Auch Rauschgift wurde bei dem Mann entdeckt

21-jähriger Rotenburger vor Gericht: Gleichaltrigen mit Schlagstock verprügelt

Rotenburg/Bad Hersfeld. Wegen mehrerer Gewalttaten und Drogendelikte muss sich ein 21-jähriger Rotenburger vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld verantworten.

Seiner Freundin verpasste er im Streit eine dicke Nase und schmerzhafte Prellungen am ganzen Körper, einem vermeintlichen Nebenbuhler schlug er ein Bierglas auf den Hinterkopf, und bei Zufallsbegegnungen zu später Stunde teilte er mit Faust und Schlagstock Prügel aus: Wegen all dieser Gewalttaten muss sich seit Montag ein 21-Jähriger aus Rotenburg vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld verantworten. 

Hinzu kommen zwei Anklagen, die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz betreffen: Bei einer Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei Marihuana und Ecstasy-Tabletten, die mit Hakenkreuzen verziert waren. Des Weiteren hatte der Rotenburger zu einem späteren Zeitpunkt in der Wohnung eine Cannabis-Plantage aufgebaut. Der unheilvolle Mix von Rauschgift – darunter auch Kokain – und Alkohol bildete den Hintergrund der 2015 und 2016 verübten Gewalttaten: die festgestellten Blutwerte lagen zwischen 1,6 und zwei Promille. 

Für zum Teil ungläubiges Staunen sorgte im Gerichtssaal das äußere Erscheinungsbild des überwiegend geständigen Angeklagten, der von der Statur her eher klein und schmächtig ist: Zweimal ließ ihn die Gerichtsvorsitzende Michaela Kilian-Bock während der Vernehmung seiner Opfer aufstehen, um zu demonstrieren, dass sich der 21-Jährige in beiden Fällen mit körperlich weit überlegeneren Gegnern angelegt hatte. 

Der von Verteidiger Christian Kusche geltend gemachte Sinneswandel seines Mandanten, der seit Ende 2016 drogenfrei lebt und bald Vater wird – Mutter ist die damalige Freundin –, muss allerdings noch überprüft werden: Weil einige Zeugen nicht erschienen waren und ein weiterer Drogentest stattfinden soll, vertagte sich das Gericht. Außerdem gilt es eine Reihe von Vorstrafen zu bedenken. Mit dem Urteil wird nun am 28. Juni gerechnet. (ks)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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