Ensemble aus Lichtschläuchen

30-Meter-Kerzen an Hochhäusern: Wenn Rotenburg zum Adventskranz wird

Hoch über der Stadt: Die Kerze am Herz-Kreislauf-Zentrum war die erste der vier Lichtschlauch-Kunstwerke. Sie erstrahlt seit 2008 in der Adventszeit – hier fotografiert von der Brücke der Städtepartnerschaft.
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Hoch über der Stadt: Die Kerze am Herz-Kreislauf-Zentrum war die erste der vier Lichtschlauch-Kunstwerke. Sie erstrahlt seit 2008 in der Adventszeit – hier fotografiert von der Brücke der Städtepartnerschaft.

Manche sprechen vom „größten Adventskranz Deutschlands“: In Rotenburg leuchten auch in diesem Jahr wieder vier riesige Lichtschlauch-Kerzen von vier Hochhausfassaden.

Rotenburg – Sie bilden so ein stimmungsvolles Ensemble, das überregional seinesgleichen sucht. Los ging alles im Jahr 2008 mit einer Idee des Künstlers Lothar Kolb. Mit Achim Wilutzky aus der damaligen Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des Herz-Kreislauf-Zentrums (HKZ) entwickelte Kolb ein Konzept, um den Rotenburgern mit einer 30 Meter hohen Kerze aus Leuchtschläuchen, montiert an der Frontseite des Bettenhauses, eine Freude zu machen.

Besonders angetan hatte es der von Weitem sichtbare Weihnachtsgruß hoch oben über der Stadt einer jungen Frau aus Lispenhausen: Katharina Breite. Die heute 36-Jährige war zu der Zeit Auszubildende im HKZ-Marketing und brachte dann das Projekt ins Rollen, das längst zur vorweihnachtlichen Tradition an der Fulda gehört: „Ich fragte mich, weshalb es nur eine Kerze gibt“, erinnert sich Breite, die mittlerweile bei der städtischen Marketing- und Entwicklungsgesellschaft (MER) der Stadt Rotenburg arbeitet.

Jedes Jahr aufs Neue ein Highlight: Katharina Breite, die Erfinderin des Adventskranzes, schaut immer wieder gern hoch zu den Rotenburger Riesenkerzen.

Ihre Idee: Warum nicht einfach vier Kerzen an vier verschiedenen Orten aufhängen, sodass alle zusammen einen überdimensionalen Adventskranz ergeben? Über ihre Mutter Heike, die in der 500 Meter Luftlinie entfernten BKK-Akademie arbeitet, gelangte die Idee zu Lothar Kolb, der sofort begeistert war.

Die größte Kerze misst stolze 36 Meter und vereint 160 Meter Leuchtschlacuh

Der Künstler, der 1974 auch der erste Leiter des Freizeitzentrums am HKZ war und vor zwei Jahren im Alter von 77 Jahren starb, entwickelte die notwendigen Zeichnungen und kümmerte sich darum, dass vier Kerzen an möglichst hohen Rotenburger Fassaden in einem imaginären Viereck zusammen den Adventskranz in Übergröße ergeben: am HKZ, an der BKK-Akademie, am Schwesternwohnheim des Kreiskrankenhauses und am Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz.

Dort, an der Verwaltungsfachhochschule, hängt übrigens die größte Kerze. Sie erstreckt sich über zwölf Etagen, misst stolze 36 Meter und vereint 160 Meter Leuchtschlauch, 300 Kabelbinder und insgesamt 2000 Watt.

Erstreckt sich über zwölf Etagen: Am Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz hängt die größte Kerze. Sie ist 36 Meter hoch.

Am 29. November 2009 war es dann soweit: „Allen Rotenburgern wird am 1. Advent ein Licht aufgehen, das ist sicher“, versprach Lothar Kolb damals in einem Artikel unserer Zeitung. Gesagt, getan: Pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit illuminierten alle vier Kerzen, alle um die 30 Meter hoch, das nachmittägliche Rotenburg.

„Wenn die Kerze am HKZ ein paar Minuten später angeht, macht mich das nervös“

„Es ist so schön, dass es diesen besonderen Adventskranz noch gibt“, sagt Katharina Breite nicht ohne Stolz, die im Advent immer noch regelmäßig die Kerzen abfährt und schaut, ob auch ja alle leuchten. „Wenn die Kerze am HKZ mal ein paar Minuten später als die anderen angehen, macht mich das immer noch nervös.“

Ein bisschen Sorge bereitet ihr allerdings der Plan des Klinikums Hersfeld-Rotenburg, die akutmedizinischen Abteilungen des HKZ im Jahr 2025 ans Klinikum nach Bad Hersfeld zu verlagern: „Hoffentlich bleibt die Kerze am HKZ dann nicht aus.“ (Sebastian Schaffner)

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