Vorfreude nach Aufstieg

Saisonstart: Pool-Billard-Club Ronshausen freut sich auf die 2. Bundesliga

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Optimale Bedingungen: Für den professionellen Spielbetrieb ist der Pool-Billard-Club Ronshausen nun perfekt ausgestattet. Frisch bezogen und mit neuen LED-Speziallampen ausgeleuchtet werden die Gegner in Ronshausen an vier Tischen bestens empfangen. Auch Schatzmeister Jörg Spichalsky, links im Bild, und Vereinsvorsitzender Frank Kallenbach erfreuen sich an den Top-Bedingungen, unter denen in ihrem Vereinshaus gespielt wird. 

Große Vorfreude: Der Pool-Billard-Club Ronshausen fiebert nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga dem Saisonstart entgegen. Alles begann vor über 30 Jahren in einer Gartenhütte. 

In Sachen Pool-Billard ist der kleine Ort Ronshausen eine echte Größe.Seit 1989 gibt es dort einen eigenen Verein für diesen Präzisionssport: den Pool-Billard-Club Ronshausen. In der kommenden Saison, die jetzt im September beginnt, spielt dessen Erste Mannschaft nun auch bundesweit. Im Frühjahr ist sie in die zweite Bundesliga aufgestiegen. Eine Herausforderung – auch an das Vereins-Inventar.

„Für den Bundesligabetrieb werden ganz klare Vorgaben gemacht“, berichtet Vereinsvorsitzender Frank Kallenbach. Vier bauartgleiche Tische müssen beispielsweise bereitgestellt werden – zwei musste sein Verein daher austauschen, um auf dem neuesten Stand zu sein. 

Der Billardtisch muss komplett ausgeleuchtet sein

Auch die Beleuchtung ist vorgegeben: „Der Tisch muss komplett ausgeleuchtet sein, damit kein Schattenwurf die Spielbedingungen verfälschen kann“, sagt der 61-Jährige. Große LED-Platten schweben als Spezialbeleuchtung daher nun über jedem der vier Tische, die auf zwei Stockwerken im Vereinshaus am Schellenberg verteilt stehen. Alle zwölf Monate müssen sie neu bezogen werden. 1800 Euro hat alleine diese jüngste Erneuerung gekostet.

„Zudem installieren wir gerade eine neue Videoübertragung – die Spiele auf allen vier Tischen können so künftig auf einem großen Flachbildmonitor im Vereinsraum mitverfolgt werden“, erklärt Jörg Spichalsky, Schatzmeister des Vereins. Damit kein Kommentar oder vielleicht ein unerlaubtes Coaching zu den Spielern dringen kann, ist der abgetrennte Vereinsraum schalldicht abgeschlossen. Nur Spieler und Schiedsrichter dürfen an die Tische.

Mitglieder lassen sich extra zu Schiedsrichtern ausbilden

„Für den Bundesligabetrieb müssen vom Verein nun vier Schiedsrichter gestellt werden“, sagt Kallenbach. Dafür seien einige Mitglieder in Lehrgängen, die die Deutsche Billard-Union vorgibt, von Ausbildern des Hessischen Pool-Billard-Verbandes eigens frisch geschult worden.

Fast 100 Mitglieder hat der Verein inzwischen – und die kommen nicht allesamt aus Ronshausen. Rund 30 Prozent stammen aus der näheren Umgebung wie Bad Hersfeld, Heringen, Unterhaun, Rothenkirchen, Bebra oder Rotenburg. Die Wiege des Vereins steht allerdings ganz fest in Ronshausen: in Frank Kallenbachs Garten an der Gutenbergstraße. 

Sind stolz auf ihr schmuckes Vereinshaus: Schatzmeister Jörg Spichalsky, der auf unserem Bild den Karton mit der neuen Videoübertragungstechnik trägt und Vereinsvorsitzender Frank Kallenbach mit der Aufstiegs-Urkunde der ersten Mannschaft in der Hand sind froh, dass ihr Pool-Billard-Club auch in Sachen Inventar und Haustechnik für den Spielbetrieb in der zweiten Bundesliga gut gerüstet ist.

In der „Billard-Hütte-Kallenbach“ wo 1986 an einem Tisch mit einer Handvoll billard-begeisterten Freunden alles begann. Inzwischen verfügt der Verein über ein stattliches Vereinshaus, das ihm als Eigentum auch selbst gehört und wohinein die Mitglieder viel Liebe und Arbeit und auch eigenes Geld gesteckt haben.

Das schmucke Fachwerkhaus am Schellenberg bezog der Verein 1994, nachdem über vier Monate dort Tag und Nacht gearbeitet worden ist, wie Frank Kallenberg betont. „Um das Haus für unsere Zwecke bewohnbar zu machen musste quasi alles saniert werden“, berichtet er. 

Aus Plumpsklos auf dem Hof wurden Toiletten im Gebäude, die komplette Hauselektrik wurde neu gemacht und Wasserleitungen mussten neu verlegt werden. Eine Ölheizung sowie eine zusätzliche moderne Heizungsanlage, die mit Pellets betrieben wird, wurden installiert.

Mitglieder pflegen die Vereinskultur

Die jüngste große Renovierung haben die Vereinsmitglieder von Mitte 2017 bis Ende 2018 durchgezogen. „Wenn wir nicht viele treue Sponsoren hätten, wäre all das gar nicht möglich“, sagen Kallenbach und Spichalsky. Und schon die frisch gestrichene Fassade, an der das Vereinsschild prangt, macht deutlich: Hier wird Vereinskultur gepflegt.

Um aus dem Gebäude, in dem sich zuvor eine alte Nähfabrik befand, eine bundesligataugliche Billard-Spielstätte zu machen, hat der Verein in der Vergangenheit kräftig investiert. Wie viel, wollen Vorsitzender und Schatzmeister lieber nicht verraten. „Angesichts der vielen Stunden an Eigenleistung kann das auch gar nicht beziffert werden“, sagt Kallenbach. Erfolgreich bemüht habe man sich auch stets um öffentliches Fördergeld.

Ende September geht´s los

Nun ist fast alles so, wie es sein soll und auch muss. Denn am Samstag, 28. September, startet die erste Mannschaft in die neue Saison. Ihr Auftaktspiel in der zweiten Bundesliga ist allerdings ein Auswärtsspiel. Es geht nach Babelsberg in Potsdam – nahe der Bundeshauptstadt Berlin.

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