Überbleibsel des Weihnachtsversandhandels

Der Schandfleck ist noch da: Öl-Lache am Ferienpark Machtlos sorgt weiter für Ärger

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Stein des Anstoßes: Udo Berle, Ortsvorsteher in Machtlos, vor der Öl-Lache am Ronshäuser Ferienpark, den ein Amazon-Subunternehmer mit seinem Lieferwagen dort Mitte Dezember hinterlassen hat. Er war auf den Stein aufgefahren und hatte sich die Ölwanne aufgerissen. An der kontaminierten Unfallstelle, die sich in einem Trinkwasserschutzgebiet befindet, hat sich immer noch nichts getan. Sie wurde zum Schutz vor weiteren Verunreinigungen lediglich mit einer Plastikplane abgedeckt und von der Gemeinde abgesperrt.

Schier fassungslos ist der Machtloser Ortsvorsteher Udo Berle angesichts der immer noch nicht beseitigten Umweltverschmutzung im Wasserschutzgebiet seines Dorfes.

Mitte Dezember hatte sich dort zur Hochzeit des Weihnachtsversandhandels ein Lieferwagen eines Amazon-Subunternehmens festgefahren – unsere Zeitung berichtete. Der Transporter war auf seiner Irrfahrt zum Machtloser Ferienpark vom Navigationsgerät fehlgeleitet auf einem großen Steinbrocken hängen geblieben und hatte sich die Ölwanne aufgerissen.

„Zwar ist das Fahrzeug inzwischen weggeholt worden – allein das hat fast sieben Wochen gedauert, in denen das Öl ungehindert in die Trinkwasserschutzzone getropft ist“, sagt Berle. Richtig verärgert ist er allerdings, dass sich seit dem Fahrzeug-Abtransport Ende Januar nun schon wieder über einen Monat lang nichts getan habe.

Festgefahren und stehen gelassen: Dieser Lieferwagen war in Machtlos unweit des Ferienparks gestrandet. Von Mitte Dezember bis Ende Januar dauerte es, bis er endlich abtransportiert wurde. 

Lediglich die Gemeinde Ronshausen habe auf sein Betreiben hin reagiert und die Schadensstelle umgehend mit einer großen Plane abdecken lassen, damit bei starken Regenfällen nicht noch größere Flächen verunreinigt würden oder das Motoröl noch tiefer im Boden versickere und weitere gefährliche Verunreinigungen entstünden. „Die Plane liegt seitdem unberührt dort und nichts tut sich“, beklagt der Ortsvorsteher, der sich wegen des möglichen Öleintrags ins Grundwasser auch Sorgen um die Gesundheit der Machtloser macht.

Seines Wissens habe die Fachabteilung für Wasser- und Bodenschutz im Landratsamt die verursachende Transportfirma bereits mehrfach nachdrücklich aufgefordert, sich umgehend um die Bodenverunreinigung zu kümmern und diese gutachterlich untersuchen zu lassen.

„Wir haben der Firma bereits am 18. Dezember und 22. Januar schriftliche Anordnungen zukommen lassen“, berichtet Grit Riesner vom Sachgebiet Wasser- und Bodenschutz beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Am 20. Februar sei unter erneuter Androhung von Zwangsgeld als Strafe bei Nichterfüllung der Auflagen ein weiteres Schreiben aus dem Landratsamt an die Firma übermittelt worden. „Darauf hat sich die Firma erstmals bei uns gemeldet und es ist Bewegung in die Sache gekommen“, berichtet Grit Riesner. Die Firma habe den Fall ihrer Versicherung gemeldet. „Daraufhin habe ich, obwohl dies – wir sind schließlich nur Aufsichtsbehörde – gar nicht unsere Aufgabe ist, bei der Versicherung direkt nochmals nachgehakt“, sagt Riesner. Diese habe den Fall offensichtlich wie einen normalen Verkehrsunfall behandelt und sei ohne weiteren Anstoß nicht tätig geworden. Nachdem Riesner der Versicherung aber die noch notwendigen Daten mitgeteilt habe, sei nun endlich ein Gutachter bestellt worden. „Dieser muss nun entscheiden, ob und wie viel gebaggert werden muss – sein Gutachten wird uns als Aufsichtsbehörde vorgelegt und dann zeigt sich, wie es weitergeht“, erklärt Riesner.

Auch ein Sprecher der Transportfirma bestätigte indes, dass sich um den Schaden gekümmert werde. „Von uns ist das schon vor längerer Zeit an die Versicherung weitergeleitet worden und diese ist beauftragt, das zu regulieren“, erklärte er auf Anfrage unserer Zeitung.

Ortsvorsteher Udo Berle unterdessen ist enttäuscht, wie lange ein solcher Vorfall sich hinzieht. „Alle reden vom Umweltschutz und wenn so etwas passiert, dauert es ewig, bis überhaupt reagiert wird – und das immer auch erst dann, wenn man sich persönlich richtig dahinterklemmt“, sagt der 46-Jährige.

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