Fahrer verließ sich offenbar trotz Warnschild auf Navi

Lieferwagen fuhr sich in Machtlos fest: Öl tropfte lange in Wasserschutzgebiet

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Mitte Dezember strandete dieser Lieferwagen im Machtloser Trinkwasserschutzgebiet: Er fuhr sich an einem Stein fest und riss sich die Ölwanne auf. Bis gestern stand das Fahrzeug noch dort. 

Aufregung im Ronshäuser Ortsteil Machtlos: Seit 15. Dezember stand ein Lieferwagen eines Amazon-Subunternehmers im Trinkwasserschutzgebiet. 

Besonders problematisch: die Ölwanne des Fahrzeugs war aufgerissen und Öl tropfte in den Boden. Erst nach Recherchen unserer Zeitung ist der Transporter gestern entfernt worden.

„Spaziergänger erzählten mir, dass sich ein Transporter auf dem Gehweg festgefahren hat“, berichtet Ortsvorsteher Udo Berle. „Wahrscheinlich wollte der Transporter zum Ferienpark und hatte nur sein Navigationsgerät im Blick“, vermutet Berle. Dabei weist ein Schild im Dorf extra darauf hin, auf dem Weg zum Ferienpark das Navi zu ignorieren. So geriet der Lieferwagen auf den Gehweg zum Park, auf dem zwei große Steine liegen, um Fahrzeuge am Durchfahren zu hindern – so auch den Transporter.

Wer in Machtlos nicht nur auf den Bildschirm seines Navigationsgeräts schaut, sondern auch auf die Straßenschilder, nimmt den richtigen Weg.

Ortsvorsteher Berle gab der Polizei und der Gemeinde Ronshausen Bescheid. Sie wandte sich an das Amt für Wasser- und Bodenschutz des Landkreises, das dem Eigentümer eine Frist bis zum 20. Januar gesetzt hatte, um das Fahrzeug abholen zu lassen. „Sie haben versucht, den Transporter abzuschleppen, doch er war mit den normalen Geräten nicht zu bergen“, sagt Berle. Die gesonderte Beseitigung sei dem Subunternehmen dann wohl zu teuer gewesen, vermutet er.

Udo Berle, Ortsvorsteher von Machtlos, zeigt auf den Stein, auf dem der Transporter hängengeblieben ist.

Markus Becker, Bürgermeister der Gemeinde Ronshausen, forderte unterdessen, dass das Amt für Wasser- und Bodenschutz in Vorleistung gehen sollte, um den Transporter zu beseitigen, da der Verursacher auf Anfragen keine Reaktion gezeigt habe. „Erst als ich bei Amazon angerufen habe, hat sich etwas bewegt und es gab einen Abschleppversuch“, sagt Becker. „Ich mache mir Sorgen um die Bürger, immerhin tropft das Öl seit über sechs Wochen in die Trinkwasserschutzzone“, so Becker. Das sei eine Katastrophe.

Das Amt schätzt den Schaden hingegen nicht als groß ein. „Wir erwarten, dass das Öl den Boden nur kleinräumig verunreinigt hat und sich der Schaden nicht ausbreitet“, teilte das Amt am Donnerstag auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Um den Schaden zu beseitigen, müsse der Boden ausgetauscht werden. Dafür sieht das Amt den Eigentümer des Transporters in der Pflicht: Die Sanierung hat das Amt unter Begleitung eines Gutachters angeordnet.

Amazon-Pressesprecher Stephan Eichenseher erfuhr erst auf Nachfrage unserer Zeitung von dem festgefahrenen Transporter. „Wir haben uns mit dem Subunternehmer in Verbindung gesetzt. Er wird sich jetzt darum kümmern“, sagt Eichenseher. Auch die Kostenübernahme sei kein Problem, da der Subunternehmer gegen solche Fälle versichert sei. Außerdem müssten sich Amazon-Kunden keine Sorgen machen, dass ihre Pakete noch in dem Transporter sein könnten. „Wenn das der Fall wäre, hätten wir schon längst davon erfahren“, sagt er.

Beim Amazon-Subunternehmen hieß es auf Nachfrage, dass der Fall erst am vergangenen Mittwoch im Unternehmen bekannt geworden sei. „Wir gehen der Sache nach und haben Mitarbeiter beauftragt, dafür zu sorgen, dass der Transporter wegkommt“, sagt Unternehmens-Sprecherin Yasemin Arsal. Das ist nun geschehen.

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