Vor der Bürgermeisterwahl

Markus Becker will Ronshausen weiter voranbringen

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Will weitermachen: Bürgermeister Markus Becker mit seiner Frau Bianca und den beiden Söhnen Leon und Lenny im heimischen Vorgarten an der Schillerstraße.

Ronshausen. Er will Bürgermeister seiner Gemeinde bleiben: Als einziger Kandidat stellt sich Markus Becker am 24. September in Ronshausen wieder zur Wahl.

Als Betriebswirt und Projektmanager war er 2011 bei der Wahl angetreten und hatte gesagt: „So einen braucht die Gemeinde“. Damals hatte er versprochen, Ronshausens Finanzen neu zu ordnen – mit dem Schuldenmachen sollte Schluss sein. Dieses Ziel bereits in seiner ersten Amtszeit als Bürgermeister erreicht zu haben – darauf ist Markus Becker stolz. „Wir haben 2017 erstmals seit 22 Jahren wieder einen ausgeglichenen Haushalt“, erklärt der Ronshäuser Verwaltungschef.

Seine Anfangsjahre waren politisch keine einfache Zeit: 2013 schloss die Gemeinde den Schutzschirmvertrag mit dem Land Hessen ab. Um die Voraussetzungen hierfür zu erfüllen, standen schwere Verhandlungen und unangenehme Entscheidungen in der Gemeinde auf dem Programm: Die Grundsteuer musste fast verdoppelt, die Gewerbesteuer erhöht und die Wassergebühren angehoben werden.

Gemeinsam gut überlegt

„Ziel dahinter war aber immer, hierdurch die beliebte Infrastruktur wie den Badepark und das Haus des Gastes erhalten zu können“, sagt Becker. Durch konsequente Haushaltskonsolidierung sei dies erreicht worden, „weil wir gemeinsam gut überlegt haben, wofür wir unser Geld ausgeben“.

In dieser Gemeinsamkeit liegt auch Beckers besonderes Verdienst: Durch enge Abstimmung mit allen Fraktionen gelang es, das bis dato schwierige politische Klima zu entspannen. Nur so konnten die wichtigsten Beschlüsse im Parlament mit großen Mehrheiten gemeinsam gefasst werden. Und das, obwohl Becker als CDU-Mann bis zur Kommunalwahl 2016 rechnerisch im Gemeindeparlament keine politische Mehrheit hinter sich hatte.

„Als Bürgermeister ist es mir wichtig, dass die Sache im Vordergrund steht und nicht die Partei“, sagt der 42-Jährige. Mit diesem Credo tritt er auch zur Wiederwahl an. Seine Parteizugehörigkeit hat er auch diesmalauf seinem Wahl-Flyer bewusst weggelassen. „Ich streite sie ja nicht ab, stelle sie aber hinter den Job als Bürgermeister“, sagt er. Sein frisch gedrucktes Werbeprospekt will Becker in den kommenden zwei Wochen persönlich an den Haustüren verteilen.

Ein geduldiger Mensch und ruhender Pol – als solchen hatte ihn seine Frau Bianca vor seinem Amtsantritt beschrieben – ist er geblieben. „Für seine Gelassenheit bewundere ich ihn – er reagiert immer wohlüberlegt, geschimpft wird dann höchstens mal Zuhause“, sagt Bianca Becker. Daran hätten auch die vielen Herausforderungen als Bürgermeister noch nichts geändert. „So richtig ärgere ich mich eigentlich nur, wenn ich bewusst angelogen werde“, sagt Markus Becker. Aber das sei glücklicherweise nicht allzu häufig der Fall. Und man sehe sich ja bekanntlich immer zweimal im Leben.

Als wichtigste Ziele hat sich Becker vorgenommen, dass die Gemeinde mit drei ausgeglichenen Haushalten in Folge aus dem Schutzschirm aussteigen kann, der den Ronshäusern dann über 3,3 Millionen Euro an Schuldenerlass gebracht hat.

Bauplätze für Neubürger

Damit die Gemeinde weiter wächst, will er einen Bebauungsplan, den es bereits seit den 70er-Jahren gibt, nun umsetzen: Das Baugebiet zwischen den Straßen Am Geldacker und der Goethe- und Schillerstraße soll hierfür erschlossen werden. Über 20 neue Bauplätze sollen dort für Ronshäuser Neubürger entstehen.

Probleme gibt es bei der Suche nach Pächtern für den Kiosk im Badepark und die Kegelbahn im Haus des Gastes, und auch ein Nachfolger für die Hausarztpraxis fehlt noch. „Hierfür Menschen zu finden, ist leider nicht so einfach“, erklärt Becker. Auf die Fahne geschrieben hat er sich die intensivere Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen bei „ZuBRA 2030 Plus“. Zudem will Becker mit der Teilnahme am Programm Hessenkasse dafür sorgen, dass der Gemeinde weitere Schulden in Millionenhöhe abgenommen werden.

Zur Person 

Markus Becker, 42, wurde in Delmenhorst geboren, weil sein Vater dort als Luftwaffen-Offizier bei der Bundeswehr stationiert war, wuchs aber in Hönebach auf. Nach dem Abitur in Rotenburg 1994 und dem Grundwehrdienst studierte er Betriebswirtschaftslehre in Göttingen. Noch während des Studiums zog er 2000 mit seiner Frau Bianca nach Ronshausen und wurde Filialleiter einer Computerfirma und mehrerer kleinerer Sport- und Bekleidungsgeschäfte in der Region. Ab 2005 war er Projektmanager einer Bad Hersfelder Firma für Warenwirtschaftssysteme im Handel. 2005 begann auch seine politische Laufbahn mit dem Eintritt in die CDU, für die er 2006 ins Ronshäuser Gemeindeparlament gewählt wurde und seit 2012 auch dem Kreistag angehört. Seit 2012 ist Markus Becker in Ronshausen Bürgermeister. Mit seiner Frau Bianca ist er seit zwölf Jahren verheiratet, Sohn Leon ist neun, Sohn Lenny fünf Jahre alt.

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