In Rotenburg bekommt die Säule Farbe

Notrufsäulen: Die von der Cornberger Firma Polytec vorgefertigten Teile werden bei der Rotenburger Firma Multidienst lackiert und zusammengefügt. Links Mitarbeiter Armin König, rechts Geschäftsführer Corc Demir.

Rotenburg. Wer weiß schon, dass Notrufsäulen ihre orange Farbe in Rotenburg erhalten? Sie zu lackieren und zu montieren ist eine von vielen Arbeiten, die das Unternehmen Multidienst im Industriegebiet Am Rasenwege übernimmt.

Lackieren, Verpacken, Produkte für die Autoindustrie an CNC-Maschinen fertigen, Reinigungs- und Verpackungsarbeiten - das alles und noch mehr passiert bei der Rotenburger Firma Multidienst, die seit 2010 im Industriegebiet Am Rasenwege angesiedelt ist. Multidienst - der Name ist definitiv Programm. Das zeigt sich bei einem Rundgang durch die Hallen.

Der 30-jährige Geschäftsführer Corc Demir, der mit seinem Bruder Stefan (34) das Unternehmen von Vater Sefik übernommen hat, warnt scherzhaft beim Betreten der Lackiererei: „Das wird grell für die Augen, alles ist orange.“ Gerade werden dort wieder Notrufsäulen lackiert und montiert. Etwa 1500 Stück pro Jahr werden in der 1000 Quadratmeter großen Halle bearbeitet. Aber auch Gehäuse für BMW-Motorräder bekommen gerade ihre Lackierung. Die Halle haben die Demirs beim Kauf des früheren R.W.-Lipp-Gebäudes 2010 errichten lassen.

Corc Demir berichtet, dass die knapp 25-jährige Geschichte des Unternehmens praktisch in einer Garage gestartet ist. Vater Sefik, von Beruf Schreiner, hatte es gegründet. Er begann mit der Verpackung von Produkten des Haarpflegekonzerns Wella aus Hünfeld.

1990 zog der kleine Betrieb zum ersten Mal nach Rotenburg - damals in ein Gebäude im Heienbach. 1992 wechselte die Firma nach Bebra. 2010 folgte die Rückkehr nach Rotenburg. „Für uns war das folgerichtig. Wir sind ein zertifiziertes Unternehmen. Um den hohen Ansprüchen unserer Kunden gerecht zu werden, brauchten wir die neuen Räume“, erklärt Demir.

Die Dienstleistungspalette ist groß, die Kunden kommen überwiegend aus der Region. Continental zum Beispiel lässt Transportbehälter aus Kunststoff bei Multidienst reinigen. Aber auch Qualitätskontrollen übernimmt die Rotenburger Firma für den Konzern. An CNC-Maschine werden zudem Kraftstoffpumpenteile verfeinert. Insgesamt 20 Menschen arbeiten für Multidienst - einschließlich der Geschäftsführung, von der Corc Demir sagt: „Wir packen selbst mit an, wenn es in der Produktion eng wird.“

Zur Produktpalette gehören auch Türgriffe aus Edelstahl - in großen Einkaufszentren zum Beispiel kann man an Griffe fassen, die in Rotenburg gefertigt wurden. Für einen Küchenproduzenten werden bei Multidienst Leuchtsysteme hergestellt.

Unternehmensgründer Sefik Demir arbeitet immer noch in der Firma mit. Jetzt aber in der entspannten Haltung desssen, der nicht mehr die Verantwortung trägt. Das Erfolgsrezept fasst er in zwei Worten zusammen „Flexibilität und Zuverlässigkeit“.

In Rotenburg hat sich das Unternehmen auch energetisch ein wenig unabhängig gemacht. Auf 4000 Quadratmetern Dachfläche wurde ein Photovoltaikanlage installiert. Mit ihrem Strom werden 50 Prozent des Bedarfs gedeckt.

Von Silke Schäfer-Marg

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