Schaden trotz Zaun 

Wildschweine wühlen Ronshäuser Friedhof um - Rasen zerstört

Komplett umgewühlt: Wildschweine haben auf dem Ronshäuser Friedhof ihr Unwesen getrieben. Trotz Einzäunung durchpflügten sie dort viele Rasenflächen. Auf unserem Bild zeigt Bürgermeister Markus Becker auf die Verwüstungen. Fotos: Gottbehüt

Ronshausen. Genau betrachtet ist es eine Riesen-Sauerei, die Wildschweine auf dem Friedhof in Ronshausen angerichtet haben. Die Tiere haben Rasenflächen fast vollständig durchpflügt.

Obwohl der Friedhof mit Maschendrahtzaun komplett eingezäunt ist, haben es die Wildschweine geschafft, auf das Gelände vorzudringen.

„An Gräbern ist glücklicherweise bisher kein Schaden entstanden, aber die freien Rasenflächen sind dafür umso mehr in Mitleidenschaft gezogen worden - sie sind teilweise fast komplett zerstört“, berichtet Ronshausens Bürgermeister Markus Becker. Der Friedhof sei an dieser Stelle erst vor sechs Jahren erweitert worden, um Platz für neue Gräber zu schaffen. Der Zaun ist laut Becker somit „technisch auf dem neuesten Stand“ und keinesfalls marode oder gar löchrig. Dennoch habe er es nicht vermocht, die Wildschweine abzuhalten.

„Mit ihren kräftigen Nasen graben sie sich darunter durch, und der flexible Zaun gibt nach und schließt sich hinter ihnen dann wieder“, sagt Becker. Daher haben die Mitarbeiter des Ronshäuser Bauhofes inzwischen Baustahlmatten zur Verstärkung des Maschendrahtzaunes an diesem fest angebracht. „Seitdem sind die Tiere - zumindest an diesen Stellen - vom Eindringen erfolgreich abgehalten worden“, berichtet der Bürgermeister.

Ihre gut sichtbaren Laufwege vor dem verstärkten Zaun machten aber deutlich: „Da wird kräftig patrouilliert, und das Interesse am Friedhofsgelände dahinter ist wohl immer noch sehr groß“, sagt Becker. Anhand der Spurenlage vermutet er, dass es sich um eine größere Zahl von Tieren handeln muss - eine Rotte von mehreren Wildschweinen.

Jetzt müsse die Gemeinde einen Riesenaufwand betreiben, um die völlig zerwühlte Grasnabe wieder neu herzustellen. Das soll vermutlich im Frühjahr in Angriff genommen werden. Die Kosten dafür bleiben - wie auch bei privaten Grundstücksinhabern - am Eigentümer hängen, in diesem Falle an der Gemeinde. „Das ist alles mehr als ärgerlich, aber es handelt sich halt um wilde Tiere, die sich nicht kontrollieren lassen“, sagt der Rathauschef.

Die Gemeinde sei auch nicht berechtigt, an dieser Stelle gezielt jagen zu lassen. Dafür liege der Friedhof viel zu nahe an der Wohnbebauung. Zudem sei fraglich, ob der Abschuss einzelner Tiere an dem Gesamtproblem etwas ändere. „Wir hoffen, dass wir mit den Baustahlmatten jetzt erst mal Abhilfe geschaffen haben“, sagt Becker. Im hinteren Bereich des Friedhofes sei auch die nicht ganz so schöne Optik der Notlösung noch erträglich. Wenn die Tiere allerdings vorne zum Haupteingang wechselten, müsse sich die Gemeinde etwas anderes einfallen lassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.