Interview mit Markus Becker (CDU)

Ronshausens Bürgermeister will erneut kandidieren

Ronshausens Bürgermeister entspannt beim Musizieren: Die E-Gitarre ist Markus Beckers neues Hobby. Unser Bild zeigt ihn im heimischen Wintergarten beim Üben.
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Ronshausens Bürgermeister entspannt beim Musizieren: Die E-Gitarre ist Markus Beckers neues Hobby. Unser Bild zeigt ihn im heimischen Wintergarten beim Üben.

Ronshausen – Im Sommerinterview spricht Ronshausens Bürgermeister Markus Becker über das politische Klima in der Gemeinde, die Jugendhilfe und Drogenprobleme sowie ein neu entdecktes Hobby zur Entspannung.

Herr Becker, vor der Kommunalwahl schlugen die politischen Wellen in Ronshausen hoch. Der Umgang miteinander war – höflich formuliert – nicht gerade von gegenseitigem Respekt geprägt. Haben sich die Wogen wieder geglättet?

Für mich hat sich die Lage wieder beruhigt. Ich habe mit den Ereignissen meinen Frieden gemacht und sehe einer konstruktiven Zusammenarbeit mit allen in der Gemeinde politisch Aktiven positiv gestimmt entgegen.

Das hat Ihnen also die Freude am Bürgermeisteramt nicht verdorben?

Mir macht mein Job immer noch großen Spaß. Ich will weitermachen. Deshalb werde ich bei der Wahl in zwei Jahren auch für eine weitere Amtszeit kandidieren.

Das Coronavirus hat unser Leben und unseren Alltag stark verändert. Wie ist Ronshausen bislang durch die Pandemie gekommen?

Durch die Einschränkungen ist das sonst so aktive Vereinsleben in Ronshausen leider komplett zum Stillstand gekommen. Kirmes, Karneval, Vereinsfeste – einfach alles musste ausfallen. Das hat viele auch emotional sehr betroffen gemacht, da hierdurch auch etliche persönliche Kontakte plötzlich weg waren.

Und wie sieht es jetzt aus?

Das Vereinsleben kommt glücklicherweise jetzt endlich wieder in Schwung: Die Darter werfen wieder Pfeile, die Fußballer trainieren wieder gemeinsam und auch die Feuerwehren und Jugendfeuerwehren dürfen endlich wieder richtig loslegen – wie sehr das gefehlt hat, sieht man an den strahlenden Augen der Mitglieder, die sich jetzt endlich wieder treffen dürfen.

Wie hat sich die Pandemie finanziell auf die Gemeinde ausgewirkt?

Finanziell hat uns Corona glücklicherweise keine größeren Verluste beschert. Trotz Lockdown ist unsere Haushaltsplanung bislang nicht in Gefahr geraten. Selbst bei der Einkommensteuer liegen wir mit geplanten 1,33 Millionen Euro und einem Ist-Wert nach zwei Quartalen zur Jahresmitte mit mehr als der Hälfte davon sehr gut im Rennen. Aber die genauen Zahlen werden natürlich erst am Ende des Jahres feststehen.

Ronshausen ist bei Häuslebauern anscheinend sehr begehrt. Wie ist der Bau-Boom Am Geldacker zu erklären?

Weil Ronshausen in meinen Augen das schönste Örtchen in der Gegend ist (schmunzelt). Dadurch, dass wir mit rund 2100 Einwohnern im Hauptort die komplette Infrastruktur einer schönen Wohngemeinde zur Verfügung stellen können, sind wir natürlich für Häuslebauer sehr attraktiv. Hinzu kommt die super Lage unseres Neubaugebietes, ein vergleichsweise günstiger Quadratmeterpreis und die Glasfaser-Anschlüsse für die Baugrundstücke – die sind bei den Interessenten fast immer Frage Nummer Eins.

Wie viele Grundstücke gibt es denn noch?

Von den insgesamt 24 sind zwölf verkauft, sieben sind geblockt und ganze fünf an der Zahl sind nur noch zu haben. Ich gehe davon aus, dass wir bis Ende des Jahres alle abverkauft haben. Wer sich jetzt noch ein Grundstück sichern will, sollte sich also ranhalten.

Der Jugendraum musste wegen Drogenproblemen geschlossen werden. Jetzt ist er renoviert. Wie geht’s nun weiter?

Das Drogenproblem ist in Ronshausen zwar sicherlich nicht aus der Welt geschafft – aber die Gemeinde hat einen Riesen-Beitrag dazu geleistet, es einzudämmen. Auf unser SOS-Projekt (Suchtraumorientierte Sozialhilfe; Anmerkung der Redaktion) sind inzwischen auch einige Nachbarkommunen aufmerksam geworden und wollen es uns gleichtun. Der Jugendraum ist komplett fertig, das Konzept steht und wir wollen den Raum so schnell wie möglich – wahrscheinlich noch im August – wiedereröffnen und endlich loslegen.

Ein schwieriges Thema ist zurzeit auch der Hochwasserschutz. Was unternimmt die Gemeinde und wie geht’s da weiter?

Die erschreckenden Bilder der Flutkatastrophe machen es mehr als deutlich: an diesem Thema muss gearbeitet werden. Deshalb beginnen wir in Ronshausen zunächst mit einer exakten Analyse der Starkregenereignisse bei uns, um daraus Maßnahmen abzuleiten, wie wir gezielt den Schutz für die Bevölkerung erhöhen können.

Wann könnten die Untersuchungen abgeschlossen sein?

Von Ronshausen soll im Rahmen dieses Projekts mit Drohnen ein genaues digitales Geländemodell erstellt werden, um damit lokale Unwetter zu simulieren. Ich rechne mit ersten Ergebnissen bis Ende des Jahres.

Was sind – abgesehen davon – die größten Herausforderungen in Ronshausen?

Aus finanzieller Sicht sind das sicherlich der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Ronshausen, für das wir in der neu gegründeten Feuerwehrkommission gerade die Standortfrage klären sowie der geplante Neubau einer Krippe für Kinder unter drei Jahren. Dieser soll unweit des Hauptgebäudes auf dem Gelände der Kita Regenbogen in Richtung Gutenbergstraße entstehen.

Wir führen ja hier ein Sommerinterview. Normalerweise ist das ja Urlaubszeit. Wie schaut’s da bei Familie Becker aus? Waren Sie schon weg oder geht’s noch los?

Wir sind frisch aus dem Urlaub zurück und immer noch dabei, den Nordseesand aus den Schuhen zu kippen. Gut erholt geht’s jetzt in die zweite Halbzeit dieses Jahres.

Und wie entspannen Sie sich, wenn Sie zuhause sind und nicht im Urlaub weilen?

Ich habe mir ein neues Spielzeug gegönnt – eine E-Gitarre samt Verstärker, mit der ich ab sofort meine Familie beschallen werde.

Dann ist der Bürgermeister also musikalisch?

Ja. Ich sitze nach anstrengenden Sitzungen auch gerne noch im Haus des Gastes am Flügel und lasse meine Gedanken bei Klaviermusik schweifen, um mich zu entspannen.

Von Peter Gottbehüt

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