Ausbildung in Hersfeld-Rotenburg

Vor allem Handwerksbetriebe suchen Nachwuchs: 123 Lehrstellen im Kreis unbesetzt

Symbolbild Arbeitsagentur
+
Handwerksbetriebe suchen händeringend nach Nachwuchs. Sorge bereitet der Kreishandwerkerschaft vor allem das Fleischer-, Bäcker- und Friseurhandwerk.

Drei Monate nach dem Start des Ausbildungsjahres sind im Kreis Hersfeld-Rotenburg noch 123 Lehrstellen unbesetzt – 32 mehr als noch vor einem Jahr.

Hersfeld-Rotenburg – Vor allem Handwerksbetriebe suchen händeringend Nachwuchs. „Sorgen bereitet uns die Akquise von Auszubildenden im Fleischer- und Bäcker- und Friseurhandwerk, für das sich die jungen Menschen immer seltener begeistern können“, sagt Hans-Wilhelm-Saal, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Der Baubereich hingegen habe mit 50 neuen Lehrlingen sogar ein leichtes Plus verzeichnet. Viele Betriebe seien auch jetzt noch bereit, Ausbildungsverträge abzuschließen, betont Saal. Kreishandwerksmeister Marco Diegel fordert Betriebe auf, Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen.

Der Ausbildungsmarkt der Industrie- und Handelsberufe habe sich entgegen dem Bundestrend leicht positiv entwickelt, teilt Julia Kossack, Leiterin des IHK-Servicezentrums Hersfeld-Rotenburg, mit. Demnach seien im IHK-Bereich in diesem Jahr 566 Ausbildungsverträge abgeschlossen worden. Im Vorjahr waren es elf weniger. Stark nachgefragt seien gewerblich-technische Berufe, vor allem in der Baubranche. Im Verkehrs- und Transportgewerbe sowie in der Gastronomie seien die Ausbildungsverträge rückläufig.

„In unserer Region wird es keinen Corona-Jahrgang geben“

Aktuell auf der Suche nach einer Lehrstelle sind laut Waldemar Dombrowski, Chef der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda, noch 20 junge Erwachsene. Den Ausbildungsmarkt im Kreis bezeichnet er mit Blick auf die Corona-Pandemie als „relativ robust“. Er lobt Betriebe, Kammern und Berufsschulen. Sie hätten sich auf die widrigen Umstände eingestellt und die Voraussetzungen für einen reibungslosen Ablauf von Ausbildung und Prüfungen geschaffen.

Berufsberatung gibt Tipps für Suchende

Die Agentur für Arbeit empfiehlt Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die weder einen Ausbildungsplatz noch eine schulische Alternative finden, Kontakt mit der Berufsberatung aufzunehmen. Auch Auszubildende, die während der Probezeit ihre Stelle verlieren, sollten sich bei der Berufsberatung melden, so die Agentur. Kontakt zur Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda: z 06 61 / 1 71 11 oder 08 00 / 4 55 55 00 (kostenfrei).

„In unserer Region wird es keinen Corona-Jahrgang 2020 geben, obwohl durch den vorübergehenden Lockdown samt Schließung der Schulen der Berufswahlprozess der jungen Menschen beeinträchtigt wurde“, sagt Dombrowski. Für das Lehrjahr 2021 rechnet er allerdings mit „erheblichen Herausforderungen“. (Von Sebastian Schaffner)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.