400 Meter neugebaut

Radweg 15 zwischen Ronshausen und Wildeck wird verbessert

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Hinter der Leitplanke soll der Radweg entlangführen: Markus Becker (links), Bürgermeister von Ronshausen, und Alexander Wirth, Bürgermeister von Wildeck, an der Strecke.

Ronshausen/Hönebach. Der Radweg 15 zwischen Ronshausen und Hönebach soll zukünftig nicht mehr über die Landstraße führen, sondern auf fast 400 Metern neu gebaut werden.

Das haben die Kommunen infolge einer Machbarkeitsstudie beschlossen. „Der Radweg ist bereits seit vielen Jahren Thema und soll künftig zwischen Bahnlinie und Landstraße verlaufen“, sagt Ronshausens Bügermeister Markus Becker (CDU). Die Machbarkeitsstudie habe die Gemeinden etwa 5000 Euro gekostet und wurde vom Leader-Projekt unterstützt (siehe Informationen am Ende des Artikels). „Die Studie hat gezeigt, dass es sich besser eignet, den Radweg von Ronshausen kommend rechts entlang der Straße zu bauen“, berichtet Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth (parteilos). Das Ingenieurbüro Müller aus Grünberg hat die Studie erstellt und mit Zeichnungen und aktuellen Fotos den Plan für die zukünftige Streckenführung erstellt.

Mehr Sicherheit für Radler 

„Wir möchten die Gefährdung der Radfahrer minimieren, schließlich ist die Landstraße stark befahren“, erklärt Wirth. Deshalb wird der Radweg künftig nach der Unterführung der Bahngleise etwa 400 Meter an der Landstraße entlangführen. Ganz vermeiden könne man den Kontakt zwischen Radfahrern und Landstraße aber nicht: Sie werden nach den 400 Metern die Straße überqueren müssen und können dann auf der anderen Straßenseite weiterfahren. Für diesen Bereich wünschen sich die beiden Bürgermeister eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Autofahrer - das müsse allerdings Hessen Mobil entscheiden.

„Die Eigentumsverhältnisse für den neuen Abschnitt mussten erst geklärt werden“, teilt Becker mit. Es habe Absprachen mit der Deutschen Bahn und Hessen Mobil gegeben, denn es herrschten vorgeschriebene Mindestabstände zur Leitplanke und zur Bahnstrecke. „Einerseits muss man die Radfahrer vor dem Straßenverkehr und dem Bahnverkehr schützen, andererseits braucht die Deutsche Bahn auch Zugriff auf die Gleisanlagen“, so Wirth.

Karten bleiben gleich 

Da der Radweg direkt an der Straße entlangführen werde, sei es ein Vorteil, dass die Radkarten nicht verändert werden müssen. Zudem sei die Landstraße an der Stelle, wo die Radfahrer in Zukunft hinüber müssen, gut einsehbar. „Aus touristischer Sicht ist der neue Radweg natürlich auch positiv“, fügt Becker hinzu. Die Kosten für den Bau des Radweg-Abschnittes betragen rund 150 000 Euro. Die beiden Gemeinden tragen 25 Prozent der Kosten, der Rest wird über das Leader-Projekt finanziert. „Die Haushalte müssen verabschiedet und genehmigt werden, erst dann können wir das Geld für die Arbeiten verwenden“, sagt Becker. Außerdem müsse man mehrere Genehmigungen beantragen, weshalb die Bauarbeiten vermutlich frühestens Anfang 2018 beginnen könnten.

ADFC: „Der Neubau ist ein Teilerfolg“ 

„Grundsätzlich ist es immer gut, wenn sich für den Radverkehr etwas tut“, sagt Wolfgang Fehling vom Vorstand des ADFC-Kreisverbandes Hersfeld-Rotenburg/Schwalm-Eder. Bereits vor zehn Jahren sei die Stelle des R15 zwischen Ronshausen und Weiterode vom ADFC als gefählich eingestuft worden. „Das ist immerhin eine entscheidende Verbindung zwischen Fuldatal und Werratal“, berichtet Fehling. Wenn für diese Stelle eine Lösung gefunden werde, sei der ADFC natürlich glücklich. Da die Radfahrer in Zukunft aber die Landstraße queren müssen, wünscht sich Fehling eine Geschwindigkeitsbegrenzung und Hinweisschilder für Autofahrer, dass Fahrräder kreuzen. Der Neubau des Radweges sei ein Teilerfolg, doch der Wirtschaftsweg, der nach der gefährlichen Stelle an der Landstraße als Radweg dient, sei in einem schlechten Zustand: „Dort ist es oft schlammig, der Weg hat Schlaglöcher und ist nicht gut befestigt“, kritisiert Fehling. Der Neubau des Radweges sei aber lobenswert, da Kommunen oft finanzschwach seien und der ADFC sich deshalb darüber freue, dass Mittel für den Radweg zur Verfügung gestellt werden.

Leader: Förderung der EU

Das Leader-Programm der EU soll die Entwicklung ländlicher Gemeinschaften fördern. Seit 1991 hilft das Projekt Regionen dabei, ihr Potential besser zu nutzen. Begleitet wird Leader von Lokalen Aktionsgruppen (LAGs). Eine Leader-Förderung erhalten Projekte nur dann, wenn der Ort, an dem sie umgesetzt werden, in einer Leader-Region liegt. Wer eine Projektidee mit Leader umsetzen möchte, sollte sich an das Regionalmanagement der Region wenden. Dort werden Fragen zu Fördervoraussetzungen beantwortet. www.netzwerk-laendlicher-raum.de

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