Markus Becker (links) mit einer der Großstationen an der Linde. Foto: Peter Gottbehüt

Die Gemeinde Ronshausen wird keine Großkrippen ankaufen, die bislang beim Krippenweg gezeigt wurden. Es gibt keinen, der die Organisation übernimmt.

Wenn in diesem Jahr die Weihnachtszeit naht, wird vermutlich etwas anders sein, in Ronshausen. Wo in den vergangenen neun Jahren als sichtbares Zeichen des kirchlichen Festes allüberall im Ort Großstationen mit der Heiligen Familie aufgestellt worden sind und sich ganz Ronshausen mit dem Titel Krippendorf schmücken durfte, könnte diesmal Leere herrschen. Denn die Macher des Krippenweges – Eugen Balduf und seine Frau Edeltraut Kötter – haben die Organisation aus Altersgründen abgegeben und ein Nachfolger, der die Gemeinde-Attraktion weiterführen könnte, hat sich bislang noch nicht finden lassen.

Das dürfte auch der Grund dafür gewesen sein, dass Ronshausens Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung am Donnerstagabend im Haus des Gastes ein ganz klares Votum gegen den Ankauf der Krippen abgegeben haben. Eugen Balduf hatte seine liebevoll gefertigten Großstationen der Gemeinde zum Kauf angeboten – in der Hoffnung, dass diese die Fortführung seiner Arbeit organisiert bekommt. Auch der Heimat- und Verkehrsverein hatte zuvor signalisiert, das Vorhaben mit einem Zuschuss von 500 Euro zu unterstützen. Doch diesen Plan lehnten die Gemeindevertreter mit 13 zu Null Stimmen einstimmig ab.

„Eine Gemeindeverwaltung kann mit kommunalem Geld nicht Leute beschäftigen, die sich um die intensive Betreuung des Krippenweges kümmern“, sagte Bürgermeister Markus Becker im Nachgang zur Sitzung. Auch er wirkte traurig, als er dem Parlament bei der Vorlage des Antrags nochmals die Bedeutung des Krippenweges für Ronshausen, seine mediale Wirkung als Aushängeschild für den Tourismus in Ronshausen deutlich machte.

Viel Lob gab es für die geleistete Arbeit von Balduf und Kötter, die etwas „Beeindruckendes auf die Beine gestellt haben“, wie Becker es formulierte. 4000 Besucher seien im vergangenen Jahr wegen des Krippenweges nach Ronshausen gekommen – 1000 Besucher wurden persönlich von Kötter und Balduf durchs Dorf und die Ausstellung geführt. „Das macht deutlich, was die beiden für Ronshausen und unseren Tourismus Positives getan haben“, sagte Becker und beschrieb die großen Fußstapfen, die Balduf und Kötter nun hinterlassen haben.

Angesichts dessen sprachlos zeigten sich sämtliche im Parlament vertretenen Fraktionen: Die Abstimmung ganz ohne weitere Wortbeiträge machte deutlich, dass auch vielen Gemeindevertretern angesichts des drohenden Dilemmas möglicherweise einfach die Worte fehlen.

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