SoS-Projekt

Ronshausen macht Angebot der Drogenhilfe Nordhessen zur festen Einrichtung

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Die Tür steht allen offen: Im Haus des Gastes bietet Sozialarbeiterin Diana Voigt-Hohoff montags und mittwochs von 13 bis 18 Uhr und dienstags nach Vereinbarung. Rechts im Bild Bürgermeister Markus Becker.

Die Gemeinde Ronshausen investiert 18.500 Euro für die Fortführung des SoS-Projektes der Drogenhilfe Nordhessen.

Sozialraumorientierte Hilfsangebote – was sich sperrig anhört, ist ein wirklich naheliegender Ansatz, um Jugendlichen, die Hilfe suchen, diese möglichst passgenau anzubieten. Kurze Wege, ein Ansprechpartner, den die Jugendlichen kennen und dem sie vertrauen, weil er einfach auch mal nur Zeit mit ihnen verbringt – all das sind Faktoren, die es Betroffenen leichter machen, sich bei Problemen zu öffnen und sich auch wirklich helfen zu lassen. Ein solches Angebot mit Strahlkraft auch auf alle anderen ländlichen Kommunen im Landkreis hat die Gemeinde Ronshausen jetzt zu einer festen Einrichtung gemacht.

Was als Projekt, das zunächst vom Land Hessen mit Geld des Hessischen Sozialministeriums für den Bereich Gesundheit gefördert wurde, begonnen hat, wird in diesem Jahr fortgesetzt, weil die Gemeinde erkannt hat, wie groß der Bedarf und somit wie sinnvoll dieses Angebot ist, berichtet Ronshausens Bürgermeister Markus Becker. Einstimmig haben Ronshausens Gemeindevertreter daher für den Erhalt des SoS-Projektes gestimmt und dafür 18.500 Euro kommunales Geld in ihrem aktuellen Haushalt bereitgestellt. Ergänzt werden soll die Finanzierung mit Geld vom Landkreis – „einen entsprechenden Antrag auf weitere Förderung haben wir bereits gestellt“, sagt Becker.

Hinter dem „SoS Jugendpflege“ genannten Projekt steht Diana Voigt-Hohoff, Sozialarbeiterin der Drogenhilfe Nordhessen – siehe Hintergrund. Sie ist Ansprechpartnerin für die Jugendlichen, besucht regelmäßig den Jugendraum im Haus des Gastes – und das zu den Zeiten, zu denen die Jugendlichen auch dort sind, also abends. Die 42-Jährige ist inzwischen integriert. „Am Anfang hatte ich Schiss – aber ich bin sehr gut aufgenommen worden“, sagt sie. Schließlich wissen auch die Jugendlichen: Sie hat Schweigepflicht und mit ihr „kann man auch nur einfach mal so quatschen“.

„Wir waren am Anfang selbst davon überrascht, wie groß die Nachfrage war“, sagt Ralf Bartholmai, Geschäftsführer der Drogenhilfe Nordhessen. Der 61-Jährige, der selbst aus Ronshausen stammt, erklärt sich die große Resonanz mit den nur kleinen Hürden, die es beim SoS-Projekt zu überwinden gilt. „Um mit Diana ins Gespräch zu kommen, muss ich nicht in die Stadt fahren und vielleicht vorher noch einen Beratungstermin ausmachen – sie sitzt einfach abends im Jugendraum neben mir oder ich kann zu den Sprechzeiten in ihr Büro ins Haus des Gastes gehen“, sagt Bartholmai. Deswegen gäbe es auch keinen Verdrängungsprozess für Beratungseinrichtungen in der Kreisstadt wie die Sucht- und Drogenberatung der Diakonie oder von Pro Familia.

Kontakt zu Diana Voigt-Hohoff kann man aufnehmen unter Tel. 01 72/4 28 33 21.

Das SoS-Projekt der Drogenhilfe Nordhessen

Sozialraumorientierte Suchthilfe (SoS) ist ein Angebot der Drogenhilfe Nordhessen – Mitglied der Diakonie Hessen. Ihr Ziel ist es, Jugendliche, Eltern und Familien, suchtgefährdete und suchtmittelabhängige Menschen umfassend zu unterstützen und ihnen zu helfen. Mit ihren mehr als 30 Einrichtungen an 20 Standorten in ganz Nordhessen hat die Drogenhilfe ein Netz von Angeboten geknüpft, die ineinander greifen und auch in die regionalen Hilfestrukturen eingebettet sind. In Ronshausen liegt der Schwerpunkt in der offenen Jugendarbeit.

Alles über das Konzept des SoS-Projektes lesen Sie in unserer gedruckten Montagsausgabe.

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