"Mit viel Geduld und Spucke"

Interview: Ronshausens Bürgermeister Becker über furiose Machtloser und Herausforderungen 2020

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In der Mittagspause im Büro: Bei Markus Becker muss die Mittagspause aus Termingründen oftmals ausfallen. Dann ist häufig nur ein Wurst-Brötchen zwischendurch drin. Dabei fehlen darf nicht die Lektüre der HNA. Und wenn dann noch Zeit ist, entspannt sich Ronshausens Bürgermeister kurz im Bürosessel und nutzt ein kurzes Power-Schläfchen um für den Nachmittag wieder fit zu sein.

Der Jahreswechsel ist die Zeit des Rückblicks und der Vorausschau.

Wir haben die Bürgermeister im Kreisteil Rotenburg dazu befragt. Heute: der Ronshäuser Rathauschef Markus Becker.

Was ist ihr guter Vorsatz für das neue Jahr?

Ich habe mir fest vorgenommen, dass der Winterspeck sich nicht auf meinen Hüften niederschlagen darf, sondern ich ihn möglichst schnell im neuen Jahr wieder abarbeite.

Und wie wird’s gemacht?

Schon seit gut einem halben Jahr gehe ich regelmäßig joggen. Wer mir in meinem knallgelben Lauf-Outfit begegnet, darf gerne mitlaufen. Wer mich darin schon mal gesehen hat, wird mich garantiert erkennen ...

Was war das dickste Brett, das es aus Ihrer Sicht im vergangenen Jahr in Ronshausen zu bohren galt?

Im Prinzip gab es zwei große Baustellen. Zum einen galt es, die Machtloser mit schnellem Internet zu versorgen – und das rechtzeitig, bevor die alte Technik abgeschaltet wurde. Das haben wir mit sehr viel Engagement – gerade auch von Ortsvorsteher Udo Berle – sehr gut gemeistert. Das andere dicke Brett ist unser Neubaugebiet am Geldacker. Dort haben wir den über 40 Jahre alten Bebauungsplan nun endlich umsetzen können.

Und wie haben Sie das „gebohrt“ bekommen?

Auch das ging nur mit viel Geduld und Spucke – ist jetzt zum Jahresende aber unter Dach und Fach. Wir sammeln gerade die Kontonummern ein, um Anfang 2020 das Geld an die ehemaligen Grundstückseigentümer auszahlen zu können.

Wenn Sie auf etwas komplett verzichten hätten können, das sich im vergangenen Jahr in Ronshausen ereignet hat – was wäre das gewesen?

Das war definitiv der große Waldbrand am 24. April, bei dem ich selbst ausgerechnet auch noch im Urlaub an der See war. Das war buchstäblich die Feuertaufe für meinen Stellvertreter Matthias König. Der war da gerade einmal drei Wochen als neuer Erster Beigeordneter der Gemeinde im Amt und musste alles wuppen. Ich kann da allen Hilfskräften – auch unserer Feuerwehr – gar nicht genug danken, dass sie die große Lage so professionell abgearbeitet haben.

Was hat 2019 richtig gut geklappt und worauf können die Ronshäuser denn besonders stolz sein?

Natürlich auf unsere Machtloser, die auf dem Hessentag im Dolles-Dorf-Finale so furios gewonnen haben und den goldenen Otto mit nach Hause nehmen durften – das war wirklich toll.

Die Ronshäuser feiern ja bekanntlich gerne - was war aus Ihrer Sicht die beste Party im vergangenen Jahr?

Weil wir Ronshäuser ja wirklich gerne und oft feiern, gibt’s nicht nur eine gute Party – sowohl die Kirmes, die Prunksitzungen des KCV und natürlich der Abschlussabend beim Dollen-Dorf-Sieg waren in diesem Jahr die Höhepunkte.

Was ist die größte Herausforderung, die auf die Gemeinde im kommenden Jahr zukommen wird?

Das ist die Entlassung aus dem Schutzschirm des Landes Hessen. Sie ist 2020 unser bedeutendstes Ziel.

Und wie soll sie gemeistert werden?

Seit Beginn meiner Amtszeit als Bürgermeister haben wir darauf hingearbeitet und fleißig gespart. Wenn das Jahr 2019 nun – wie geplant – finanziell auch positiv endet, steht dem nichts mehr im Wege.

Angenommen, Ihnen erscheint in der Silvesternacht eine gute Fee und erfüllt Ihnen drei Wünsche – welche wären das?

Wenn die Fee Bianca heißt, höre ich auf, Sekt zu trinken, und nehme sie mit heim (lacht, Anmerkung der Redaktion: Beckers Frau heißt Bianca, das Paar ist seit 14 Jahren verheiratet und hat zwei Söhne). Aber im Ernst: Für meine Gemeinde wünsche ich mir, dass die Fee uns ein neues Feuerwehrgerätehaus in Ronshausen hinzaubert, an dem der Prüfdienst 20 Jahre lang erst mal nichts zu bemängeln hat und für das nicht dauernd die Vorschriften verschärft werden. Außerdem wäre toll, wenn die Fee für unseren Badepark von Mai bis September schönstes Schwimmbadwetter zaubern könnte – das würde sicherlich viele freuen. Und wenn die Fee richtig gut ist, fällt dann nachts auch noch genügend Regen für das Grün in der Natur, die unser schönes Ronshausen so liebenswert macht.

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