Wahlanalyse Ronshausen: SPD verliert absolute Mehrheit

Ronshausen. Im Ronshäuser Gemeindeparlament haben sich die Mehrheitsverhältnisse verschoben. Die SPD verliert zwei Sitze an die CDU und büßt damit die absolute Mehrheit ein.

Mit sechs Sitzen sind die Ronshäuser Sozialdemokraten zwar stärkste Kraft im Parlament geblieben, jedoch ist die enge Zusammenarbeit zwischen CDU und WGR kein Geheimnis. Bei 15 Gesamtsitzen in der Gemeindevertretung hätten die CDU mit fünf und die WGR mit drei Sitzen bei Abstimmungen gemeinsam nun eine knappe Mehrheit.

Ohne Bürgermeisterbonus 

Petra Möller

„Wir sind leider nicht mehr Mehrheitsfraktion - aber die Wähler haben uns wieder zur stärksten Fraktion mit den meisten Stimmen gemacht“, sagt SPD-Spitzenkandidatin Petra Möller, die mit 860 Stimmen bei der SPD auch am besten abschnitt. Erstmals seit 1948 sei die Ronshäuser SPD in eine Kommunalwahl gegangen, ohne den Bürgermeister zu stellen. Dieser Bürgermeisterbonus sei diesmal also anderen zugute gekommen, stellt Möller fest. Ihre Fraktion setze auf Sachpolitik im Interesse des Gemeinwohls - „das war auch zu Zeiten, als wir noch die absolute Mehrheit hatten, so und wird auch künftig so bleiben“, bekräftigt Möller. Die Ronshäuser SPD bewahre sich ihre politische Eigenständigkeit und werde ihre sozialdemokratischen Ideen ins Parlament einbringen, kündigt die Ortsvereinsvorsitzende an.

Den Bürgermeister stärken 

Volker Knierim

„Wir sind sehr zufrieden und werden uns den Aufgaben stellen, die wir im Wahlkampf ja ganz konkret benannt haben“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Volker Knierim, der mit 694 Stimmen wiedergewählt wurde. Die CDU trete an, um den Bürgermeister bei dessen Aufgaben zu stärken.

In Komfortabler Position 

Reinhard Brandau

„Wir hatten als Wählergruppe keine Riesenerwartungen - mit dem Ergebnis sind wir zufrieden“, kommentiert Reinhard Brandau, der künftig den Fraktionsvorsitz der WGR übernimmt, das Wahlergebnis. Mit gut 21 Prozent sei man in der komfortablen Position, dass „ohne uns so einfach nichts funktioniert“, sagt Brandau, der mit 699 Stimmen das beste Ergebnis für die WGR holte. Es gehe seiner Fraktion aber um Sachpolitik zum Wohle der Gemeinde, betont der 64-Jährige, der sich über die „Super-Wahlbeteiligung“ von 67 Prozent freut.

Hoffnung nicht erfüllt 

Thomas Wenderoth

Auch Thomas Wenderoth, der als Spitzenkandidat der FDP mit 349 Stimmen wiedergewählt wurde, ist froh über die sehr gute Wahlbeteiligung. Für seine Partei habe sich die Hoffnung, einen weiteren Platz hinzu zu bekommen, allerdings leider nicht erfüllt. Als mahnende Stimme wolle er sich auch künftig als einziger FDP-Vertreter in die parlamentarischen Arbeit einbringen.

Neue Gesichter im Parlament

Mit insgesamt fünf neu Gewählten gehen ein Drittel der Sitze an Gemeindevertreter, die dem Parlament in den vergangenen fünf Jahren nicht angehört haben. Darunter gibt es einen echten Shooting-Star: Matthias König, der als unabhängiger Kandidat auf Platz vier der CDU-Liste zur Wahl stand, bekam mit 861 Stimmen die meisten Stimmen unter allen Ronshäuser Kandidaten. Die CDU-Fraktion erneuern neben ihm Stefan Gries, der 449 Stimmen erhielt, und Patrick Balduf, auf den 420 Stimmen entfielen.

Auf der SPD-Liste sind Matthias Kranz mit 493 Stimmen und Dr. Philip Schwarz (841 Stimmen) neu ins Parlament gewählt worden. Schwarz, der von Listenplatz zehn auf Platz zwei hochgewählt worden ist, kann sein Mandat aber wegen eines beruflich bedingten Wohnortwechsels nicht annehmen, berichtet Petra Möller von der SPD.

Alle Ronshäuser Kandidaten samt ihrem Ergebnis und die vorläufige Sitzzuteilung gibt es hier.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.